Samstag, 21. September 2013

Geograf kartografiert 3.312 Bigfoot-Sichtungen aus 92 Jahren


Visualisert: 3.312 Bigfoot-Sichtungen von 1924 bis 2013. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung der Karte zu gelangen.) | Copyright: JoshuaStevens.net

University Park (USA) - Der Kartograf und Geografie-Doktorand Josh Stevens von der Pennsylvania State University hat die Sichtungs-Datenbank der amerikanischen "Bigfoot Field Researchers Organization" (BFRO) in einer beeindruckenden Karte Nordamerikas zusammengetragen und damit 3.312 Sichtungsmeldungen aus insgesamt 92 Jahren kartografisch visualisiert.

"Dann und wann stößt man auf Datensätze, die man einfach kartieren muss. Der Datenbestand der BFRO ist ein solcher Fall", erläutert Josh Stevens (joshuastevens.net) seine aktuelle Arbeit einleitend.


"Bigfoot. Sasquatch. Skookum. Yahoo. Ganz gleich wie man ihn nennt, dieser riesige, menschenähnliche Affe ist ein Teil unserer Folklore. Von Geschichten über den Yeti im Himalaya bis hin zu den wilden Männern des pazifischen Nordwestens - überall erzählen die Menschen davon und haben schon seit Jahrhunderten versucht, dieses Wesen zu finden.


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Ab und zu tauchen die ein oder anderen Beweise auf - beispielsweise der berühmte Patterson-Gimlin-Film von 1967 (...wir berichteten) - nähren unsere Faszination oder werden als Schwindel abgetan. In beiden Fällen ist es einfach zu verstehen, warum 'Gläubige' nach weiteren Beweisen such und 'Skeptiker' weiterhin zweifeln.


Durch die archivarische Arbeit und Berichte, die direkt an die Internetseite geschickt werden können, hat die Bigfoot Field Researchers Organization (BFRO) eine Datenbank mit Tausenden von Sasquatch-Sichtungen zusammengetragen. Jeder Bericht ist geokodiert (also dem Sichtungsort zugeordnet) und chronologisch geordnet. In einigen Fällen liegen sogar Fotos und Videos der Beweise vor."


Die so entstandene Karte Nordamerikas visualisiert insgesamt 3.313 Sichtungen der legendären "Waldmenschen" Nordamerikas von 1921 bis 2013 (s.Abb.o.).


Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Sichtungen nicht gleichmäßig über Nordamerika verteilt sind. Hierzu erläutert Stevens: "Zunächst könnte man glauben, man blicke auf eine Karte der Bevölkerungsverteilung. Tatsächlich könnte man ja auch vermuten, dass die meisten und regelmäßigsten Sichtungen sich in stärker besiedelten Gegenden zutragen. Eine bivariater (zweidimensionaler) Blick auf die Daten zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild: Es gibt bestimmte Regionen, in denen Sichtungen unglaublich häufig sind, obwohl sie nur dünn besiedelt sind. Auf der anderen Seite gibt es in einigen der am dichtesten besiedelten Regionen fast keinerlei Sasquatch-Sichtungen."



Sasquatch-Sichtungen mit Bezug zur Verteilung der (menschlichen) US-Population. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) Zur Erläuterung des Farbcodes: Grün bedeutet: viel Bevölkerung - wenig Sichtungen. Hell-lila: wenig Bevölkerung und viel Sichtungen. Weiß: viel Bevölkerung - viel Sichtungen. Schwarz: wenig Bevölkerung - wenig Sichtungen. | Copyright: JoshuaStevens.net

Stevens selbst erklärt, dass er für diesen Umstand keine wirklich gute Erklärung hat. Allerdings fehle im auf dem Gebiet der Bigfoot-Forschung (Kryptozoologie) auch jegliche Expertise. "Für mich wird aber anhand der Daten eines klar: Wenn es den legendären Zweibeiner wirklich gibt, so zieht er gen Westen."


Möglicherweise, so spekuliert der Geologe und Kartograf, spielt das Terrain und der Lebensraum eine wichtige Rolle bei der Verteilung der Berichte. "Man sollte beachten, dass die Karte nur Berichte über Sichtungen visualisiert und nicht tatsächlich nachgewiesene Exemplare", so Stevens.


"Selbst wenn in Wirklichkeit kein Bigfoot in der Nähe ist, so könnte es in unwegsamem Gelände oder in einem dichten Wald manchmal schwierig sein zu bestimmen, ob da gerade nur irgendwo ein Ast geknackt hat, oder ob sich da ein riesiger Primat herumschleicht. Das Bedürfnis zumindest zu denken, dass man einen Bigfoot gesehen hat, könnte gerade dann besonders groß sein, wenn man zuvor bereits Berichte über derartige Wesen in der eigenen Umgebung gehört hat. Eine Kombination aus Umwelt und Legenden könnte zumindest ermüdete Wanderer inspirieren. Derartige Umweltfaktoren könnten mit einer 'dasymetrischen Karte' ergründet werden, die den Lebensraum berücksichtigt und Wildnis von besiedelten Gebieten unterscheidet. Zudem basieren meine Populationsdaten auf denen der US-Volkszählung, die wiederum lediglich wiedergibt, wo Menschen leben bzw. wohnen. Diese 'Wohnorte' unterscheiden sich aber oft von jenen Orten, an denen wir 50 Prozent unserer Zeit verbringen, beispielsweise wo wir arbeiten oder reisen. Zu dieser Differenz liegen jedoch leider kaum Daten vor."


Auch spiegele die Karte zugleich auch eine gewisse Tendenz wieder, da sie auf den Daten eine US-Internetseite basiere, in der auch Berichte aus den USA überwiegen und innerhalb derer auch der Berichtmechanismus nicht ganz präzise sei. So erlaube die BFRO-Seite beispielsweise in Ermangelung genauer Koordinaten zur Sichtung selbst, lediglich die Angabe der nächstgelegenen Stadt: Diese könnte in Wirklichkeit aber Meilen vom Sichtungsort entfernt liegen.


"Abschließend bin ich selbst nicht davon überzeugt, dass Nachfahren des Gigantopithecus in im pazifischen Nordwesten Amerikas verstecken spielen. Wenn aber respektierte Menschen wie der Survivorman Les Stroud und die Primatologin Jane Godall davon überzeugt sind, dass hinter all dem mehr als nur ein Mythos steckt, so denke ich, dass dies zumindest eine ordentliche Karte wert ist. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wie ich über die Daten gestolpert bin, aber ich bin froh, dass es passiert ist."


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