Montag, 16. September 2013

Studie: Außerirdisches Leben könnte Reise zur Erde überstehen


Künstlerische Darstellung eines Einschlags auf der jungen Erde. | Copyright: Don Davis/NASA

Canterbury (England) - Panspermie bezeichnet jene Theorie, nach der das Leben in Form von Mikroorganismen durch die bei Einschlägen losgeschlagenen Trümmer eines belebten Planeten, sich auf andere Planeten und Monde ausbreiten kann und so auch das heute irdische Leben einst aus dem All die junge Erde befruchtete. Eine aktuelle Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass das irdische Leben selbst nicht hier entstand, sondern vielmehr einst vom Mars zur Erde gelangt sei (...wir berichteten). Eine neue Studie hat sich nun der Frage angenommen, ob das Leben aber ein solches Szenario, vom die Trümmerteile verursachenden Einschlag auf dem "Mutterplaneten" bis hin zum Sturz auf die Erde, überhaupt überstehen könnte.

Wie die Forscher um Dina Pasini von der University of Kent aktuell auf dem "European Planetary Science Congress" berichteten, stellte sich das Team die Frage, ob selbst die an die härstesten Umweltbedingungen angepassten uns bekannten Lebensformen - sogenannte Extremophile - zunächst den Einschlag, dann die Reise durch das All, den Sturz durch die Erdatmosphäre und den erneuten gewaltigen Aufschlag auf der Erdoberfläche überleben könnten


Für ihre Untersuchungen nutzen die Forscher tiefgefrorene Proben der einzelligen Tiefsee-Alge (Nannochloropsis oculata) und setzten diese einer Vielzahl von Bedingungen aus, wie sie wohl auch jene Lebensformen überlebt haben müssten, die aus dem All zur Erde gelangt sein sollen.



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Zum einen wurden gefrorene Pellets der Algen mit einer Hochgeschwidigkeitspistole in Wasser hineingeschossen, um dann die Proben daraufhin zu untersuchen, ob einige Exemplare diesen simulierten Einschlag in ein irdisches Urmeer oder eine vergleichbare Umwelt überstanden haben könnten.


"Wie wir erwartet hatten, erhöhte eine gesteigerte Geschwindigkeit die Menge der bei diesem Vorgang absterbenden Algen", erläutert Pasini. "Doch selbst bei 6,93 Kilometern pro Sekunden, überstand noch ein kleiner Teil der Proben den Einschlag und von einer derartigen Einschlagsgeschwindigkeit wäre auch bei dem Einschlag eines Meteoriten auf einen erdähnlichen Planeten auszugehen."


Neben dem Einfrieren und einem Einschlag könnten derartige Lebensformen auch sonstigen Widrigkeiten des vorgegebenen Szenarios widerstehen, wenn sie etwa im Innern von Eis und Gestein vor der schädigenden stellaren und kosmischen Strahlung geschützt währen. Auch hier steige die Überlebenschance entsprechender Organismen mit zunehmender Tiefe, in der sie in ihren kosmischen Geschossen (Kometen, Asteroiden, Meteoriten...) eingeschlossen sind, so die Forscher.


Auch die Erhitzung während des Eintritts in die Erdatmosphäre spiele für die Frage der im Innern von Meteoriten eingeschlossenen Lebensformen kaum eine Rolle, da dieser Vorgang nur eine vergleichsweise dünne Außenschicht der Impaktkörper - die sogenannte Fusionskruste - erhitze.


Abschließend zeigen sich die Forscher um Pasini überzeugt davon, dass Panspermie zwar noch nicht bewiesen sei, die notwendigen Grundlagen jedoch nicht den Fakten des gezeichneten Szenarios widersprechen: "Unsere Untersuchungsergebnisse werfen die Frage auf, ob Leben, dass wir vielleicht einmal auf einem anderen Planeten finden werde, wirklich auch fremd bzw. 'außerirdisch' oder ob es mit dem irdischen Leben nicht verwandt ist? Trifft letzteres zu, so stellt sich zudem die Frage, ob dieses Leben einst uns befruchtet hat oder ob es selbst ursprünglich von der Erde stammt. Derzeit können wir diese Fragen natürlich noch nicht beantworten, aber die Fragen alleine sind - das zeigt unsere Studie - nicht soweit hergeholt, wie sie zunächst vielleicht klingen mögen."


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Geochemiker: Irdisches Leben begann wahrscheinlich auf dem Mars 29. August 2013
 
Bor: Marsmeteorit beinhaltet Schlüsselchemikalie der RNA 18. Mai 2013


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