Dienstag, 19. November 2013

Expedition auf der Suche nach Tasmanischem Tiger erfolgreich aber ohne Sichtung beendet

 
Archivfoto: Ein junger Tasmanischer Tiger 1928 im Zoo von Hobart. | Copyright: Benjamin A. Sheppard, Public Domain

Hobart (Australien) - Zwei Wochen lang haben britische und australische Kryptozoologen auf Tasmanien nach Hin- und Beweisen für bis heute überlebende Tasmanische Tiger gesucht (...wir berichteten). Obwohl die Forscher das auch als Beutelwolf bezeichnete Tier nicht selbst zu Gesicht bekamen, bezeichnen sie ihre Expedition dennoch als vollen Erfolg.

"Zwar haben wir keinen Tasmanischen Tiger gesehen und auch keine Foto- oder Filmaufnahmen. Aber wir haben neun bislang nicht bekannte Zeugenberichte von Menschen zusammengetragen, die Exemplare der seit 80 Jahren eigentlich als ausgestorben geltenden Tiere noch innerhalb der vergangenen drei Jahre gesehen haben wollen", erklärten die Expeditionsteilnehmer um Michael Williams vom Centre of Fortean Zoology (CFZ.org.uk) gegenüber dem Fernsehsender ABC.


Mittlerweile seien die anekdotischen Beweise dafür, dass bis heute Exemplare des Beutelwolfs überlebt haben, derart stark, dass die Existenz des Kryptiden geradezu als nachgewiesen bezeichnet werden könne, so die Forscher.


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Jetzt liegen die Hoffnungen der Expeditionsteilnehmer in Kotproben, die sie sichergestellt haben und von denen sie überzeugt sind, dass diese zu groß sind, um von den ebenfalls von Aussterben bedrohten sogenannten Tasmanischen Teufeln oder Wildhunden zu stammen. Diese Proben werden jetzt in einem Labor in England analysiert.


In drei Monaten wollen die Kryptozoologen ihre Suche nach dem Tasmanischen Tiger mit einer zweiten Expedition fortsetzen.


Hintergrund: Der Tasmanische Tiger

Neben Bigfoot, Yeti, dem Ungeheuer von Loch Ness und dem Quastenflosser gilt der Tasmanische Tiger vielen Kryptozoologen oft als inoffizielles Wappentier der Forschung nach von der Wissenschaft noch nicht beschriebenen oder eigentlich ausgestorben geglaubten Tieren.


Noch bis in die frühen 1900er Jahre hinein wurde der Tasmanische Tiger in Australien exzessiv bejagt und dadurch in freier Wildbahn wohlmöglich ausgerottet. Das letzte bekannte Exemplar verstarb 1936 im Beaumarais Zoo von Hobart. Der Grund für die Ausrottung war die von den weißen Farmern kolportierte Behauptung, dass die Beutelwölfe gefräßige Schafsräuber seien. In Wirklichkeit gingen die meisten gerissenen Schafe jedoch auf das Konto von verwilderten Hunden. Dennoch setzte in den 1830er Jahren die australische Regierung eine Belohnung von 25 Cent für jeden getöteten Tasmanischen Tiger aus. 2011 konnte eine Studie über die Beißkraft des etwa hundsgroßen Tieres eindeutig nachweisen, dass die Kiefer der Beutelwölfe in Wirklichkeit zu schwach waren, um größere Tiere wie Schafe zu reißen (...wir berichteten). Zudem setzte wahrscheinlich eine Krankheit der stark dezimierten Population der Tiere zu, welche sich in plötzlich zurückgehenden Abschussraten um 1906 abzeichnete. Trotz zahlreicher Bemühungen internationaler Zoos gelang es nicht, die Art in Gefangenschaft zu züchten und so vor der Ausrottung zu bewahren.


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Quellen: abc.net.au, cfz.org.uk
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