Dienstag, 26. November 2013

Geburtsschrein des Buddha entdeckt? Fund liefert archäologische Beweise für älteres Geburtsdatum Buddhas schon im 6. Jahrhundert


Blick auf die Ausgrabungen im Maya Devi Tempel in Lumbini. | Copyright: National Geographic

Lumbini (Nepal) - Bei Ausgrabungen am überlieferten Geburtsort von Siddhartha Gautama, der später als Buddha zum Begründer des Buddhismus werden sollte, sind Archäologen erstmals auf eine bauliche Struktur gestoßen, die die Geburt und das Wirken Siddharthas bzw. des Buddha und in der Folge das Aufblühen des Buddhismus selbst schon im 6. Jahrhundert v. Chr. verankert.

Bislang sind die genauen Lebensdaten Siddhartha Gautamas umstritten - gehen die ältesten Berechnungen doch von Buddhas Todesjahr (nach westl. Zeitrechnung) als 544 oder 543 v. Chr. aus, während spätere Ansätze den Mai 563 v. Chr. als Geburts- und den April oder Mai 483 v. Chr. als Todeszeit annehmen. Die neuere Forschung hat diese traditionellen Datierungen jedoch aufgegeben und diskutierte bislang um Jahrzehnte später verlagerte Datierungsvorschläge, wie sie die Todeszeit auf die Jahre um ca. 420 und 368 v. Chr. datieren.


Porträtdarstellung Siddharthas. | Copyright: Maksim, CC-by-SA 3.0
 
Bei archäologischen Untersuchungen innerhalb des Maya Devi Tempels im nepalesischen Lumbini, der schon lange als Geburtsort des Buddha gilt, haben Wissenschaftler nun unterhalb der bereits bekannten Ziegelbauten einen holzwandigen Schrein entdeckt, an dessen einfacher Architektur die sich darüber errichteten Ziegelbauten orientieren.


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Während die bislang im Maya Devi Tempel gefundene ältesten Strukturen nicht älter als ins 3. Jahrhundert v. Chr. datiert werden konnte, datieren Analysen der nun gefundenen Holzstruktur diese nun jedoch bereits ins 6. Jahrhundert v. Chr.


Innerhalb dieses Raumes, so berichten die Forscher um Professor Robin Coningham von der Durham University und Kosh Prasad Acharya vom nepalesischen Pashupati Area Development Trust (s.Abb.o.m.) aktuell im Fachjournal "Antiquity", gebe es einen mittigen offenen Raum, der mit der Geburtslegende Siddhartas in Übereinstimmung gebracht werden könnte - fanden sich im Boden dieses Freiraumes doch Reste antiker Wurzeln.



Reliefdarstellung der Geburt des Buddha aus dem 2.-3. Jahrhundert im japanischen ZenYouMitsu Tempel. | Copyright: Tttrung, GDFL, via Wikimedia Commons

Laut der traditionell überlieferten Geburtsgeschichte Siddharthas wurde der Knabe hier von seiner Mutter, Maya Devi, zur Welt gebracht, während diese sich an den Zweigen eines Baumes in einem Garten in Lumbini festhielt (s. Abb. u. "Hintergrund") 
Die Forscher vermuten nun, dass der Holzschrein einst um den antiken "Geburtsbaum", und die späteren Ziegelbauten um diesen ersten Schrein herum errichtet wurden.


Die Entdeckung, so die Forscher, führe zu einem besseren Verständnis der frühen Entwicklungsgeschichte des Buddhismus und der spirituellen Bedeutung Lumbinis. "Die Abfolge der archäologischen Funde in Lumbini sind ein eigener Mikrokosmos der Entwicklung des Buddhismus von einem lokalen Kult hin zu einer globalen Religion", so die Archäologen in ihrem Fachartikel.


Die Tempelanlage selbst wurde erst 1896 im nepalesischen Dschungel wiederentdeckt und freigelegt. Hierbei stießen die damaligen Forscher auf eine Inschrift, die den Besuch des Herrschers Asoka im 3. Jahrhundert v. Chr. belegt und den Ort namentlich als Lumbini und Geburtsort des Buddha ausweist.





Hintergrund: Empfängnis und Geburt des Buddha
Maya war die Gemahlin des Königs Śuddhodana vom Stamm der Shakyas in Kapilavastu und die leibliche Mutter Buddhas. Nachdem der Ehe mit König Śuddhodana 20 Jahre lang keine Kinder beschieden waren, träumte Maya in einer Vollmondnacht, dass sie von himmlischen Geistern (devas) zu einem See in den Bergen des Himalaya entführt werde; nach einem Bad im See sei sie von den devas in himmlische Gewänder gekleidet, mit kostbarem Parfum besprüht und mit Blüten bestreut worden. Im Schlaf sei ihr ein weißer Elefant mit einer Lotosblüte am Stoßzahn erschienen, der sie dreimal umkreist hätte und dann durch ihre rechte Seite in sie eingedrungen sei. Später sei der Elefant verschwunden, doch nach dem Erwachen habe sie gewusst, dass ihr etwas ganz Besonderes widerfahren sei, denn Elefanten - speziell weiße - gelten in Asien als Verkörperungen bzw. als Symbole von Macht und Auserwähltsein.


Reliefdarstellung der Empfängnis des Buddha, ca. 100 bis 299 n. Chr. Zu sehen im British Museum. | Copyright: Public Domain

Nach zehnmonatiger Schwangerschaft soll sie eine Reise zu ihrem Elternhaus nach Devadaha angetreten haben, um dort zu entbinden, doch bereits auf halbem Weg dorthin habe sie bei der heutigen Stadt Lumbini (Nepal) - stehend und sich an den Zweigen eines Salbaumes (Shorea robusta), der in alten Schriften häufig mit einem Ashoka-Baum (Saraca asoca) verwechselt wurde, festhaltend - einen Sohn, dem man den Namen Siddhartha gab, geboren. Gemäß der Überlieferung soll die Geburt durch die rechte Seite Mayas erfolgt sein; sieben Tage nach der Geburt starb sie. Dies alles geschah nach buddhistischer Überlieferung im Jahre 563 v. Chr. (diese Datierung ist allerdings bereits seit geraumer Zeit in Frage gestellt worden). Ihr Sohn wurde von ihrer Schwester Mahapajapati Gotami aufgezogen, die auch die zweite Ehefrau König Śuddhodanas wurde.

(Quelle: Wikipedia.de)

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