Mittwoch, 11. September 2013

Archäologen finden weiteres "Vampirgrab" im Bulgarien


Mit einer durch die linke Schulter gerammten Pflugschar sollte dieser Mann offenbar von seiner Rückkehr als Vampir gehindert werden. | Copyright: Nikolai Ovcharov

Perperikon (Bulgarien) - In der archäologischen Ausgrabungsstätte Perperikon im südlichen Bulgarien haben Archäologen das Skelett eines Mannes entdeckt, der von seinen Mitbürgern offenbar als Vampir angesehen wurde, weswegen dem Toten vor der Beisetzung eine ganze Pflugschar durch die linke Schulter gerammt worden war.

Wie das Team um den in Bulgarien prominenten Archäologen Nikolai Ovcharov berichtet, handelt es sich bei dem Skelett um die Überreste eines 35 bis 40 jährigen Mannes aus den 13. oder 14. Jahrhundert. Auf dieses Alter deuten zumindest Münzen, die bei dem Skelett gefunden wurden.


Erst im vergangenen Jahr hatten Archäologen bei Ausgrabungen durch das bulgarische Nationalmuseum für Geschichte in der Nähe der Apsis des Klosters St. Nikolay Chudotvorets nahe Sozopol am Schwarzen Meer das Grab eines Mannes entdeckt, dessen ebenfalls linke Brust nach seinem Tod mit einer eisernen Pflugschneide durchbohrt bzw. zu Boden genagelt worden war.


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Weitere Ansicht des "Vampir von
Perperikon". | Copyright: Nikolai Ovcharov

Auch im aktuellen Fund wurde die fast ein Kilo schwere Pflugschneide dem (hoffentlich) Toten offenbar mit großer Wucht in die Schulter gerammt: "Mann kann noch heute deutlich sehen, wie die gebrochen und das Schlüsselbein dabei regelrecht herausgesprungen ist (s.Abb.o.).

Bei dem nun in Perperikon entdeckten Vampir handelt es sich laut Ovcharov sozusagen um den "Zwilling des Vampirs von Sozopol" - ist es doch erst der zweite Fund dieser Art in Bulgarien, bei der eine Pflugschare zum Pfählen der vermeintliche Widergänger verwendet worden sei, zitiert die britische Zeitung "Daily Mail" den Archäologen. Derartige Gräber seien Beweis dafür, dass und wie heidnische Vorstellungen und Bräuche in Bulgarien bis ins christlich geprägte Mittelalter und darüber hinaus überdauert haben.



Auch der 2012 entdeckte "Vampir von Sozopol" wurde mit einer Pflugschar in seinem Grab fixiert
. | Copyright: historymuseum.org


Wie die Forscher schon angesichts des im vergangenen Jahr nahe Sozopol entdeckten "Vampirs" erläuterten, wurde diese Praktik der Vampirbekämpfung gerade im Schwarzmeerraum noch bis ins 20. Jahrhundert und angewandt und wird - glaubt man verschiedenen Volkskundlern, in einigen ländlichen Teilen selbst heute noch aus Angst vor Untoten praktiziert (s.Videos). Insgesamt sind in Bulgarien bislang rund 100 historische "Vampirgräber" bekannt.


Meist seien auf diese Weise verstorbene Intellektuelle und Mediziner behandelt worden, deren Wissen in der mittelalterlichen Gesellschaft auf Argwohn und Aberglaube stieß. Auch Menschen, die schon zu Lebzeiten als schlecht und böse galten, sollten auf diese Weise davon abgehalten werden, ihre Mitmenschen auch noch nach dem Tod zu drangsalieren. Die Lage Position des Fundes 2012 in der Nähe der Apsis des Klosters deutete für die Forscher zudem daraufhin, dass es sich um einen Adligen oder Kleriker handelte.

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Interessanterweise habe man bislang in ganz Bulgarien noch kein Grab eines weiblichen vermeintlichen Vampirs entdeckt. Dies, so zitierte die "Sofia News Agency" (Novonite.com) 2012 den Museumsdirektor Bozhidar Dimitrov, deute daraufhin, dass es zur damaligen Zeit in der Region keinen Hexenwahn gegeben habe bzw. vermeintliche Hexen zumindest nicht auf entsprechende Weise begraben wurden.


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Bonner Wissenschaftler Peter Kreuter auf der suche nach Vampirglauben im Volksglauben nach Transilvanien

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Quellen: dailymail.co.uk, historymuseum.org
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