Montag, 16. September 2013

Bausteine des Lebens: Bislang noch nie gefundene organische Moleküle in Sutter's-Mill-Meteoriten entdeckt

 
Glückstreffer: Eines der wenigen Fotos des Sutter's Mill-Meteoriten am 22. April 2012, hier über Reno. | Copyright: Lisa Warren

Tempe (USA) - In dem am 22. April 2012 über dem nördlichen Kalifornien abgestürzten und nach dem Fundort der meisten Fragmente benannten "Sutter's-Mill-Meteoriten" haben US-Forscher organische Moleküle entdeckt, die so in bislang noch keinem Meteoriten entdeckt wurden. Die Entdeckung legt eine deutlich größere Verfügbarkeit von organischem, kohlenstoffhaltigem außerirdischem Material aus Meteoriten auf der jungen Erde nahe als bislang angenommen und wie sie möglicherweise sogar ausschlaggebend für die molekulare Evolution des Lebens auf der Erde waren.

Wie die Forscher um Sandra Pizzarello von der Arizona State University aktuell im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1309113110) berichten, war es 2012 anhand von Doppler-Wetter-Radardaten sehr schnell möglich, die Fragmente des Meteoriten zu bergen und somit erstmals einen primitiven Meteoriten nur kurze Zeit nach seinem Aufschlag zu untersuchen, der somit nur sehr kurz den irdischen Elementen ausgesetzt war.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +


 Fragmente des Sutter's Mill-Meteoriten. | Copyright: NASA

Für ihre Analysen hatten die Forscher zermahlene Kleinfragmente des Meteoriten in einem sterilen Goldröhrchen verkocht, um so die hydrothermale Bedingungen auf der jungen Erde - beispielsweise in der Nähe von Vulkanen oder Einschlagskratern - zu simulieren.


Wie sich zeigte, lösten sich durch diesen Vorgang sauerstoffhaltige aromatische Verbindungen und komplexe polyether- und esterhaltigen Alkylmoleküle, wie sie noch nie zuvor in Meteoriten nachgewiesen wurden. Die Forscher schließen daraus, dass die molekulare Evolution auf der jungen Erde vom Einfang kohlenstoffhaltiger Meteoriten profitiert haben könnte.


Wie die Forscher abschließend kommentieren, stütze diese Erweiterung des der jungen Erde zur Verfügung stehenden Inventars an organischen Stoffen, die ursprünglich in außerirdischen Umgebungen entstanden waren, die Vorstellung, dass die molekulare Evolution, die der Entstehung des Lebens selbst voranging, von dieser Zufuhr an außerirdischem Material profitiert habe.


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Geochemiker: Irdisches Leben begann wahrscheinlich auf dem Mars 29. August 2013
NASA und SETI suchen fieberhaft nach Fragmenten des Sutter's Mill-Meteoriten 7. Mai 2012

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: asu.edu
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE