Dienstag, 4. Februar 2014

Alpha Centauri B: Sonnennächster Stern könnte superhabitablen Planeten beherbergen


Künstlerische Darstellung eines erdähnlichen Planeten im sonnennahen System um die Sterne Alpha Centauri A (s. links) und Alpha Centauri B (Mitte). | Copyright: ESO/L. Calçada

Hamilton (Kanada) - Der unserem Sonnensystem nächstgelegene Stern, Alpha Centauri B, könnte einen erdartigen Planten beherbergen, der noch deutlich länger lebensfreundlicher als unsere Erde sein könnte. Während diese nach bislang rund 3,5 Milliarden Jahren des Lebens wahrscheinlich schon in ein bis zwei Milliarden Jahren nicht mehr lebensfreundlich sein wird, könnte Leben auf der fernen "Erde" um Alpha Centauri B insgesamt 10 Milliarden Jahre lang gedeihen und dem unsrigen schon einige Milliarden Jahren voraus sein.

Wie de Forscher um René Heller von der kanadischen McMaster University aktuell im Fachjournal "Astrobiology" (DOI: 10.1089/ast.2013.1088) berichten, basieren bisherige Modelle zur Einschätzung der Lebensfreundlichkeit eines Planeten, der sogenannten Habitabilität, bislang nur auf einigen wenigen Faktoren und Kriterien, wie etwa der Planetengröße oder seiner in etwa erdähnlichen Entfernung zum Muttergestirn.


"Niemand hat sich bisher aber der Frage gewidmet, ob andere Orte vielleicht sogar noch besser geeignet wären, um erdähnliche lebensfreundliche Bedingungen aufzuweisen", zitiert der "New Scientist" den Wissenschaftler.


Aus diesem Grund haben Heller und Kollegen weitere Faktoren und Kriterien in ihre Berechnungen zur Habitabilität von Planeten miteinbezogen, darunter auch Schwerkraft, Alter und die innere Struktur eines hypothetischen Planeten.


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Da aufgrund der vorhersagbaren Ausdehnung unserer Sonne, die Erde spätestens in zwei Milliarden Jahren - ähnlich wie die heutige Venus - viel zu heiß und von einer tödlichen, dichten Kohlendioxid-Atmosphäre eingehüllt sein wird, sehen die Wissenschaftler in einem Planeten, der etwas größer wäre als unsere Erde dafür aber einen Stern umkreisen würde, der etwas kleiner ist als unsere Sonne, den idealsten Ort für Leben.

"Man braucht einen Stern, der den Planeten für sieben bis zehn Milliarden Jahre innerhalb seiner habitablen Zone halten könnte", so Heller. Die habitable Zone beschreibt hierbei jene Abstandsregion, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser - und damit die Grundlage zumindest für erdähnliches Leben – existieren könnte.


Durch die etwas umfangreichere Masse eines solchen erdartigen Planeten, würde schon die interne Wärme länger währen und dadurch dass Planeteninnere länger verflüssigt halten und somit auch die Plattentektonik länger antreiben. Diese ist wiederum für den Recycling-Kreislauf von Wasser und Gestein und damit auch für ein stärkeres Magnetfeld verantwortlich ist, das seinerseits den Planeten vor solarer und kosmischer Strahlung schützt.


Schon heute vermuten einige Astronomen, dass der unserem Sonnensystem nächstgelegene Stern, Alpha Centauri B, der etwas lichtschwächer als unsere Sonne ist, einen Felsplaneten beherbergt. Dieser jedoch würde - so sich die bisherigen Signale (...wir berichteten 1, 2) bestätigen - seinen Stern zu dicht umrunden, um Leben - wie wir es kennen - hervorgebracht haben zu können.


Allerdings zeigen die Daten der Kepler-Mission, dass nur selten nur ein einzelner Planet um einen Stern entsteht, sodass die Existenz eines bislang noch unentdeckten superhabitablen Planeten, der Alpha Centauri B in weiterer Entfernung umkreist, durchaus möglich wäre.


Durch die größere Schwerkraft wären die Landschaften auf diesem Planeten deutlich flacher als auf der Erde, wodurch auch die Meere und die Inselgruppen seichter und flacher verlaufen würden - vergleichbar etwas mit Indonesien oder den Bahamas.


Tatsächlich entsteht auch auf der Erde in derartigen Umgebungen eine größere Artenvielfalt als etwa in der Tiefsee oder in den trockenen Regionen im Innern großer Kontinente.


Während die Studie nicht die Frage nach den auf einem solchen Planeten potentiellen Lebensformen direkt anspricht, spekuliert Heller jedoch darüber, dass aufgrund der größeren Schwerkraft, die sich Vegetation eher dichter am Boden halten würde und die Atmosphäre dichter wäre. Vor diesem Hintergrund wäre dann auch anzunehmen, dass Landlebewesen kleiner und stämmiger als ihre irdischen Gegenstücke gebaut wären, während viel größere Tiere die Fähigkeit des Fliegens entwickelt haben könnten.


Alpha Centauri B ist etwa sechs Milliarden Jahre alt. Der von den Wissenschaftlern angedachte hypothetische, super-lebensfreundliche Planet hätte also gegenüber unserer Erde einen evolutiven Vorsprung von mehren Milliarden Jahre. Intelligentes Leben wäre also auf diesem Planeten nicht nur durchaus vorstellbar, sondern könnte uns Erdenmenschen auch schon weit überlegen sein.


Allerdings blieb die Entdeckung von Hinweisen auf intelligente Zivilisationen in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft bislang ebenso erfolglos wie der Nachweis eines den Kriterien der Forscher entsprechenden Planeten um Alpha Centauri B.


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Quellen: newscientist.com, mcmaster.ca
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