Dienstag, 5. November 2013

Forscher will neue fossile Hinweise auf intelligente urzeitliche Riesenkraken gefunden haben


Zeitgenössische Darstellung eines "Kraken" (1820) von Pierre Denys de Montfort. | Copyright: Public Domain

Denver (USA) - Zum ersten Mal sorgte Professor Mark McMenamin vom Mount Holyoke College vor zwei Jahren für wissenschaftliche Kontroversen, als er seine ganze eigene Erklärungstheorie für die merkwürdige Anordnung von fossilen Ichthyosaurier-Knochen vorstellte und diese als Hinweise für die Existenz urzeitlicher und zudem intelligenter Riesenkraken deutete (...wir berichteten). Auf dem diesjährigen Jahrestreffen der Geological Society of America (GSA) hat McMenamin nun neue Indizien für seine seither umstrittene Theorie präsentiert.

Schon 2011 legte der Professor auf dem GSA-Jahrestreffen seine Theorie darüber dar, dass die Anordnung von Knochen von neun rund 14 Meter langen Ichthyosauriern der Gattung Shonisaurus popularis im Berlin-Ichthyosaur State Park in US-Bundesstaat Nevada auf das Wirken von bis zu 30 Meter langen Kraken deute.



 Die fast schon puzzleartig angeordneten Wirbelscheiben versteinerter Ichthyosaurier im Berlin-Ichthyosaur State Park. | Copyright: Mark McMenamin

Für McMenamin stellen die Shonisaurier das Gegenstück zu den heute lebenden Pottwalen dar, die in der Tiefsee Riesenkalmare jagen. Seit ihrer Entdeckung in den 1950er Jahren stellen die Fossilien in Nevada Wissenschaftler allerdings aufgrund der Anordnung der Knochen vor ein Rätsel: Insgesamt finden sich vor Ort 37 Exemplare an mehr oder weniger gleicher Stelle. Sieben Skelette liegen dabei fast parallel zueinander. Eine vergleichbare Anordnung ist bislang nur von gestrandeten Walen bekannt, was lange Zeit auch als Grund für die Anordnung der Ichtyosaurier-Fossilien angenommen wurde. Jüngere Untersuchungen des Fundorts haben allerdings gezeigt, dass der dieser zum Zeitpunkt des Todes der Tiere nicht am Ufer sondern am Meeresgrund gelegen haben musste. Dies macht die Anordnung der Tierskelette umso rätselhafter und schließt für den Forscher eine zufällige Anordnung der Körper nahezu aus. "Vor Ort wurde mir schnell klar, dass hier einst etwas sehr ungewöhnliches vorgegangen war", so der McMenamin. "Die Anordnung der Knochen ist sehr seltsam."


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Spuren an den versteinerten Knochen belegen, dass die Tiere zudem nicht alle zur gleichen Zeit zu Tode gekommen und von Sediment begraben worden waren. "Zudem sieht es so aus, als seien die Knochen fast schon absichtlich neu angeordnet worden. Dieser Umstand brachte mich auf die Idee, diese Situation mit dem Verhalten eines neuzeitlichen Meeresräubers zu vergleichen, der genau für diese Art von intelligenter Manipulation von Knochen bekannt ist: Kraken tun genau das." Was also, so McMenamins Theorie, wenn es einst schon eine urzeitliche Art von wirklich enormer Größe gegeben hat, ganz so wie der Kraken aus der Mythologie? Ich glaube, dass diese (Ichthyosaurier) von solchen Kraken erlegt und am Meeresboden auseinandergenommen wurden."


Die Fossilfunde belegen auch, dass zahlreiche Wirbelknochenscheiben der Ichthyosaurier in einem ebenfalls ungewöhnlichen linearen Muster angeordnet sind, welches fast schon eine geometrische Regelmäßigkeit aufweist. Für den Forscher deutet dies daraufhin, dass es sich bei dem Urzeit-Kraken wahrscheinlich um das vielleicht bislang intelligenteste wirbellose Lebewesen gehandelt haben könnte und die Anordnung der Wirbel eine Art Puzzlespiel mit den Knochen darstellt. Doch der Wissenschaftler geht in seiner Deutung sogar noch einen Schritt weiter: "Die einem Muster gleich angeordneten Knochenscheiben gleichen in Form und Anordnung den der Saugnäpfe an den Tentakeln von Kraken. Es könnte sich vielleicht sogar um die früheste Form einer Art von Selbstporträt der intelligenten Tiere handeln."


Zum Vergleich: Saugnapfnarben auf dem Hautstück eines Pottwals. | Copyright: NASA

Jetzt präsentierte Mark McMenamin seinen Kollegen die Entdeckung eines weiteren Skelett-Fundorts, an dem ebenfalls Ichtyosaurierknochen in ganz ähnlicher Form angeordnet vorgefunden wurden.


Der Kritik, die Position der Knochen könne auch das Ergebnis natürlicher Prozesse wie Strömungen und dem natürlichen Zerfall sein, begegnet McMenamin dem Verweis darauf, dass solche bekannten Prozesse entsprechende Objekte stets von größerer hin zu geringerer Ordnung verteilen. Die hohe geometrische Ordnung der Anordnung der Knochenscheiben und Skelette an mittlerweile gleich zwei unterschiedlichen Fundorten spreche eindeutig gegen eine solche chaotische Erklärung. "Die organisierte Qualität der Anordnung der Knochen ist der stärkste Hinweis dafür, dass hier ein intelligentes Wesen am Werk war und die Knochen angeordnet hatte", so der Forscher gegenüber "LiveScience.com".


Während McMenamin noch auf seinem Vortrag 2011 selbst vermutete, dass von den Urzeit-Kraken aufgrund der Tatsache, dass es sich um wirbellose Weichtiere handelte, wohl kaum fossile Überreste zu finden seien, präsentierte er in diesem Jahr nun dennoch ein Fossil als regelrechten Glücksfund, das er für den Knochenschnabel eines seiner Riesen-Kraken hält und das er ebenfalls im Berlin-Ichthyosaur State Park entdeckt hatte.



 Für Mark McMenamin ist dies de versteinerte Schnabel eines urzeitlichen Riesenkraken. | Copyright: Mark McMenamin


Zum Vergleich: Der knöcherne Schabel eines heutigen Humboldt-Kalmars. | Copyright: Royal BC Museum

Nachdem er den Fund zunächst für die versteinerten Überreste eines Fisches gehalten hatte, entdeckte er bei genauerer Betrachtung jedoch für Fische untypische fasrige Strukturen, wie sie ebenfalls anhand der Schnäbel heute lebender Humboldt-Kalmare zu finden sind. Seither ist sich der Forscher sicher, anhand dieses Fossil des Beweis für die Anwesenheit entsprechender Urzeit-Versionen der heute noch lebenden Riesenkalmare gefunden zu haben. Allerdings, so bemerken Kritiker, könne aufgrund der Tatsache, dass der Fund nur einen Teil des einstiges Objekts zeige, kaum einen Rückschluss auf die Größe des ursprünglichen Tieres gezogen werden.


In weiteren Expeditionen will McMenamin nun noch mehr Indizien und Beweise für seine Theorie zusammentragen.


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Fossile Hinweise auf urzeitliche Riesenkraken entdeckt 11. Oktober 2011 

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Quelle: livescience.com
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