Montag, 2. September 2013

Superschweres Element 115 kurz vor der Anerkennung

 
Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger von GSI, mit dem Calcium-Ionen zur Erzeugung von Element 115 beschleunigt wurden. | Copyright: Gaby Otto / Gaby Otto/GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Darmstadt (Deutschland) - Internationalen Wissenschaftlern ist es gelungen, einen Weg aufzuzeigen, wie man neue superschwere Elemente direkt identifizieren kann. Mit der neuen Methode ist es nun auch möglich, frühere Hinweise auf die Existenz des lange Zeit umstrittenen superschweren Elements 115 zu bestätigen.

Als "superschwere Elemente" werden Elemente jenseits der Ordnungszahl 114 bezeichnet. Sie werden künstlich erzeugt und zerfallen in der Regel nach sehr kurzer Zeit. Erste Mitteilungen über die Entdeckung eines Elements mit der Ordnungszahl 115 stammen von Experimenten in Russland aus dem Jahr 2004. Allerdings reichten diese indirekten Ergebnisse für eine offizielle Entdeckung bisher nicht aus.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Wie das Team um Physiker der Univesitet Lund aktuell im Fachjournal "Physical Review Letters" erläutert, werden wurde zunächst am Institut für Kernchemie der Universität Mainz das exotische Element Americium auf eine dünne Folie aufgebracht und diese dann an der Beschleunigeranlage des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung mit Calcium-Ionen beschossen. Mit einem speziellen Detektorsystem konnten dabei so erstmals zusammen mit dem Alphazerfall des neuen Elements auch Photonen nachgewiesen werden. Die gemessene Photonenenergien entsprechen dabei denjenigen, die für die Röntgenstrahlung von Zerfallsprodukten von Element 115 vorhergesagt wurden, und stellen damit einen "Fingerabdruck" des Elements dar.


"Das Experiment kann als eines der wichtigsten Experimente der letzten Jahre auf diesem Forschungsfeld bezeichnet werden, weil endlich klar ist, dass dieser Fingerabdruck auch bei den allerschwersten Elementen genommen werden kann", stimmen Dirk Rudolph, Professor am Institut für Kernphysik der Universität Lund, und Christoph Düllmann, Professor an der Universität Mainz und leitender Wissenschaftler bei GSI und dem HIM, überein. "Das Ergebnis gibt zum einen großes Vertrauen in bereits gewonnene Daten und legt zum anderen den Grundstein für zukünftige Messungen dieser Art."


Noch hat das Element 115 jedoch keinen offiziellen Namen. Erst nach einer Begutachtung durch ein Komitee aus Mitgliedern internationaler Physik- und Chemieorganisationen werde entschieden, ob es noch weiterer Experimente bedarf, um die Entdeckung des neuen Elementes anzuerkennen, berichtet die Pressemitteilung des GSI (gsi.de). Erst nach endgültiger Anerkennung könne über die Namensgebung entschieden werden.


Neben den Röntgenereignissen erhielten die Wissenschaftler bei ihren Messungen weitere Daten, die erstmals einen tieferen Einblick in die Struktur der allerschwersten zurzeit bekannten Atomkerne geben. Dies wird verbesserte Vorhersagen zu den Eigenschaften von Kernen jenseits der Grenze aktuellen Wissens erlauben.


Hintergrund: Element 115 und UFOs

Erste Berühmtheit erlangte Element 115, 1989, als Area 51 Whistleblower Bob Lazar gegenüber dem Sender KLAS-TV behauptete, dass im Abschnitt S4 der Basis außerirdische Fluggeräte, mit Hilfe dieses Elementes betrieben würden.

Nach der ersten Entdeckung von Element 115, 2004 durch russische Wissenschaftler, die als Nachweis für eine offizielle Anerkennung jedoch noch nicht ausreichend war, sprach der Reporter George Knapp ein weiteres Mal mit Bob Lazar, welcher die Entdeckung als Beweis für seine Aussagen deutete. Weiter sagte Lazar: "Ich hoffe die Forschung geht weiter und man wird in der Lage sein verschiedene Isotope von Element 115 herzustellen. Diese Verbindungen sollten dann stabiler sein. Dafür interessieren wir uns."


Bisher gibt es jedoch noch keine konkreten Hinweise, dass das Element stabil genug gehalten werden könnte, um es in der von Lazar vorgeschlagenen Weise für ein Antriebssystem nutzbar machen zu können. (Quelle: exopolitik.org)

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: gsi.de, exopolitik.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE