Dienstag, 1. Oktober 2013

Sonde findet erstmals Plastik-Zutat auf fremden Himmelskörper


Blick der Cassini-Sonde auf die Nachtseite des größten Saturnmondes Titan: Das Sonnenlicht bricht von hinten durch die dichte Atmosphäre des Mondes und bildet so den Farbring. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Greenbelt (USA) - Die NASA-Saturnsonde "Cassini" hat auf dem Saturnmond Titan - und damit erstmals überhaupt - Propylen (Propen) und damit eine der Hauptzutaten bei der Herstellung von irdischem Plastik, auf einem fremden Himmelskörper entdeckt.

Wenn auch in kleinen Mengen, so wurde das Propylen dennoch mit dem Infrarotspektrometer (CIRS) an Bord der Sonde in der unteren Titan-Atmosphäre identifiziert.


Wie die Forscher um Conor Nixon vom Goddard Space Flight Center der NASA aktuell im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" berichten, findet sich die Chemikalie überall in unserer täglichen Umgebung und wird auf Plastikprodukten mit der Kennziffer 05 (PP) für Polypropylen ausgewiesen.


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Die Kohlenwasserstoffe auf Titan bilden sich dadurch, dass das Sonnenlicht das in der Titan-Atmosphäre reichhaltig vorhandene Methan aufbricht und die so befreiten Teile sich nun mit zwei oder drei weiteren Kohlenstoffen zu Ketten verbinden kann. Zur Familie der Chemikalien mit zwei Kohlenstoffen gehören unter anderem das brennbare Gas Ethan. Propan hingegen gehört zur chemischen Familie mit drei Kohlenstoffen.


Der Nachweis der Kunststoff-Zutat auf dem Saturnmond fülle eine bislang rätselhafte Lücke in den Titan-Beobachtungen durch die Sonde "Voyager 1" bei deren erstem direkten Vorbeiflug an dem Saturnmond im Jahre 1980. Damals identifizierte die Sonde zahlreiche Gase in der dunstigen Atmosphäre. Darunter Kohlenwasserstoffe, aus denen Erdöl und andere fossile Brennstoffe auf der Erde bestehen.


Mit Propan und Propin konnte die Sonde damals zwar sowohl die schwersten und leichtesten Vertreter letzterer Familie - nicht jedoch das mittelschwere Propylen - auf Titan nachweisen können. Auch spätere Beobachtungen mit erdgestützten Teleskopen konnten die eigentlich zu erwartende Chemikalie auf dem größten Saturnmond nicht finden


"Der jetzt mit CIRS gelungene Nachweise befördert unsere Zuversicht, dass wir auf Titan noch weitere bislang verborgenen Chemikalien finden werden", so der Goddard-Wissenschaftler Michael Flasar.


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Quelle: NASA/JPL
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