Donnerstag, 19. September 2013

Urzeit-Skorpion: Fossilien des ältesten Landlebewesens Gondwanas entdeckt


Der versteinerte Stachel des bislang ältesten Landlebewesens Gondwanas. | Copyright/Quelle: Robert Gess, University of the Witwatersrand

Johannesburg (Südafrika) - Am südafrikanischen Ostkap haben Evolutionsbiologen die fossilen Überreste des bislang ältesten Landlebewesens auf der Südhalbkugel gefunden. Der Skorpion Gondwanascorpio emzantsiensis, lebte vor 350 Millionen Jahren noch auf dem südlichen Großkontinent Gondwana.

Entdeckt wurde der Urzeit-Skorpion von Dr. Robert Gess von der University of the Witwatersrand in der devonischen Wittenberg nahe Grahamstown. Seinen Fund hat der Forscher aktuell im Fachjournal "African Invertebrate" beschrieben.


"Der Landgang des Lebens", so erläutert Gees seinen Fund, "begann während der silurischen Periode (Silur) vor rund 420 Millionen Jahren. Die erste Welle von Lebewesen, die aus dem Wasser an Land gingen bestand aus Pflanzen, die während des Devon zusehends größer wurden. Diese erste Kolonisation der Landmassen wurde dicht gefolgt von pflanzenfressenden wirbellosen Tiere, wie primitiven Insekten und Tausendfüßern. Gegen Ende des Silurs, vor rund 416 Millionen Jahren, ernährten sich dann schon die ersten wirbellosen Raubtiere von ihren pflanzenfressenden Vorgängern - darunter Skorpione und Spinnen. Zur Zeit des Karbon (vor rund 360 Millionen Jahren) tauchten dann die ersten Wirbeltiere - unsere vierbeinigen Vorfahren - aus dem Wasser an Land auf und ernährten sich wiederum von den Wirbellosen."


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Schere des Skorpions.Robert Gess, University of the Witwatersrand

Obwohl bereits bekannt war, dass der damalige nördliche, aus dem heutigen Nordamerika und Asien bestehende Großkontinent Laurasia bereits während des späten Silurs von verschiedenen Wirbellosen bewohnt war, so war dieser Superkontinent während des Devon doch von Gondwana durch einen tiefen Ozean getrennt. Beweise für eine derart frühe Kolonialisierung durch Landtiere lagen bislang nur von der nördlichen nicht jedoch von der südlichen Hemisphäre vor. "Zum ersten Mal wissen wir durch den aktuellen Fund nun, dass nicht nur Skorpione sondern auch deren Beutetiere während des Devons Gondwana besiedelt haben. Somit wissen wir auch, dass nicht nur Laurasia sondern auch Gondwana über ein komplexes Ökosystem mit Pflanzen und Wirbellosen verfügte, das somit auch die Nahrungsgrundlage für Wirbeltiere bieten konnte, die nur weniger Zeit später erschienen."


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Quelle: wits.ac.za
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