Mittwoch, 5. Februar 2014

Sinn und Zweck noch immer unbekannt - Archäologen erforschen 4.600 Jahre alte Pyramide in Ägypten


Was zunächst wie ein Schutthügel nahe Edfu aussah (o.), entpuppte sich bei Ausgrabungen als die Reste einer von sieben sogenannten Provinzpyramiden (u.). | Copyright: Tell Edfu Project at the University of Chicago’s Oriental Institute, oi.uchicago.edu

Toronto (Kanada) - In der antiken Siedlung Edfu im Süden Ägyptens haben Archäologen eine rund 4.600 Jahre alte Stufenpyramide ausgegraben, die mindestens einige Jahrzehnte vor der Großen Pyramide von Gizeh erbaut wurde. Die Pyramide gleicht anderen derartigen Bauwerken, die in ganz Ägypten zu finden sind. Sinn und Zweck dieser Pyramiden ist jedoch bis heute gänzlich unbekannt, da - entgegen der allgemeinen Lehrmeinung - keine dieser Pyramiden je als Grabanlage genutzt wurde.

Die nun nahe Edfu ausgegrabenen, nur noch etwa 5 Meter hohen Reste der Stufenpyramide erreichten einst eine Höhe von 13 Metern. Sie ist eine von sieben sogenannten "Provinzpyramiden", die entweder unter Pharao Huni (2635-2610 v.Chr.) oder unter Snofru (2610-2590 v.Chr.) erbaut wurden.


Zwar befinden sich alle dieser Provinzpyramiden in der Nähe einstiger großer Siedlungen, doch weisen sie weder interne Kammern auf noch wurden sie über bzw. um ummauerte Grankammern errichtet (Mastaba). Es handelt sich also nicht um Grabmale.


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"Sechs der sieben Pyramiden haben mit 18,4 x 18,6 Metern Grundfläche nahezu identische Dimensionen – darunter auch die jetzt neu ausgegrabene Pyramide nahe Edfu", berichtet "LiveScience.com".


"Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Pyramiden sind wirklich erstaunlich und es gibt definitiv einen gemeinsamen Plan", so Gregory Marouard von der University of Chicago. Zu welchem Zweck die Pyramiden jedoch errichtet wurden, wissen die Archäologen bislang noch nicht - vermuten jedoch, dass die Bauwerke symbolischen Charakter innerhalb eines Herrscherkultes hatten. Auf der Ostseite der Provinzpyramide von Edfu haben die Forscher die Reste einer Vorrichtung entdeckt, auf der offenbar Speiseopfer dargebracht wurden. Für die Archäologen ein wichtiger Hinweis auf die Nutzung dieser Pyramiden.


Ebenfalls auf der Außenseite entdeckten die Wissenschaftler hieroglyphenartige Graffiti und daneben - jedoch außerhalb der Pyramide selbst - das Grab eines Kleinkindes. Beide Funde datieren die Archäologen jedoch deutlich nach der Errichtung und Nutzung der Pyramide und gehen deshalb davon aus, dass sie mit dem ursprünglichen Zweck des Bauwerks nichts zu tun haben.


"Der Baustiel der Edfu-Pyramide gleicht dem der Stufenpyramide des Djoser (ca. 2670-2640 v.Chr.), der zu Beginn der dritten Dynastie die erste Pyramide Ägypten errichten ließ", erläuterten die Archäologen aktuell auf einem Symposium der "Society for the Study of Egyptian Antiquities" in Toronto. Die Technik gleiche der, wie sie zu Errichtung der Pyramide von Meidum unter Snofu oder Huni angewandt wurde, bevor die Stufenpyramiden zu echten Pyramiden wurden.


Schon 50 Jahre nach ihrer Erbauung, auch das belegen die Beifunde der Opferstelle, wurde die Pyramide schon nicht mehr genutzt. Die Nutzung der Provinzpyramiden scheint somit mit dem Baubeginn an der großen Pyramide zu enden. "Wie es scheint, glaubte Pharao Cheops, dass die kleinen Pyramiden sonst wo im Reich nicht weiter – etwa zu repräsentativen Zwecken - notwendig waren und hat sich stattdessen dem Bau der großen Pyramide von Gizeh zugewandt", so Marouard und verweist auf weitere Belege dafür, dass Cheops alles ihm Mögliche daran setzte, das Zentrum der politischen Macht von Memphis nach Gizeh zu verlagern.


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Quelle: livescience.com, oi.uchicago.edu
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