Dienstag, 14. Januar 2014

PSI - Wissenschaftler fordern ergebnisoffene und erhliche Erforschung parapsychologischer Phänomene


Symbolbild PSI. | Copyright: grewi.de

Lund (Schweden) - 90 Akademiker und Wissenschaftler haben einen öffentlichen Brief des Psychologieprofessors Etzel Cardeña von der Universität Lund unterzeichnet, in dem die Wissenschaftler eine ergebnisoffene und ehrliche Erforschung parapsychologischer Phänomene (PSI) , sowie der Rätsel des menschlichen Bewusstseins fordern.

In seinem aktuell im Fachjournal "Frontiers in Human Neuroscience" (DOI: 10.3389/fnhum.2014.00017) veröffentlichten Brief, skizziert Cardeña sechs Punkte, die die Forderung erläutern:
1) Forschung über parapsychologische Phänomene (PSI) wird an unterschiedlichen akkreditieren Universitäten und Forschungszentren weltweit von Akademikern unterschiedlicher Disziplinen mit wissenschaftlichen Methoden durchgeführt (z.B. wurden in den vergangenen Jahren alleine in Großbritannien ca. 80 Doktortitel für PSI-verwandte Arbeiten vergeben). Diese Forschung wird schon seit mehr als einem Jahrhundert durch- und fortgeführt und das, obwohl die Untersuchung derartiger Themen mit wissenschaftlichen Tabus zu kämpfen hat, kaum Forschungsmittel zur Verfügung stehen und die Forscher persönlichen und beruflichen Angriffen ausgesetzt sind.
Die "Parapsychological Association" ist seit 1969 der AAAS (American Association for the Advancement of Science) angeschlossen und mehr als 20 Nobelpreisgewinner und viele andere bedeutende Wissenschaftler haben schon die Erforschung von PSI entweder unterstützt oder sogar selbst betrieben.

2) Trotz der negativen Haltung einiger Chefredakteure und Prüfer (zahlreicher Fachzeitschriften), werden immer wieder Untersuchungsergebnisse in akademischen Fachjournalen unterschiedlicher Wissenschaftsfelder von Psychologie über Neurowissenschaften bis hin zur Physik, veröffentlicht, die die Validität von PSI-Phänomenen stützen.


3) Neuere Meta-Analysen legen nahe, dass gesteigerte experimentelle Kontrollen die Belege für die Existenz von PSI-Phänomenen weder ausgelöscht haben noch diese bedeutend reduziert haben.


4) Diese Meta-Analysen und andere Studien legen zudem nahe, dass Daten, die PSI-Phänomene stützen, nicht in begründeter Weise mit Zufall und/oder durch das sog. "Schubladenproblem" (weg)erklärt werden können.


Tatsächlich haben - im Gegensatz zu den meisten Fachzeitschriften anderer Disziplinen - gerade parapsychologische Fachjournale zur Veröffentlichung auch von Null-Resultaten und PSI-kritischen Artikeln aufgerufen. Ein PSI-Versuchsregister wurde eingerichtet, um die Forschungspraxis zu verbessern.


5) Die Effektgrößen, die aus den meisten Meta-Analysen hervorgehen, sind zwar relativ klein und die Phänomene können nicht spontan auf Anfrage (re)produziert werden, doch beschreibt dies auch zahlreiche Phänomene anderer Disziplinen, die sich etwa auf komplexes menschliches Verhalten und Leistungen, etwa in der Psychologie oder der Medizin, konzentrieren.


6) Obwohl weitere schlüssige Erklärungen für PSI-Phänomene noch auf weitere theoretische und Forschungsentwicklungen warten, verstoßen sie nicht grundsätzlich gegen die Naturgesetze - setzt man voraus, dass moderne Theorien der Physik die klassischen Einschränkungen von Raum und Zeit auflösen und sich zunehmend auch Hin- und Beweise für Quanteneffekte auch in biologischen Systemen nachweisen lassen.

Zwar erläutert Cardeña, dass sich seine 90 Mitunterzeichner zwar in dem Grad ihrer Überzeugung von der Existenz von PSI-Phänomenen und deren bislang erbrachten Beweisen unterscheiden, dass sie sich aber in ihrem Wissenschaftsverständnis einig darüber sind, dass es einen "non-dogmatischen, offenen, kritischen aber respektvollen Umgang und eine sorgfältige Abwägung aller Beweise sowie Skeptizismus sowohl gegenüber den Vertretern (der PSI-Forschung) als auch gegenüber ihren Kritikern" braucht.


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Neben zahlreichen internationalen Kollegen haben auch folgende deutsche Wissenschaftler Cardeñas Brief unterzeichnet:
Dr. Gerhard Mayer Dipl.-Psych. Eberhard Bauer und Dipl.-Psych. Wolfgang Fach vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (igpp.de); Prof. Dr. Markus Maier von der Universität München (psy.lmu.de); Prof. Harald Walach und Stefan Schmidt von der Europa-Uni Viadrina Frankfurt (Oder) (europa-uni.de) sowie Dr. Walter von Lucadou von der Hochschule Furtwangen (hs-furtwangen.de).


- Den vollständigen Brief, unterzeichnet von Cardeña und Kollegen finden Sie HIER


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