Freitag, 13. Dezember 2013

Tonminerale auf Jupitermond Europa entdeckt


Daten der NASA-Sonde "Gallileo" offenbaren Tonmineralien auf der Oberfläche des Jupitermondes Europa. | Copyright: NASA/JPL-Caltech


Pasadena (USA) - Neue Analysen von Daten der NASA-Sonde "Galileo" offenbaren tonartige Mineralien auf der eisigen Oberfläche des Jupitermonds Europa. Die Forscher vermuten, dass dieses Material durch gewaltige Zusammenstöße des Mondes mit Asteroiden und Kometen hier her gelangte. Auf die gleiche Weise könnten bei diesen Kollision auch organische Materialien und damit auch die Bausteine des Lebens auf den potentiell lebensfreundlichen Jupitermond gelangt sein.

"Diese Entdeckung könnte ein völlig neues Kapitel bei der Suche nach Leben auf Europa aufschlagen", kommentiert Jim Shirley vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA den Fund.


Da Europa aller Wahrscheinlichkeit nach über einen verborgenen gewaltigen Wasserozean verfügt, dessen Wasser sich mit dem Eis der Oberfläche austauscht und durch die einwirkenden Gezeitenkräfte des Jupiter auch eine Energiequelle zur Verfügung steht, halten viele Forscher Europa für den idealsten Ort bei der Suche nach außerirdischem Leben in unserem eigenen Sonnensystem.


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Obwohl Forscher das Vorhandensein organischer Materialien schon länger vermuten, konnten diese bislang aber noch nicht direkt nachgewiesen werden. Eine der Theorien, wie dieses Material auf den Jupitermond gelangt sein könnte, war schon zuvor die von Kometen- und Asteroideneinschlägen. Diese Theorie wird von der neuen Entdeckung nun gestützt.



Künstlerische Darstellung des Einschlags auf Europa (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Die nun identifizierten Phyllo- bzw. Schichtsilikate offenbaren sich in Aufnahmen der Galileo-Sonde, die bereits 1998 im nahen Infrarot gemacht wurden. Die Silikate bilden einen immer wieder unterbrochenen Ring von rund 40 Kilometern Durchmesser, der etwa 120 Kilometer vom Zentrum eines 30 Kilometer durchmessenden Kraters entfernt liegt.


Da es bislang keine Modelle dafür gibt, wie Schichtsilikate aus dem Innern des Mondes durch die an einigen Stellen rund 100 Kilometer dicke Eiskruste auf die Oberfläche gelangt sein könnten, ist die bislang beste Erklärung für diese Struktur die, dass sie von auf den Mond zurückfallendes Material gebildet wurde, das beim Einschlag eines Asteroiden oder Kometen in einem Winkel von etwa 45 Grad zunächst ins All katapultiert wurde.


"Das Wissen über die Zusammensetzung von Europa ist der Schlüssel für ein Verständnis der Geschichte und der potentiellen Lebensfreundlichkeit des Jupitermondes", erläutert der JPL-Projektwissenschaftler Bob Pappalardo. Ob Europa aber tatsächlich Leben beherbergt oder beherbergen kann, das könne nur mit einer zukünftige Mission herausgefunden zum Jupitermond selbst werden.


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Quelle: NASA/JPL
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