Freitag, 4. Oktober 2013

Studie offenbart: Gläubige konsumieren weniger Drogen als Atheisten


Hemmt der Glaube vor Drogenkonsum? | Copyright: Public Domain / U.S. Air Force

Lausanne (Schweiz) - Der Schweizer Nationalfond wartet aktuell mit einer zunächst kurios anmutenden Studie auf, nach der es "unter jungen Schweizer Männern, die sich als gottesgläubig bezeichnen, weniger Raucher, Kiffer und Ecstasy-Konsumenten gibt als unter Gleichaltrigen, die sich als Atheisten betrachten." Der Glaube, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, sei demnach "ein Faktor, der vor Suchtverhalten schützt."

Wie die Forscher um Gerhard Gmel vom Universitätsspital Lausanne aktuell in der Fachjournal "Substance use & misuse" (DOI: 10.3109/10826084.2013.799017) berichten, haben für ihre Studie zum Suchtmittelkonsum in der Schweiz knapp zwanzigjährige Männer befragt, die zwischen August 2010 und November 2011 zur Aushebung an die Armee-Rekrutierungszentren in Lausanne, Windisch und Mels aufgeboten wurden.


Anhand der Fragebögen von 5387 jungen Männern haben die Forscher aufgrund der Antworten fünf Gruppen gebildet: Die "Religiösen" glauben an Gott und besuchen den Gottesdienst, die "Spirituellen" glauben an eine höhere Macht, praktizieren aber keine Religion, die "Unsicheren" wissen nicht, was sie von Gott halten sollen, die "Agnostischen" gehen davon aus, dass niemand wissen kann, ob es einen Gott gibt oder nicht, und die "Atheisten" glauben nicht an Gott.


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In einem nächsten Schritt wurden für diese Gruppen der Umgang mit Suchtmitteln abgefragt. Das Ergebnis: "Unter den 543 religiösen jungen Männern rauchen 30 Prozent täglich Zigaretten, 20 Prozent kiffen mehr als einmal pro Woche, und weniger als ein Prozent hat im letzten Jahr Ecstasy oder Kokain konsumiert. Unter den 1650 atheistischen jungen Männern rauchen hingegen 51 Prozent täglich, 36 Prozent kiffen mehr als einmal in der Woche und 6 beziehungsweise 5 Prozent haben im letzten Jahr Ecstasy oder Kokain zu sich genommen. Die drei zwischen den Extrempositionen stehenden Gruppen liegen nicht nur mit ihren religiösen Anschauungen, sondern auch mit ihrem Suchtmittelkonsum in der Mitte."


Für die Forscher um Gmel zeigen diese Zahlen, "dass es sich bei der Erforschung des Suchtverhaltens lohnt, nicht nur Risiko-, sondern auch Schutzfaktoren zu bestimmen. Wie die Zahlen seiner Studie belegen, gehört der Glaube zu den schützenden Einflüssen vor dem Suchtmittelkonsum." Ob die Unterschiede zwischen den Gruppen mit moralischen Vorstellungen der Betreffenden oder der sozialen Kontrolle des Umfelds zu tun haben, bleibt offen.


Allgemein - das zeigt die Kohortenstudie C-Surf (c-surf.ch) - konsumieren die in der Schweiz lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen im europäischen Vergleich überdurchschnittlich häufig Suchtmittel. C-Surf (Cohort Study on Substance Use Risk Factors) forscht nach den Gründen und Präventionsmöglichkeiten. Finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF), untersucht C-Surf unter der Leitung des waadtländischen Universitätsspitals (CHUV) und des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (ISPM) junge Männer während eines Zeitraums von mindestens zehn Jahren.


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Quelle: snf.ch
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