Donnerstag, 14. November 2013

Saola Wiederentdeckt: "Asiatisches Einhorn" tappt in die Kamera-Falle


Ein Saola tappt am 7. September 2013 in der vietnamesischen Annamiten-Region in die Kamerafalle. | Copyright: Jeremy Holden/WWF

Berlin (Deutschland) - Erst 1992 entdeckt, ein Jahr später wissenschaftlich beschrieben, dann jedoch seit 1999 nicht mehr gesehen - gilt das Saola-Waldrind (Pseudoryx nghetinhensis) als derart selten, dass man ihm schon den Beinamen Asiatischen Einhorn verlieh. Nachdem erst 2010 ein lebendes Exemplar auf Laos gefangen wurde, kurz darauf jedoch verstarb (...wir berichteten), ging jetzt ein weiteres Tier Tierschützern des WWF im vietnamesischen Regenwald in die Kamerafalle. Für die Organisation ein positives Signal für die Zukunft der stark bedrohten Art.

"Als wir zum ersten Mal die Fotos aus der Kamerafalle sahen, konnten wir es kaum glauben. Das Saola ist so etwas wie der Heilige Gral unter den Tierarten Südostasiens", sagt Stefan Ziegler WWF-Referent für die Region. Bis heute sei kaum etwas über die Lebensweise und die Zahl der noch existierenden Tiere bekannt. Der WWF engagiert sich seit der Entdeckung der seltenen Hornträger-Art für deren Überleben.


Ziel der Forschungen des WWF ist es, mehr über Populationsgröße und Lebensweise des Waldrindes herauszufinden, um die Schutzmaßnahmen verbessern zu können. "Optimistische Schätzungen gehen von einigen hundert Saolas aus. Es könnten auch nur noch ganz wenige Individuen existieren", befürchtet Stefan Ziegler. Das Forschungsprojekt, durchgeführt vom WWF und den vietnamesischen Forstbehörden ist Teil eines Vorhabens, das den Artenreichtum in den Wäldern Südostasiens bewahren will.


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Der Lebensraum des Waldrinds - die Annamiten-Region - erstreckt sich über die Grenzregion zwischen Laos und Vietnam. Während auf laotischer Seite vor allem der illegale Holzeinschlag den Lebensraum bedrohe, stelle Wilderei auf der vietnamesischen Seite ein Problem dar, so der WWF. Um das Saola vor dem Aussterben zu bewahren, wurde in den beiden Ländern ein Netz aus Schutzgebieten und Korridoren u.a. mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die KfW Entwicklungsbank eingerichtet.



Ein "Asiatisches Einhorn" in Nahaufnahme. | Copyright: William Robichaud

Trotz ihrer antilopenartigen spitzen Hörner, sind die auch als "Vu-Quang-Antilope" bekannten Tiere sehr viel mehr mit den Rindern verwandt und derart selten, dass sie noch nie von Biologen beobachtet werden konnten und aus diesem Grund auch als "Einhörner Asiens" bezeichnet werden. Tatsächlich spekulieren einige Historiker darüber, ob Saolas die Vorlage für chinesische Legenden um einhornartige Wesen dienten, die als "Qilin" bezeichnet werden.


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Asiatisches Einhorn: Gefangen, fotografiert, verstorben 20. September 2010

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