Montag, 18. November 2013

Komet ISON jetzt schon mit bloßem Auge sichtbar

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Spektakuläre Aufnahme des Kometen ISON. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. s. Aufn.: 16.11.13) | Copyright: Waldemar Skorupa, schweifstern.de

Erst Mitte September 2012 entdeckten die beiden russischen und weißrussischen Amateurastronomen Witali Newski und Artjom Nowitschonok einen neuen Kometen. Schon am 24. September wurde der dieser von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell bestätigt und auf das Kürzel des International Scientific Optical Network "ISON" getauft, mit dem die Astronomen den Kometen entdeckt hatten. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich der Komet noch weit jenseits der Jupiterbahn. Am 28. November wird ISON seinen sonnennächsten Punkt erreichen und könnte dann sogar bei Tage in Sonnennähe sichtbar sein. Der erwartete "Jahrhundertkomet" ist jedoch schon jetzt mit bloßem Auge und natürlich durch Ferngläser und Teleskope sichtbar.

Wahrscheinlich handelt es sich bei ISON bzw. "C/2012 S1" um ein aus der Oortschen Wolke stammendes Objekt, das sich am 28. November 2013 der Sonne bis auf einen Abstand von rund 1,8 Millionen Kilometern und damit nur knapp einem Sonnendurchmesser nähern wird. Damit gehört der Komet zu den sogenannten Sonnenstreifern (Sungrazer) - einer Gruppe von Kometen, die der Sonne sehr nahe kommen, beziehungsweise sich sogar durch die Sonnenkorona bewegen.


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Übersteht er bis dahin seinen Höllenritt gegen die hohen Temperaturen und Gezeitenkräfte unserer Sonne, wird er sich wohl zu einem der beeindruckendsten Kometen entwickeln. Schon am 14. November beobachteten Astronomen rund um den Globus eine plötzliche Zunahme der Helligkeit des Schweifsterns um das Sechsfache. Ausgelöst wurde dieser Helligkeitsausbruch wahrscheinlich durch frisches Eis. Einige Astronomen sehen in diesem "Outburst" einen Hinweis auf eine Fragmentierung des Kometen. In einem solchen Fall könnte er auseinanderbrechen und würde dann ein weniger imposantes Schauspiel an den Himmel zeichnen als bislang von vielen Sternbeobachtern erhofft.


Während der Kometenkern nur wenige Kilometer groß, meist inaktiv und von Wassereis und Staub umhüllt sind, besteht die sogenannte Koma (die dann durch Sonnenwind und Strahlungsdruck zum Schweif geformt wird) aus jenem Material, das von Gasen mit ins All gerissen werden, die freigesetzt werden, wenn der Komet sich in Sonnennähe erhitzt. ISONs Schweif ist derzeit rund 8 Millionen Kilometer lang. Das entspricht der 21-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond.



Detailausschnitt aus der obigen Teleskopaufnahme. | Copyright: Waldemar Skorupa, schweifstern.de

Wer ISON sehen möchte, findet ihn in den kommenden Tagen kurz vor Sonnenaufgang bei Blick an den östlichen Horizont im Sternbild Jungfrau. Hier wird er in den kommenden Tagen den auffallend hellen Stern Spica passieren und ist damit gut zu finden. Obwohl er schon mit bloßem Auge zu sehen ist, erscheint er ohne optische Hilfsmittel nur als heller Schmierstreifen. Deutlich beeindruckender ist der Anblick bei klarem Himmel dann aber schon durch ein Fernglas oder gar Teleskop. Sollte ISON rund um den 28. November tatsächlich auch bei Tageslicht zu sehen sein, ist bei seiner Beobachtung jedoch Vorsicht geboten, da er sich dann in großer Sonnennähe befindet und bei ungeschütztem Blick in diese Sonne Sehschäden drohen.


- Einen ausführlichen Bericht über das internationale Beobachtungsprogramm zu ISON finden Sie HIER







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