Mittwoch, 18. September 2013

Forscher finden deutliche Hinweise auf Eisvulkane auf Saturnmond Titan


Die Region "Sotra Patera" gilt als einer der interessantesten Kandidaten für Kryovulkane auf dem Saturnmond Titan. Hier finden sich sowohl ein rund ein Kilometer tiefen Krater als auch einen hoher Berg. Damit gleich die Region in auffallender Weise der Landschaft rund um den japanischen Kirishima-Vulkan. | Copyright: NASA/JPL Caltech/USGS/University of Arizona (Titan), USGS (Erde)

Paris (Frankreich) - Astronomen haben Veränderungen auf der Oberfläche in der Nähe des Äquators des größten Saturnmondes Titan entdeckt, die sie für deutliche Hinweise für sogenannten Kryovulkanismus halten. Der Nachweis solcher aktiven Eisvulkane, die am wahrscheinlichsten von einem unterirdischen flüssigen Ozean gespeist werden, bestärkt auch die Hoffnung, nach der auf dem der jungen Erde ähnlichen Mond auch Leben entstanden sein könnte.

Wie das Team um Anezina Solomonidou vom Observatoire de Paris und der National and Kapodistrian University of Athens auf dem European Planetary Science Congress (EPSC) 2013 in London berichtete, haben sie auf Titan zahlreiche vulkanische Merkmale wie Flussformen, Kalderen und Krater ausfindig gemacht, die entsprechenden geologischen Merkmalen auf der Erde gleichen (s. Abb.).


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Titan selbst besitzt eine dichte und an organischen kohlenstoff-basierten Stoffen reiche Atmosphäre. Zudem vermuten viele Astronomen und Planetenforscher, dass es unter der eisigen Oberfläche des Saturnmondes einen flüssigen Ozean aus Wasser (und möglicherweise Ammoniak) geben könnte. Die geringe Anzahl von Einschlagskratern legt zudem nahe, dass die Oberfläche selbst erst relativ jung und damit dynamisch und aktiv ist. Titan verfügt zudem über Wolken und Regen aus flüssigen Methan, also über einen der Erde ähnlichen Flüssigkeitskreislauf. Die Landschaft auf Titan gleicht der Erde auf erstaunliche Weise: Es gibt Dünen und Seen, Wettererosion und tektonische Merkmale.


"Alle diese Merkmale, zudem die Notwendigkeit eines Methan-Reservoirs und vulkanische Aktivität um das Methan in der Atmosphäre wieder nachzufüllen, stimmen mit der Theorie über aktive Kryovulkane auf Titan überein", so Solomonidou.



Zum Vergleich: Potentielle Lavakanäle auf Titan (l.) und auf irdischen am Vulkan Colima in Mexiko. | Copyright: ESA/ NASA/JPL (Titan), University of Arizona (Erde)

In ihrer aktuellen Studie haben sich die Forscher den potentiell kryovulkanisch aktiven Titan-Regionen "Tui Regio", "Hotei Regio" und "Sotra Patera" angenommen und diese mit dem Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) der Saturnsonde "Cassini" untersucht.


"Es ist uns gelungen mit VIMS die Titan-Atmosphäre zu durchdringen und Oberflächenveränderungen zu entdecken", erläutern die Forscher. "Interessanterweise hat sich die Oberflächenreflektivität bzw. -helligkeit (Albedo) zweier Regionen während unserer Beobachtungszeit verändert: Tui Regio wurde von 2005 bis 2009 dunkler und Sotra Patera wurde von zwischen 2005 und 2006 heller."


Gemeinsam mit den gemessenen Albedo-Spektraleigenschaften, legen derartige Oberflächenveränderungen und die Existenz vulkanartiger Merkmale an der Titanoberfläche (...wir berichteten, s. Links u. Abb.) nahe, dass diese Regionen durch Kryovulkane mit dem in der Tiefe verborgenen flüssigen Ozean verbunden sind, so die Forscher.


"Diese Ergebnisse haben bedeutende Auswirkungen auf das Potential des Staunmondes, Leben hervorgebracht zu haben und zu erhalten, da diese Kryovulkanregionen Umgebungen hervorbringen könnten, die lebensfreundliche Umweltbedingungen aufweisen", so Solomonidou abschließend.


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Quelle: europlanet-eu.org
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