Samstag, 30. November 2013

Komet ISON könnte Höllenritt um die Sonne überstanden haben


Nach seiner Sonnenpassage tauchte ISON erneut hinter Sonne wieder auf und entfernt sich nun zusehends. | Copyright: ESA / NASA / SOHO

Katlenburg-Lindau (Deutschland) - Bis zum Erreichen des Punkts seiner größten Annäherung an die Sonne war unklar, ob der Komet ISON den hier auf ihn einwirkenden extremen Temperaturen und Gravitationskräften widerstehen würde. Nachdem der Schweifstern seinen sonnennächsten Punkt am 28. November erreicht hat, gibt es nun erste Hinweise darauf, dass ISON seine Sonnenpassage überstanden haben könnte.

Während zunächst anhand der ersten Aufnahmen mit dem Instrument "Lasco", an Bord des Sonnenobservatoriums "SOHO", noch nicht klar war, ob sich in der Spitze des hinter der Sonne wieder aufgetauchten Schweifs (s.Abb.u.Video) noch immer ein aktiver Kern verbarg, lassen neue Aufnahmen vom gestrigen Vormittag nun doch weitergehende Schlüsse zu.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Der Staubschweif des Kometen zeigt sich nun zweigeteilt“, erläutert Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Der Teil des Schweifs, der in Richtung Sonne zeigt, besteht laut dem Forscher aus Staubteilchen, die deutlich vor der Perihelpassage - also vor dem Erreichen des sonnennächsten Bahnpunkts - freigesetzt wurden.


Der andere Teil dagegen enthalte offenbar jüngeres Material, das während des Vorbeiflugs emittiert wurde und darauf hindeute, dass zu diesem Zeitpunkt zumindest noch ein Teil des Kerns existierte und aktiv war.


Die MPS-Wissenschaftler stützen ihre Einschätzung auf Computersimulationen, in denen sie die Form des Staubschweifs modellieren: "Wenn wir in unseren Rechnungen annehmen, dass der Komet im Perihel noch Staub emittiert hat, können wir die aktuellen Aufnahmen gut reproduzieren".


Erst die Lasco-Bilder vom heutigen Samstag werden eine Analyse zulassen, ob der Kern noch existiert. Denn der Staub, den ISON eventuell heute freisetzt, braucht einige Stunden, um in die sichtbare Schweifregion zu wandern und sich damit nachweisen zu lassen. "Ob der Kometenkern im Perihel noch intakt war oder seinen Weg als kleines Bruchstück oder als Ensemble von Fragmenten fortsetzte, steht noch nicht fest", so die MPS-Astronomen.


Das Instrument "Sumer" an Bord von SOHO, das unter Leitung des Lindauer Max-Planck-Instituts entwickelt und gebaut wurde, beobachtete gestern Abend ISON in der Stunde seiner direkten Sonnenannäherung. Das Instrument spaltet das Licht, das der Himmelskörper ins All sendet, in seine einzelnen Bestandteile auf. Daraus können Forscher auf Elemente und Moleküle in der Staubwolke des Kometen schließen.


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: mpg.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE