Donnerstag, 29. August 2013

Bestätigt: Schwedische Marine beteiligt sich an der Erkundung der Ostsee-Anomalie

 
Die erste Sonaraufnahme der "Ostsee-Anomalie", aufgenommen im Herbst 2011. | Copyright: oceanexplorer.se

Stockholm (Schweden) - Nachdem kürzlich die lange angekündigte TV-Dokumentation rund um die Erkundung der sogenannten "Ostsee-Anomalie", einer merkwürdig kreisförmigen Struktur am Grunde der Ostsee vor Schweden erstmals im estnischen Fernsehen ausgestrahlt wurde (...wir berichteten), sind bei den Entdeckern der Struktur, den Schatztauchern im Peter Lindberg und Dennis Asberg von "Oceanexplorer.se" zahlreiche Fragen aufgelaufen, die Asberg nun auf der Facebok-Seite der "OceanExplorer" beantwortet hat.

Zum einen zeigt sich Asberg dabei zuversichtlich, dass die englische Version der TV-Dokumentation schon bald ausgestrahlt werde. Zugleich erklärt er, dass die Originalversion der Doku zahlreiche weitere Informationen beinhalte, wie sie aus der estnischen Version herausgeschnitten worden sein sollen. Rund 15 Minuten mehr soll das Original beinhalten.


Asberg bestätigt auch, dass die schwedische Marine ein großes Interesse an dem Objekt und der Erkundung gezeigt habe: "Ja, das Militär ist (nun) an dem Projekt beteiligt. Es gab ein Treffen mit einigen der ranghöchsten Offiziere der Marine, bei dem wir diese über alle uns vorliegenden Daten informiert haben."


Auf die Frage, warum das Militär so sehr an dem Objekt interessiert sei, antwortet Asberg: "Sie können mir glauben, es ist mehr als nur ein Stein. Allerdings können wir derzeit noch mehr in dieser Sache sagen. Zu gegebener Zeit werden wir darüber informieren. Bislang sind wir aber noch vertraglich (an die Produktionsfirma der TV-Dokumentation "Titan") gebunden und können nicht mehr dazu sagen." Schon bald werde es ein neues Treffen mit den Verantwortlichen von Titan geben.


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"Wir waren (nun schon mehrfach) dort unten", so Asberg weiter. "Wir haben wirklich viel Foto- und Filmmaterial von dem Objekt. Fast alle Bildrechte liegen aber bei Titan. Wir haben ja bereits schon einiges gezeigt und einiges ist in der TV-Doku zu sehen. Ich selbst hoffe, dass wir schon bald noch mehr zeigen können. Diese Entscheidung liegt jedoch bei Titan. Leider haben wir nicht die (vertragliche) Freiheit, alle Bilder zeigen zu können. Wenn wir alle Aufnahmen alleine gemacht hätten, würden wir das auch gerne mit der Welt teilen. Aber die meisten Rechte liegen bei Titan."


Ein nächster Tauchgang zur Ostsee-Anomalie soll schon Mitte September 2013 stattfinden. "Wir arbeiten derzeit aber mit einem wirklich kleinen Budget. Aber wir werden noch mehr Aufnahmen mit dem Multibeam-Sonar machen. (...) Allerdings werden wir bei diesem Tauchgang nicht mehr das ferngelenkte Tauchboot (ROV) einsetzten können. Es ist einfach zu teuer und wenn etwas schief geht, verlieren wir zu viel Geld. Aber wir werden eben besagte Multibeam-Scanns anfertigen um stattdessen weitere 3D-Aufnahmen (des Objekts) anzufertigen."



Fächerecholot-(Multibeam)-Aufnahme der großen "Ostsee-Anomalie". Grüne Flächen entsprechen höher gelegenem Terrain. Die Tiefenauflösung liegt bei 8 Metern, d.h. Höhenunterschiede von weniger als acht Metern werden nicht korrekt abgebildet.
| Copyright: Peter Lindberg, oceanexplorer.se


Derzeit liegen offenbar große Hoffnungen der Schatztaucher auf dem "wirklich großen Interesse der Marine": "Wenn alles gut geht und wir erhoffte Gelder erhalten, so können wir für das kommende Frühjahr (2014) eine wirklich gut ausgerüstete Expedition aufstellen.


Auch zu Aussagen einiger Wissenschaftler, dass es sich bei dem Objekt um eine natürliche Formation handele, nimmt Asberg in seinen Antworten Stellung: "Einige der Wissenschaftler, mit denen wir gesprochen haben sagen, dass es etwas Natürliches ist. Zugleich sagen sie aber auch, dass es sehr merkwürdig ist, vulkanische Basaltsteine in dieser Gegend zu finden. Und von diesen Steinen gibt es rund um das Objekt wirklich eine ganze Menge. In dieser Gegend gab es aber seit 150 Millionen Jahren keine vulkanische Aktivität mehr. Auch andere Merkmale des Objekts stellen die Wissenschaftler derzeit noch vor Rätsel."



 
Einer der Basaltbrocken von der Oberseite der "Ostsee-Anomalie". | Copyright/Quelle: oceanexplorer.se
 

"Mittlerweile liegen uns auch die Analyseergebnisse zu unseren Proben aus Tel Aviv vor. Allerdings haben wir dazu noch keine Interpretation dieser Daten durch die Wissenschaftler. Diese erwarten wir jedoch jederzeit und werden diese dann auch umgehend veröffentlichen."

Zudem nimmt Asberg auch Stellung zu einigen, wie er sagt, "merkwürdigen Dingen, wie (während der Tauchgänge) vorgefallen sind: "Im vergangenen Jahr waren wir dort draußen und haben ein Radiosignal auf 40 MHz aus der Nähe unseres Schiffes aufgefangen. Daraufhin haben wir bei der nächsten Fahrt besondere Ausrüstung mitgebracht, um diesen Signalen zu lauschen. Beim ersten Versuch verloren wir jedoch die Satellitenverbindung und dann funktionierten die Lichter unserer Kameras nicht mehr." An späterer Stelle fügt Asberg noch hinzu: "Ein Experte erklärte uns, dass es sich um ein Signal russischer Herkunft handeln könnte. Aber wir wissen nicht, was dieses Signal bedeutet. Wir haben die Daten aber vorliegen. Wenn es ein Ton war, so haben wir ihn nicht gehört. Auch war weit und breit kein anderes Schiff zu sehen."


Bei einem anderen Tauchgang war unser Taucher Floris mit dem Tauchroboter (ROV) auf 10 Metern Tiefe und sah plötzlich merkwürdige 'Schatten', wie wir sie noch nie zuvor beim Einsatz des ROV gesehen hatten. Wir wissen bis heute nicht, um was es sich bei diesen Schatten - wir nennen sie 'Geisterschatten' - gehandelt hatte. Das war schon ziemlich merkwürdig.


Video zur Ortung der "Geisterschatten"
 
Klicken Sie auf das Play-Symbol, um das Video zu starten

Zur Anomalie selbst schreibt Asberg abschließend nochmals: "Es sieht aus, wie ein rundes Objekt, das vom Untergrund getrennt ist. Es sieht aus, als sei es sehr alt. Es wirkt wie aus Zement. Wenn man es an der Oberfläche säubert, so ist es darunter schwarz. Die Oberseite des Objekts sieht genau so aus, wie seine Unterseite. Es sieht wirklich aus, wie ein Teller auf dem Untergrund. Zudem gibt es da Merkmale, die aussehen wie eine große Treppe mit jeweils etwa einen Meter hohen Stufen. Das ist schon sehr merkwürdig.


Neben dem etwa zwei Meter großen runden Loch innerhalb des rechteckigen Rahmens (s.Abb.) und einem weiteren etwa 25 Zentimeter durchmessenden Loch haben wir bislang noch keine weiteren Löcher in dem Objekt gefunden. Bei einem zweiten Tauchgang konnten wir die dieses Loch zunächst aber nicht mehr finden. Als dann irgendetwas, Staub oder so ähnlich, aus diesem Loch austrat, bekamen wir ehrlich gesagt etwas Angst und wollten nicht riskieren das ROV zu verlieren.


(...)


Dort unten ist es wirklich schwer, überhaupt irgendetwas zu sehen. Aus diesem Grund benutzen wir auch das BlueView-System. Tatsächlich gibt es dort unten zahlreiche Steinblöcke verschiedenster Größe von 30 bis 100 Zentimeter. Ich selbst glaube aber, dass diese Steine während der letzten Eiszeit auf dem Objekt abgelagert wurden (also nicht Teil der ursprünglichen Struktur sind.) Sicher bin ich mir das aber natürlich nicht.



BlueView-Scan von der Oberfläche der "Ostsee-Anomalie". | Copyright: oceanexplorer.se
 
Schon bald wollen wir weitere Tests durchführen lassen und weitere Proben nehmen, vielleicht sogar das Objekt anbohren - da sind wir uns noch nicht so ganz sicher. Für all das benötigen wir aber natürlich wissenschaftliche Unterstützung."


Nach seiner eigenen Theorie zur Anomalie gefragt, zeigt sich Asberg erneut zurückhaltend: "Das ist eine gute Frage. Ich weiß es wirklich nicht. Ich bin ganz ehrlich:


Als ich das Objekt 2011 zum ersten Mal sah, war meine Reaktion 'Heilige Schxxxx, wir haben das wirklich etwas (besonderes) gefunden. Ich konnte nicht von dieser Sache lassen. Es wirkte wirklich wie konstruiert. Als ob es von jemanden gebaut worden wäre. Klar kann man am Meeresboden viele runde Strukturen entdecken - aber nicht derart große. Der Kreis hat einen Durchmesser von 60 Metern. Ausgeschlossen.


Jetzt, da wir schon mehrere Male dort unten waren, ist meine Meinung: Es könnte ein Konstrukt sein - oder es ist natürlicher Herkunft - oder etwas, das vom Himmel gefallen ist. Ich weiß nicht mehr, was ich davon halten soll. Wir haben da diesen Berg, einen Spur, die 1500 Meter davon weg direkt zur Anomalie verläuft. Benutzen Sie einfach ihre Fantasie - genau das tun wir auch. Aber natürlich versuche ich, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Aber angesichts dieses Objekts ist das wirklich schwer. Ja, es könnte eine Konstruktion sein. Vielleicht aber auch eine Gastasche? Wenn es natürlich ist, dann ist es aber auch wirklich einzigartig. Das wäre dann eine wirklich ungewöhnliche Formation. Ich will Antworten. Wir haben schon so viel Zeit und jeden Cent den wir haben in dieses Projekt gesteckt. Wir sind aber nur ganz normale Typen und keine Millionäre. Wir tauchen (eigentlich) nach Schiffwracks, um dort Champagner und Cognac zu finden und diesen dann zu verkaufen. Wir haben nun schon so viel Zeit (und Geld) in diesen Projekt gesteckt und wir wollen nicht aufgeben, bevor wir nicht wissen, um was es sich wirklich handelt.


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