Donnerstag, 3. Oktober 2013

Science Camp in Hessdalen 2013 - Ein grenzwissenschaftlicher Reisebericht aus Norwegen - Teil 1


Blick über das Hessdalen und Umgebung. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Hessdalen (Norwegen) - Seit 2002 veranstaltet das norwegische Østfold University College jedes Jahr das sogenannte "Science Camp". Hierbei werden Schüler und Studenten von und gemeinsam mit Lehrern, Wissenschaftlern und Forschern im norwegischen Hessdalen an die Methoden und Ansprüche aktiver wissenschaftlicher Feldforschung herangeführt und mit technischer Ausrüstung vertraut gemacht. Inhalt der nächtlichen Beobachtungen sind bis heute unerklärte Lichtphänomene, die schon seit mehr als 100 Jahren über dem Hochtal gesichtet und seit Mitte der 1980er Jahre auch wissenschaftlich beobachtet und ausführlich dokumentiert werden konnten. In diesem Jahr war neben deutschen Hessdalen- und UFO-Forscher auch GreWi-Herausgeber Andreas Müller aktiv am "Science Camp 2013" und rund um die Erforschung der Hessdalen-Phänomene vor Ort dabei.

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In Ermangelung genügender Teilnehmer an einem von "grenzwissenschaft-aktuell.de" gemeinsam mit dem Astrofotografen und Hessdalen-Forscher Bernd Pröschold (hessdalen.de) angebotenen Workshop, machte sich eine kleine Gruppe deutscher Forscher Anfang September alleine auf die Reise ins norwegische Mittelgebirge, um eine Woche lang dem Hessdalen-Phänomen auf die Spur zu kommen und auch am diesjährigen "Hessdalen Science Camp" mitzuwirken. Neben Pröschold und Müller war auch der deutsche UFO-Forscher Gerhard Gröschel vom "Institut für technische UFO-Forschung" (www.biz11.de) vor Ort, der seit Jahren mit großem persönlichen Engagement federführend die instrumentelle UFO-Forschung im deutschsprachigen Raum vorantreibt.

Angekommen in Hessdalen stand natürlich zunächst ein Ortstermin an der berühmten "Blue Box" auf dem Terminkalender. Hierbei handelt es sich um die "Hessdalen Automatic Measurement Station" (H-AMS), also um eine permanente automatisierte Überwachungsstation, von der aus seit 1998 Hessdalen mittels Kameras und verschiedener Sensoren (Radar, VLF, Magnetfeld usw.) überwacht und die Hessdalen-Phänomene registriert und dokumentiert werden können.


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Unterstützt wird der Unterhalt der "Blue Box" vom Østfold University College, sowie vom Nationalen Forschungsrat Italiens (Consiglio Nazionale delle Ricerche, CNR) und Wissenschaftlern der astronomischen Fakultät der Università di Bologna, sowie durch Gelder, die von den Hessdalen-Forschern und -Freunden selbst zur Verfügung gestellt werden. Seit 2012 wird die Hessdalen-Phänomen-Forschung zudem durch das norwegische Wissenschaftsmuseum "Inspiria" (inspiria.no) unterstützt, in dem im vergangenen Frühjahr niemand geringerer als der norwegische Außenminister persönlich einen eigenen Ausstellungsraum zum Hessdalen-Phänomen eröffnete (...wir berichteten).



Die kurz als "Blue Box" bezeichnete Station mit Blick auf das 12 Kilometer lange Hessdalen-Hochtal. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

"Von derartigen UFO-Forschungsbedingungen kann man andernorts nur träumen", zeigt sich GreWi-Herausgeber Müller beeindruckt. "Allerdings trügt auch hier der erste Schein, da die Gelder nicht derart umfangreich vorhanden sind, wie es zunächst scheint. Trotz der Beteiligung verschiedener großer Forschungseinrichtungen, mangelt es auch hier oft an den finanziellen Mitteln und ein Großteil der Arbeit wird von den Wissenschaftlern um Erling Strand und Björn Gitle Hauge mehr oder weniger ehrenamtlich, in deren Freizeit und neben dem normalen Lehrbetrieb geleistet. Dennoch kann die Einrichtung und das Engagement in Hessdalen weltweit wohl als einzigartig bezeichnet werden - zumal an der Erforschung auch naturwissenschaftliche und akademische Institutionen beteiligt sind."


Diesem Umstand ist es aber auch zuzuschreiben, dass die beteiligten Wissenschaftler und Forscher sich mit der Definition ihrer Forschungsinhalte in der Öffentlichkeit etwas schwer tun bzw. darum bemüht sind, sich von dem mit (außerirdischen) Vorurteilen und Klischees UFO-Begriff, wie er in großen Teilen der (nicht zuletzt medial geprägten) Öffentlichkeit verbreitet ist, zu befreien: "Zunächst wurden die Hessdalen-Phänomene (HP) als 'UFOs' bezeichnet", erläuterte Erling Strand schon zuvor in einem Interview mit "grenzwissenschaft-aktuell.de" (...wir berichteten). "Verwendet man die Definition nach Prof. J. Allen Hynek (und "UFO" damit als Kürzel für "unidentifiziertes Flugobjekt), so wäre diese Bezeichnung durchaus zutreffend.



Aufnahme eines klassischen Hessdalen-Phänomens im Oktober 1982. | Copyright: Arne P. Thomassen, Project Hessdalen/hessdalen.org
 
Auch wir haben diese Bezeichnung zu Beginn verwendet, haben dann aber schnell bemerkt, dass der Gebrauch dieses Kürzels den Umgang und die Kommunikation der Hessdalen-Phänomene gegenüber der Wissenschaftsgemeinde erschwert oder gar behindert. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden die Erscheinungen hier mit dem Begriff "Hessdalen-Phänomene" zu beschreiben und allgemein von UAPs (unidentified aerial phenomena = unidentifizierte Phänomene im Luftraum) zu sprechen. Das hat uns Vieles erleichtert. Wir verwenden den Plural - Phänomene statt Phänomen - da es durchaus sein könnte, dass wir (in Hessdalen) unterschiedliche Arten von Phänomenen beobachten und untersuchen."



Hessdalen-Phänomen-Forscher Erling P. Strand bei Wartungsarbeiten in und an "seiner" Blue-Box. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Strand selbst kam zu seinem Interesse an den Hessdalen-Phänomenen als er diese "selbst mit eigenen Augen gesehen hatte und herausfand, dass sowohl Laien als auch die Wissenschaftsgemeinde nicht glauben wollten, dass solche Dinge existieren. Stattdessen wurden Menschen, die derartige Phänomene gesehen hatten, lächerlich gemacht. Das hat mich besonders gereizt. Zugleich fand ich heraus, dass es viele Wissenschaftler gab, die ebenfalls an solchen Phänomenen interessiert waren, sich jedoch nicht wagten, dies öffentlich einzugestehen. Mir war klar, dass ich zunächst beweisen musste, dass diese Phänomene real sind, um sie weiterführend studieren zu können."


Um das Studieren, bzw. die Beobachtung und Dokumentation der Hessdalen-Phänomene bemüht sind auch die seit 2002 jährlich durchgeführten einwöchigen "Science Camps".



Das Feldcamp der Science-Camp-Station auf oberhalb des Øyungen-Sees.
| Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de


Auch in diesem Jahr wurden hierzu an insgesamt vier Stationen im Bergland des Hessdalen Forschungscamps aufgeschlagen, von welchen aus die Schüler, Studenten und Forscher die Landschaft mittels verschiedenster Kamerasysteme (Langzeit, Video, optisch und UV), sowie mit Hilfe von Niedrigfrequenzantennen und Radar.



Wissenschaftlicher Nachwuchs bei der nächtlichen Beobachtungsarbeit an der Øyungen-Station. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Radarbeobachtungscamp auf dem Gipfel des Skarvan. | Copyright: sciencecamp.no

Das Ergebnis der von den Camps aus durchgeführten Beobachtungen 2013 fasst Erling Strand wie folgt zusammen: "In diesem Jahr waren 31 Schüler, sechs Lehrer und ebenfalls sechst Mitglieder von Inspiria und dem Østfold College auf drei Stationen und dem Hauptquartier stationiert. Zu den eingesetzten Instrumenten gehörten Kameras im optischen wie im ultravioletten Lichtspektrum, VLF-Antennen und Spektralanaysierer. Zudem wurden Wetterdaten erhoben und radioaktive Strahlung gemessen. Auch in diesem Jahr wurden jede Nacht kleine Lichter beobachtet und konnten teilweise sogar fotografiert werden. Diese Aufnahmen werden jedoch derzeit ebenso wie die sonstigen umfangreiche Daten noch ausgewertet. Hinzu waren Forscher und Journalisten auch aus den Niederlanden, Deutschland und natürlich Norwegen anwesend. Französische Wissenschaftler haben zwei neue dauerhafte Stationen in Betrieb genommen, die das Magnetfeld und das elektrische Feld im Boden messen und beobachten."


Neben den direkt am "Science Camp" teilnehmenden Schülern, Studenten und Forschern waren auch in diesem Jahr unabhängige Forscher, Fotografen und Journalisten zum "Science Camp" angereist und beteiligten sich sozusagen unabhängig an der großflächigen Überwachung und Beobachtung des insgesamt 12 Kilometer langen Hochtales.


Über diese diesjährigen Ergebnisse dieser privaten Beobachtungen berichten wir im zweiten Teil unseres Berichts...


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