Montag, 27. Januar 2014

Durchbruch in der Voynich-Forschung? Forscher verorten Herkunft des "unlesbaren Buches" in die Neue Welt


Übereinstimmende Details in den Darstellungen der Pflanze Ipomoea murucoides im Codex Cruz-Badianus (o.) und im Voynich-Manuskript (u.). | Quelle: Tucker u. Talbert, cms.herbalgram.org

Austin (Texas) - Ein bis zu 500 Jahre altes Buch, das sogenannte "Voynich-Manuskript, ist angefüllt mit vermeintlich botanischen, astronomischen und anatomischen Abbildungen jedoch in einer bislang unbekannten Schrift und Sprache verfasst, die sich bis heute jeglichen Bemühungen einer Entzifferung widersetzt hat. Während Kritiker vermuten, dass es sich lediglich um einen Schwindel handelt, versuchten sich andere Forscher bislang hauptsächlich über Schriftvergleiche und Kryptografie an der Entzifferung des "Voynich-Codes". Jetzt haben sich zwei US-Forscher der Pflanzendarstellungen angenommen und glauben, so einige Teile des Voynicht-Rätsels lüften zu können.

Wie Dr. Arthur O. Tucker, Prof. emeritus und Direktor des Claude E. Phillips Herbariums an der Delaware State University und der ehemalige NASA-Wirtschaftsinformatiker Rexford H. Talbert in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "HerbalGram" des American Botanical Council berichten, gingen bisherige Interpretationen des Manuskripts stets davon aus, dass das Buch in Europa oder Asien und damit der sog. Alten Welt entstand.


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Anhand einer neuen Analyse der botanischen Illustrationen und Vergleichen mit der zur Entstehungszeit des Voynich-Manuskripts zwischen 1576 und 1612 bekannten geografischen Verbreitung von Pflanzen, stießen die Forscher zunächst auf auffallende Ähnlichkeiten einer im Voynich-Manuskript abgebildeten Pflanze wie sie auch schon im aztektisch-mexikanischen Codex Cruz-Badianus von 1552 dargestellt wurde (s. Abb.). Die auch als "Libellus de Medicinalibus Indorum Herbis" bekannte Schrift, ist ein aus dem Indianischen übersetzten Kräuterbuch der Pflanzenheilkunde und gilt als erster medizinischer Text der Neuen Welt.


Nach dieser ersten Identifikation gelang es dem Forscherduo weitere 37 Pflanzen, 6 Tiere und ein Mineral amerikanischen Arten zuzuordnen, wie sie sich hauptsächlich im postkolumbianischen Neuspanien und den angrenzenden Regionen bekannt waren.



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Damit stützen die Autoren ihre nun dargelegte Theorie, wonach auch die Kalligrafie des Voynich-Manuskript der des ebenfalls aztekischen Codex Osuna (1563-1566) gleicht. Im Manuskript selbst wollen die Forscher denn sogar Lehnwörter für Tiere und Pflanzen gefunden haben, die den klassischen Sprachen Nahuatl, Spanisch, Taino und Mixtec und einigen prä-kolumbianischen Sprachen entliehen wurden und vermuten deshalb, dass es sich beim Voynich-Text selbst um einen mittlerweile ausgestorbenen Dialekt handelt.


Doch auch nach der Analyse der beiden Forscher und ihrer erfolgreichen Zuordnung bleibt der Großteil des Voynich-Manuskritpts weiterhin unverstanden. Angesichts der neuen Entdeckung zeigen sich nun jedoch auch andere Voynich-Forscher zuversichtlich, dass in naher Zukunft weitere Teile entziffert werden können.


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