Mittwoch, 25. September 2013

Erdenmond ist 100 Millionen Jahre jünger als bislang gedacht


Kollision zweier protoplanetarer Körper im noch jungen Sonnensystem (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Washington D.C. (USA) - Glaubt man der derzeit gängigen Lehrmeinung, so entstand der Mond vor rund 4,568 Milliarden Jahren, als ein Planet von der Größe des Mars (Theia) mit der noch jungen Erde nur kurz nach der Entstehung des Sonnensystems zusammenstieß. Neue Analysen von Mondgestein legen nun jedoch nahe, dass sich diese gewaltige Kollision und damit auch die Entstehung des unseres natürlichen Trabanten vor 4,4 und 4,5 Milliarden ereignete.

Wie Richard Carlson von der Carnegie Institution for Science aktuell auf der "Origin of the Moon"-Konferenz der Royal Society in London berichtete, wäre damit der Erdenmond nicht nur ganze 100 Millionen Jahre jünger als bislang gedacht, diese Erkenntnis würde auch die derzeitige Vorstellungen über die junge Erde und ihren Trabanten verändern. Schließlich habe dieses Szenario, so der Forscher, einige wichtige Konsequenzen, die es nun genauer zu ergründen gelte. "Die Erde könnte zu dieser Zeit beispielsweise schon über eine Ur-Atmosphäre verfügt haben, die von einem solchen Zusammenstoß jedoch zerstört worden wäre."


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Während das Alter des Sonnensystems im Allgemeinen anhand von relativ kleinen Himmelskörpern wie Asteroiden ziemlich genau bestimmt werden kann, ist eine Datierung der Entstehung ganzer Planeten deutlich schwieriger. "Im Vergleich etwa zum Asteroiden Vesta benötigte die Erde sehr viel länger, um auf ihre heutige Größe anzuwachsen. Jeder Wachstumsschritt löscht dabei sozusagen 'Erinnerungen' an frühere Ereignisse (mit deren Hilfe eine zeitliche Zuordnung möglich ist) aus", erläutert Carlson.


Die neuen Analysen legen nun nahe, dass das Gestein, das durch das Abkühlen des globalen Magma-Ozeans, der den Mond kurz nach seiner gewaltigen Entstehung bedeckt haben soll, 4,360 Milliarden Jahre alt ist. Auf der Erde haben Wissenschaftler an mehreren Orten Hinweise auf eine vergleichbar gewaltige Gesteinsschmelze vor 4,45 Milliarden Jahren gefunden.


Die Entstehung des Mondes, so sie sich gemäß der derzeit gängigen Kollisions-Theorie ereignete, müsste also in etwa in diesem Zeitraum und nicht schon, wie bislang angenommen, 100 Millionen Jahre zuvor, stattgefunden haben.

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Quelle: royalsociety.org
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