Samstag, 28. September 2013

Erzeugen Planeten und Dunkle Materie den Sonnenzyklus?


Die durchschnittliche Anzahl der monatlichen Sonnenflecken offenbart drei Gipfel etwa alle 11 Jahre (rot), die alle mit planetaren Gezeiten (Jupiter, Saturn, Venus, Erde, Merkur) einhergehen (blau). | Copyright: Nicola Scafetta

Patras (Griechenland) - Obwohl bereits seit Jahrhunderten beobachtet, gehört der elfjährige Sonnenzyklus, innerhalb dessen die Anzahl der Sonnenflecken ansteigt und abnimmt, noch immer zu den großen Rätseln der Astronomie. Erst kürzlich entdeckten Astronomen, dass während die Helligkeit der Sonne im sichtbaren Lichtspektrum um den Faktor bis zu 10^-3 abnimmt, die Helligkeit im Röntgenspektrum um den Faktor 100 zunimmt. Warum dies so ist, konnten sich auch Astrophysiker bislang nicht erklären. Jetzt stellt ein Team internationaler Wissenschaftler eine neue Theorie vor, wonach die Planeten den Fluss von Dunkler Materie in Richtung Sonne beeinflussen. Tatsächlich stimmt der Sonnenzyklus in seiner Dauer mit der Umlaufzeit der Planeten überein.

Neben der Umlaufzeit von 11,8 Jahren gibt es laut den Forschern um Konstantin Zioutas von der Universität Patras und derzeit am Europäischen Kernforschungszentrum CERN beschäftigt, noch zahlreiche weitere Gezeiten-Resonanzen mit dem elfjährigen Sonnenzyklus bezüglich der Planeten Saturn, Venus, Erde und Merkur.


Zwar sind diese Übereinstimmungen schon längere Zeit bekannt, doch gilt der Gezeiteneinfluss der Planeten als zu gering, als dass Astronomen bislang akzeptieren wollten, dass dieser einen Einfluss auf die Sonne haben könnte.


Wie die Forscher um Zioutas vorab auf "arXiv.org" berichten, gehen sie in ihrer Studie davon aus, dass die Sonne fortwährend von einem Partikelstrom aus Dunkler Materie umflossen wird und das die Gravitationsfelder der Planeten diesen Partikelstrom auf die Sonne bei jeder Umrundung konzentrieren.


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Tatsächlich ist eine derartige Gravitationsbündelung bereits für Licht bekannt, wenn große Massen, beispielsweise ferne Galaxien, das Licht derart in Richtung Erde ablenken, dass hiesige Beobachter dahinterliegende Objekte - durch den sogenannten Gravitationslinseneffekt - vergrößert abgebildet sehen können.
Allerdings ist die Brennweite dieser Gravitationslinsen angesichts der sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegenden Lichtteilchen (Photonen) gewaltig und deutlich größer als der Abstand zwischen den Planeten und der Sonne, erläutert der "The Physics arXiv Blog".

Aus diesem Grund schlagen Zioutas und Kollegen vor, dass sich die Partikel des postulierten Stroms Dunkler Materie deutlich langsamer fortbewegen als das Licht - 
etwa 1/100 oder gar 1/1000 der Lichtgeschwindigkeit. Tatsächlich vermuten Teilchenphysiker eine ganze Vielzahl an Partikeln mit dieser Eigenschaft, beispielsweise Axion-artige Teilchen und sogenannte D-Partikel.


Laut des Berechnungen von Zioutas und Kollegen könnte beispielsweise Jupiter einen solchen Teilchenstrom um den Faktor eine Million verstärken, wodurch die so hervorgerufenen konzentrierter Zusatzenergie und deren Auswirkung auf die Sonne nicht mehr länger negiert werden könnte.


Dieser Einfluss, so die Forscher weiter, könne dann durchaus für die Helligkeitsveränderungen und andere regelmäßig auftretende jedoch ebenfalls bislang rätselhaften Sonnenphänomene verantwortlich sein.


Während sich die Hypothese zunächst interessant anhört, kann leicht übersehen werden, dass auch die Dunkle Materie ein bislang rein theoretisches Konzept ist, sie bislang weder direkt beobachtet, geschweige denn richtig verstanden wurde, wie sie also die Helligkeit der Sonne beeinflussen könnte.


Selbst die Vorstellung, dass es eine bevorzugte Richtung der Dunklen Materie gibt, sei rein spekulativ, kommentiert der ArXiv-Blog. Zur Behauptung, Dunkle Materie könnte also den Sonnenzyklus erklären, sei es also noch ein ziemlich großer Schritt.


Derartiger Kritik begegnet Zioutas mit dem schlichten verweis auf die Übereinstimmung von Gezeitenphänomenen der Planeten und der Dauer des Sonnenzyklus: "(Außer der Dunklen Materie) gibt es derzeit nichts, was diese Übereinstimmung erklären könnte".


- Den vollständigen Fachartikel finden Sie HIER


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Quellen: arxiv.org, medium.com/the-physics-arxiv-blog
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