Freitag, 27. September 2013

Wasser im Marsboden entdeckt


Archiv: Der Mars-Rover "Curiosity" im Einsatz. | Copyright NASA

Troy (USA) - In Bodenproben hat die mobile Laboreinheit "Curiosity" der aktuellen NASA-Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) erstmals Wasser nachgewiesen. Das kostbare Nass sei sogar in derart hohen Konzentrationen im Marsboden gebunden, dass es von zukünftigen bemannten Missionen zum Roten Planeten als Wasserquelle genutzt werden könne.

Wie die Forscher um Laurie Leshin vom Rensselaer Polytechnic Institute aktuell in einer Sonderausgabe des Fachjournals "Science" (
DOI: 10.1126/science.1238937) berichten, handelt es sich um die bislang faszinierendste Entdeckung der ersten von Curiosity analysierten Feststoffproben. "Etwa zwei Prozent des Mars-Oberflächenbodens besteht aus Wasser", so die Forscherin. "Das ist eine großartige Ressource und von wissenschaftlicher Bedeutung." Ebenfalls in der Probe vorhanden waren signifikante Mengen an Kohlendioxid, Sauerstoff und Schwefelverbindungen.

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Auf die Spur des im Boden gebundenen Marswassers kamen die Wissenschaftler mit dem Chromatographen, dem Massenspektrometer und einem Laser-Spetrometer des SAM-Instruments (Sample Analysis at Mars) an Bord des Rovers, mit dem eine Vielzahl chemischer Komponenten und die Isotopenverhältnisse der jeweiligen Schlüsselelemente identifiziert werden können. In dem die Bodenproben aus dem als "Rocknest" bezeichneten Grabungsort des Rovers auf 835 Grad Celsius erhitzt wurden, konnten die darin enthalten Chlor und Sauerstoff, sowie wahrscheinlich Chlorate und Perchlorate nachgewiesen werden, wie sie bislang nur in Höhenlagen auf dem Mars entdeckt wurden. Der Umstand, dass Curiosity diese Bestandteile nun auch in der Äquatornähe im Oberflächenboden des Roten Planeten ausfindig machen konnte zeige deren globale Verteilung. Zugleich legt die Analyse das Vorhandensein von Karbonaten nahe, wie sie sich auf der Erde nur in Anwesenheit von Wasser bilden.


Da das Isotopenverhältnis im Boden den zuvor schon in der Atmosphäre gemessenen Werten gleicht, schlussfolgern die Forscher zudem, dass die Oberfläche - wahrscheinlich durch Sand- und Staubstürme - schon recht intensiv mit der Atmosphäre interagiert hat.


Obwohl die Forscher mit SAM auch organische Stoffe in den ersten Proben identifizieren konnten, glauben sie, dass es sich hierbei aller Wahrscheinlichkeit nach um Reste irdischer Stoffe handelt: "Im vor der kosmischen Strahlung und der Oxidation ungeschützten Marsboden selbst ist es unwahrscheinlich, dass sich organische Verbindungen längere Zeit erhalten." Nach wirklich marsianischen organischen Molekülen soll der Rover zukünftig durch Bohrungen in größere Tiefen fahnden, wo sich diese Komponenten erhalten haben könnten.


Der Nachweis von im Marsboden gebundenem Wasser habe direkte Konsequenzen für zukünftige Marsmissionen: "Wir wissen jetzt, dass es auf dem Mars einfach zu erreichendes Wasser gibt", so Leshin. "Wenn wir irgendwann einmal Menschen auf den Mars schicken, so brauchen diese einfach nur Bodenproben ein wenig zu erhitzen, um Wasser zu erhalten."


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Quelle: rpi.edu
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