Mittwoch, 18. September 2013

Raman-Spektroskopie: Spektraler Kunstdetektiv soll Mikroben auf dem Mars nachweisen

 
Künstlerische Darstellung des Rovers der ESA-Mission "ExoMars" (Illu.). | Copyright: ESA

London (England) - Normalerweise wird ein sogenanntes Raman-Spektroskop zur Materialanalyse und zur Untersuchung von Kunstgegenständen eingesetzt. 2018 soll ein solches Instrument mit der europäischen Mission "ExoMars" zum Roten Planeten reisen und dort nach Mikroben suchen.

Wie Dr. Lewis Dartnell von der University of Leicester aktuell auf dem "European Planetary Science Congress" (EPSC 2013) in London berichtete, könne die Raman-Spektroskopie Mikroorganismen noch nachweisen, selbst wenn diese bereits durch die schädliche kosmische Strahlung, der der Mars ohne dichte Atmosphäre und planetares Magnetfeld nahezu ungeschützt ausgesetzt ist, zerstört wurden.

"Die Raman-Spektroskopie ist eine wunderbar sensible und vielseitige Technologie. Mit ihr können wir Merkmale von Mineralien im Innern von Felsen nachweisen und somit auch Rückschlüsse auf die Mikroumwelt ziehen, die im Innern dieses Gesteins vielleicht Leben ermöglichen könnte. Wir können mit ihr aber auch organische Moleküle und damit Spuren des Lebens direkt nachweisen", so der Wissenschaftler.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Anhand eines Modellbakteriums, von dem die Wissenschaftler ausgehen, dass es jenen Mikroorganismen gleichen könnte, die - wenn überhaupt - auf dem Mars zu erwarten wären, konnten die Forscher zeigen, dass mittels der Raman-Spektroskopie die eindeutig biologischen Carotinoid-Moleküle dieser Bakterien deutlich nachgewiesen werden konnten.

Selbst nachdem die Forscher die Bakterien den widrigen Bedingungen auf der Marsoberfläche und sogar einer Strahlung von 15.000 Gray - und damit dem Tausendfachen der für Menschen tödlichen Strahlungsmenge - ausgesetzt hatten, konnten noch eindeutige Signaturen dieser Zellen detektiert werden, obwohl diese selbst durch die Strahlung vollständig zerstört worden waren.

"Es ist uns gelungen zu zeigen, wie die eindeutigen Signaturen von Leben aussehen können, selbst wenn dieses Leben durch energetische Strahlung bereits gänzlich zerstört wurde", so Dartnell. In nächsten Schritten wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, wie auch andere Biomarker selbst nach ihrer Zerstörung durch die kosmische Strahlung auf der Marsoberfläche noch nachgewiesen werden können.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Vertrag über Mission "ExoMars" - Europa und Russland suchen 2016 und 2018 gemeinsam Leben auf dem Mars 16. März 2013

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: europlanet-eu.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE