Samstag, 24. August 2013

Forscher belegen Verbindung zwischen Wolfsheulen und sozialen Beziehungen der Tiere


Wölfe heulen, um mit Rudelmitgliedern zu kommunizieren. | Copyright/Quelle: Walter Vorbeck / vetmeduni.ac.at

Wien (Österreich) - Wölfe kommunizieren miteinander durch ihr charakteristisches Heulen. Entfernt sich ein Wolf von seinem Rudel, so heulen die restlichen Tiere. Österreichische, Schweizer und italienische Forscher haben nun herausgefunden, dass die Beziehung zwischen den Wölfen von großer Bedeutung für die Intensität der Modulation des Heulens ist.

Wie die Forscher des Messerli Forschungsinstituts an der Veterinärmedizinischen Universität Wien gemeinsam mit Kollegen der Universität Zürich und der Universität Parma aktuell im Fachjournal "Current Biology" (DOI: 10.1016/j.cub.2013.06.066) berichten, haben sie sich einer der Hauptfragen der Verhaltenbiologie gewidmet und erforscht, welche Funktion die Tierlaute haben, ob Tiere ihre Lautäußerungen flexibel steuern, oder diese eher durch emotionalen Stress ausgelöst werden.


Anhand eines Wolfsrudels im "Wolf Science Center" im Wildtierpark Ernstbrunn stellten die Forscher fest, dass Wölfe eher heulen, wenn sich hochrangige Rudelmitglieder und auch befreundete Partner von der Gruppe entfernen.


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Friederike Range, aus der Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung, erklärt hierzu: "Wir untersuchten insgesamt zwei Wolfsrudel. An der Leine sind wir mit einzelnen Tieren vom Rudel wegspaziert und haben dann das Heulverhalten der zurückgebliebenen Tiere beobachtet." Während der Trennung haben die Forscher das Heulen der zurückgebliebenen Tiere auf Video und Tonband aufgezeichnet. Verließ ein Alphatier das Rudel, wurde verstärkt geheult. Wurden sozial eng miteinander verbundene Wölfe getrennt, löste dies ebenso starkes Geheul aus.

Zugleich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Intensität des Heulens weniger von ihrem emotionalen Stress abhängig ist als von der Beziehung zum getrennten Tier. Diese Erkenntnis erlangten die Forscher durch Speichelproben nach entsprechenden "Heulkonzerten" der Tiere, die dann auf Stresshormone untersucht wurden. Die gemessenen Cortisolmengen spiegelten nicht die Intensität des Heulens wider. Die Heulintensität wird also nicht nur über Stress gesteuert, erklärt Range: "Wir vermuten, dass Wölfe zumindest einen Teil ihres Heulens flexibel kontrollieren können."


Die Forscher schickten die Wölfe nicht nur auf lange Spaziergänge, sondern brachten die einzelnen Tiere auch in einem benachbarten Gebäude unter. Die zurückgebliebenen Wölfe konnten in jeder Situation beobachten, wohin der Wolf geführt wurde, in den Wald oder in das Nebengebäude. Die Rudeltiere reagierten entsprechend: Befand sich das Tier im Nebengebäude, wurde nicht geheult und weniger Stresshormone wurden ausgeschüttet. Befand sich der Wolf hingegen auf einem Waldspaziergang, heulten die Wölfe umso länger und intensiver. Auch Stresshormone wurden vermehrt produziert. "Dies deutet darauf hin, dass es stressiger für Wölfe ist, wenn sich ein Rudelmitglied so weit entfernt, dass sie nicht mehr wissen, wo es ist", erklärt Range abschließend.


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