Freitag, 13. September 2013

Good bye Jurassic Park? - Next Generation Sequencing findet keine Dino-DNA in Bernsteinfossilien


Fragliche Quelle für Dino-DNA: Eine im Bernstein eingeschlossene Stechmücke. | Copyright: Didier Desouens, CC-by-Sa 3.0

Manchester (England) - Es war im wahrsten Sinne die Science-Fiction-Fantasie der 1990er Jahre überhaupt: Nicht zuletzt aufs Neue inspiriert von Steven Spielbergs "Jurassic Park" hofften Wissenschaftler in im Bernstein eingeschlossenen Stechmückenfossilien Dino-Blut und darin brauchbare DNA der Urzeit-Giganten zu finden, um damit in naher Zukunft lebensfähige Dinosaurier klonen zu können. Nach umstrittenen Berichten über die tatsächlich Extrahierung von 130 Millionen Jahre alter Dinosaurier-DNA erwiesen sich schnell als Verunreinigungen mit moderner DNA, doch die Behauptungen der beteiligten Klon-Forscher, es sei tatsächlich gelungen, halten sich bis heute. Jetzt haben britischen Wissenschaftler eine umfassende Analyse von Bernsteinfossilien veröffentlicht und schlussfolgern, dass es höchst unwahrscheinlich sei, in Bernstein-Insketen Dino-DNA zu finden.

Wie die Forscher um den Bernstein-Experten Dr. David Penney und den Fachmann für urzeitliche DNA Professor Terry Brown von der University of Manchester aktuell im Fachjournal "The Public Library of Science ONE" (PLoS ONE; DOI: 10.1371/journal.pone.0073150) berichten, nutzten sie die hochempfindliche Methode der sogenannten "Sequenzierung der nächsten Generation" (Next Generation Sequencing), um Insekten in sogenannten Copalen, also halbfossilen Harzen und damit sozusagen dem Vorgänger des ausgehärteten Bernsteins, um unter höchsten Vorsichtsmaßnahmen vor Kontamination mit moderner DNA, nach urzeitlicher DNA in den Dino-Moskitos zu suchen.


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Aus dem Umstand, dass selbst dieses, auf dem neusten Stand der DNA-Analyse durchgeführten Verfahren keine positiven Ergebnisse erbrachte, schließen die Wissenschaftler, dass die Wahrscheinlichkeit, dass brauchbare DNA in urzeitlichen Harzeinschlüssen überdauert haben kann, noch unter jener liegt, DNA im Innern luftgetrockneter Museumspräparate von Stechmücken zu finden.


"Obwohl die Vorstellung zunächst verlockend ist, dass DNA durch den unmittelbaren Tod der Insekten und die direkte Isolation die Konservierung von DNA fördert, zeigen unsere Ergebnisse, dass dem leider nicht so ist", kommentiert Penney. Das Jurassic-Park-Szenario bleibe also leider eine Fiktion.


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Quelle: manchester.ac.uk
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