Dienstag, 22. Oktober 2013

SETI: Neue Methode soll außerirdische Transmitter-Sonden im und außerhalb des Sonnensystems finden

Schematische Darstellung des Gravitationslinsenffekts. | Copyright: gemeinfrei

Liège (Brüssel) - Die Idee, dass außerirdische Sonden unser Sonnensystem bereits erkundet haben und bis heute unerkannt und unentdeckt dies immer noch tun, ist eine von vielen faszinierenden Antwortmöglichkeiten auf das sogenannte Fermi-Paradoxon. Dieses hinterfragt, warum wir bis heute keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für die Existenz außerirdischer Intelligenzen gefunden haben, obwohl diese doch alleine aufgrund der Wahrscheinlichkeiten eigentlich schon rein statistisch anzunehmen ist. In einem neuen Szenario entwirft ein belgischer Astrophysiker nun die Idee, dass hochentwickelte Zivilisationen anderer Planetensysteme ihre Nachbarsterne - und damit möglicherweise auch unsere Sonne - als Gravitationslinsen zur Kommunikation untereinander nutzen könnten. Der Wissenschaftler zeigt zugleich auf, wie diese Theorie sogar heute schon überprüft, entsprechende Sonden gefunden und sogar als neue Methode zur direkten Suche und Kommunikation mit den Herstellern dieser etwaigen Maschinen genutzt werden könnte.

Hierzu, so berichtet Michael Gillon vom Institut d’Astrophysique et de Géophysique an der Université de Liège vorab auf "arXiv.org", müssten sozusagen die jeweiligen Brennpunkte bzw. Brennregionen der uns umgebenden direkten Nachbarsterne mit Bezug auf unsere eigene Sonne nach möglichen Kommunikations-Sonden abgesucht werden.


Zwar seien die so skizzierten Sonden zwar wahrscheinlich zu klein, um direkt oder dadurch, dass sie ihre Sterne während eines Transits teilweise verdecken (Transits), entdeckt werden zu können, dennoch könnte eine multispektrale Beobachtungskampagne Datenlecks solcher Sonden - so vorhanden und entsprechend kommunizierend - aufspüren.


Eine andere Variante, das von Gillon skizzierte Szenario zu nutzen wäre die, dass wir - sozusagen auf gut Glück - Botschaften direkt auf bzw. in entsprechenden Brennpunkt-Regionen senden, um so eine Reaktion jener Zivilisationen auszulösen, die hier möglicherweise entsprechende Sonden stationiert haben könnten.


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Zwar sei unsere eigenen Zivilisation auch nach rund 200 Jahren technologischer Entwicklung immer noch nicht in der Lage, Sonden in überschaubarer Zeit - also binnen weniger Jahrzehnte - zu einem unserer nächsten Nachbarsterne zu senden, doch spreche - so der Forscher - schon heute nichts gegen ein solches Projekt.


Gerade die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Raumfahrtforschung, der Nanotechnologien, der Robotik und der Elektronik, kombiniert mit den neusten Entwicklungen auf dem Gebiet der Fusionsreaktorforschung und Sonnensegeln, deute schon heute daraufhin, dass eine solche Reise schon in näherer Zukunft möglich sein wird.


Sollte es also außerirdische Zivilisationen in unserer stellaren Nachbarschaft und darüber hinaus geben oder gegeben haben, die lange genug existierten, um entsprechenden Technologien - etwa sich selbst erneuernde und replizierende Robotersonden (sog. v.Neumann-Sonden) - zu entwickeln, könnten diese auch schon heute auch unser Sonnensystem erreicht haben und vielleicht sogar noch hier sein.


Der Umstand, dass derartige außerirdische Artefakte im Sonnensystem bislang (angeblich) noch nicht gefunden wurden, wird von einigen Forschern als starkes Argument gegen die Existenz solcher Zivilisationen verwendet. Doch nicht zuletzt Gillon verweist darauf, dass selbst die bereits durchgeführten Suchen nach solchen Sonden bislang zwar erfolglos verliefen, diese aber zugleich nur einen sehr kleinen Teil unseres Sonnensystem abdeckten. "Angesichts eines Rauminhalts von etwa 500 Trilliarden Kubik-Astronomischen-Einheiten (1 AU = Abstand zwischen Sonne und Erde) des bis zur Oortschen Wolke reichenden Sonnensystems, ist die Behauptung, in unserem Sonnensystem gäbe es keine solche Sonden, mehr als verfrüht", so der Forscher.


Schon 1979 hatte der Astrophysiker v. Eshleman vorgeschlagen unsere eigene Sonne als Gravitationslinse astronomisch wie aber auch zur interstellaren Kommunikation zu nutzen.


Als Gravitationslinseneffekt wird in der Astronomie die Ablenkung von Licht durch schwere Massen, also durch Sterne, planetare Wolken oder gar ganze Galaxien bezeichnet. Grundsätzlich wird dabei das Licht einer entfernten Quelle, wie etwa das eines Sterns, einer Galaxie oder eines anderen astronomischen Objekts durch ein vom Betrachter aus gesehen davorliegendes Objekt - die sogenannte Gravitationslinse - derart beeinflusst, sodass die Position der Quelle am Himmel verschoben erscheint und dieses so sichtbar wird. Auch kann ihr Bild dabei verstärkt, verzerrt oder sogar vervielfältigt werden.


Auf diese Weise, könne mit einer Frequenz von 32 GHz durch den Gravitatonslinseneffekt derart verstärkt werden, dass eine Kommunikation zwischen unserem Sonnensystem und dem um den uns am nächsten gelegenen Nachbarstern Alpha Centauri A schon mit moderater Übertragungsenergie möglich wäre. Alleine schon mit dem fokussierenden Potential unserer eigenen Sonne könnten wir in der Lage sein, mit einer einen unserer Nachbarsterne umkreisende irdische Sonde kommunizieren.


Wie "Discovery.com" erläutert, könnte schon die "Allen Telescope Array" im nördlichen Kalifornien könnte in der Brennpunkt-Region zwischen Sonne und Alpha Centauri, die auf nach ungewöhnlichen Strahlungswerten, wie sie auf besagte Datenlecks der beschriebenen Sonden hindeuten könnten, fahnden.


- Den vollständigen Fachartikel vin Gillon finden Sie HIER

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Quelle: arxiv.org, discovery.com
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