Dienstag, 11. Februar 2014

Flüssiges Wasser auf dem Mars: Sehr Wahrscheinlich aber nur schwer eindeutig nachweisbar

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Die sich mit den Jahreszeiten verändernden dunklen "Finger" an einem Hang im Mars-Canyon Valles Marinieris. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Atlanta (USA) - Immer in den Frühlings- und Sommermonaten des Mars zeichnen sich an mehren Orten auf dem Roten Planeten fingerartige dunkle Verfärbungen an Kraterhängen und -hügeln ab, deren Intensität in den Monaten des Mars-Herbstes und im Winter wieder verblasst (...wir berichteten 1, 2). Die wahrscheinlichste Erklärung für dieses Phänomen ist flüssiges Wasser, wenn auch noch nicht gänzlich zweifelsfrei nachgewiesen. Mit Hilfe einer Spektralanalyse aus dem Marsorbit haben US-Wissenschaftler nun versucht, dem Geheimnis dieser sich jahreszeitlich veränderten Bodenmuster auf den Grund zu kommen - immer noch ohne durchschlagenden Erfolg.

Die Forscher um die Doktorandin Lujendra Ojha und Professor James Wray vom Georgia Institute of Technology haben 13 Orte, an denen die sogenannten "recurring slope lineae" (RSL) bereits entdeckt und eben als "wiederkehrende Hanglinien" bestätigt wurden, u.a. mit Hilfe des "Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars" (CRISM) und der hochauflösenden Kamera "HiRISE" an Bord der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) in der Hoffnung untersucht, hier tatsächlich die chemischen Fingerabdrücke von Mineralien zu finden, mit deren Hilfe sich die Ursache - ob nun flüssiges Wasser oder nicht - für die Linien genau ablesen ließe.


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Das Ergebnis ist jedoch weiterhin mindestens zweideutig: Während die spektrale Signatur von Wasser oder Salzen zwar nicht gefunden wurden, zeigen die Daten jedoch Signaturen von eisenhaltigen Mineralien an den meisten Orten mit RSLs. Diese Mineralien sind in der Umgebung der rätselhaften Fingerlinien häufiger zu finden oder zeigten bestimmte Korngrößen als an Hängen ohne RSLs.

"Wir haben immer noch keinen eindeutigen Beweis für die Existenz von Wasser in diesen Linien, obwohl wir wirklich nicht erklären können, wie der zu diesen Formen führenden Prozess ohne Wasser ablaufen sollte", kommentiert Ojha die bisherigen Ergebnisse der Spektralanalyse. "Genau wie die Linien selbst, so variiert auch die Stärke der spektralen Signaturen mit den Jahreszeiten. Die Signaturen sind in den warmen Monaten stärker als in den kälteren."



Satellitenaufnahme der Hänge des südlichen Palikir Kraters kombiniert mit den Spektraldaten der Mars-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter". | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UA/JHU-APL

Zugleich stellten die Forscher jedoch erneut teilweise große Unterschiede zwischen den 13 Orten mit potentiellen RSLs fest. "Dieser Umstand deutet darauf hin, dass bislang noch unbekannte Faktoren, etwa eben das Vorhandensein von Wasser und (den Gefrierpunkt von Wasser reduzierenden) Salzen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von RSLs sind", so Ojha abschließend. Zudem gebe es Jahre, in denen sich die Fingerlinien stärker ausprägen als während anderer. "Sollte es sich also um Spuren von Wasser handeln, so ist auch dessen Vorkommen jahresabhängig unterworfen."


Die Ergebnisse der ausführlichen RSL-Analyse haben die Forscher in zwei Fachartikeln, zum einen im "Geophysical Research Letters" (DOI: 10.1002/2013GL057893) und in "Icarus" (DOI: 10.1016/j.icarus.2013.12.021) publiziert.


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Quelle: gatech.edu, NASA
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