Montag, 28. Oktober 2013

Vegetarische Piranhas und schnurrende Äffchen: 441 neue Arten in Südamerikas Tropenwäldern entdeckt


"Callicebus caquetensis" gehört zu insgesamt 20 neu entdeckten Affenarten im Amazonas. | Copyright/Quelle: Thomas Defler / wwf.de, worldwildlife.org

Berlin (Deutschland) - In den Amazonas-Tropenwäldern haben Forscher in den vergangenen vier Jahren sage und schreibe 441 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Wie der WWF (World Wide Fund For Nature) in einer aktuellen Untersuchung zur Artenvielfalt des Amazonas berichtet, finden sich darunter auch "wahre Kuriositäten wie eine Affenart, deren Jungtiere sich bei Wohlbefinden gegenseitig anschnurren (s.Abb.o.). Oder ein Piranha, der - ganz anders als seine bislang bekannten Verwandten - streng auf vegetarische Kost setzt.

Die meisten der neu entdeckten Spezies kommen nur in kleinen isolierten Gebieten vor, was sie besonders anfällig für die Zerstörung ihres Lebensraumes mache, unterstreicht die Naturschutzorganisation. Laut dem WWF gehen im Amazonas jede Minute Wälder in der Größe von drei Fußballfeldern verloren, weshalb viele Arten bereits noch vor ihrer Entdeckung aussterben.


Unter den 441 neu entdeckten Arten sind 258 Pflanzen, 84 Fische, 58 Amphibien, 22 Reptilien, 18 Vögel und ein Säugetier. "Der Amazonas ist eine wahre Schatztruhe des Lebens", so Roberto Maldonado vom WWF. "Die Neuentdeckungen zeigen uns, dass es immer noch viel zu erforschen gibt. Wir müssen dieses einmalige Ökosystems dringend erhalten." Rund zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde hätten in den Tropenwäldern des Amazonas ihr Zuhause. Nirgendwo sonst auf der Erde sei die Vielfalt an Lebewesen so hoch. Ein Paradies, das nach Angaben des WWF vor allem von der Ausbreitung der Agrarindustrie bedroht ist.


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Für Weideflächen für die Rinderzucht und den nachrückenden Anbau von Soja und Mais müssten immer mehr Waldflächen weichen. Allerdings sei das gar nicht notwendig, so der WWF. So gebe es zum Beispiel in Brasilien rund 600.000 Quadratkilometer ungenutzte Flächen, was mehr als der 1,5fachen Größe der Bundesrepublik entspricht. "Würde man diese effizient nutzen, könnte man die landwirtschaftliche Produktion steigern und trotzdem auf einen Großteil der Waldzerstörung verzichten."


Zu den 441 gehören unter anderem...



...die im kolumbianischen Regenwald entdeckte flammenförmig gemusterte Eidechse "Cercosaura hypnoides". | Copyright/Quelle: wwf.de - worldwildlife.org


...eine pinkfarbene Orchidee (Sobralia imavieirae), die im brasilianischen Amazonas gefunden wurde. | Copyright/Quelle: wwf.de - worldwildlife.org


...der gerade einmal daumennagelgroße Frosch "Allobates Amissibilis". | Copyright/Quelle: wwf.de - worldwildlife.org


...der bereits erwähnte, sich statt von Fleisch von Pflanzensetzlingen ernährende, neun Pfund schwere Piranha "Tometes camunani". Seine Pfalnzennahrung findet er zwischen den Steinen des Beckens des Trombeta im brasilianischen Para. | Copyright/Quelle: wwf.de - worldwildlife.org


...die hellgemusterte Schlange aus der "Verlorenen Welt". "Chironius challenger" ist nach der Romanfigur des Professor George Edward Challenger aus Arthur Connan Doyles "The Lost World" (Die verlorenen Welt) benannt. | Copyright/Quelle: wwf.de - worldwildlife.org

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