Mittwoch, 19. Februar 2014

Kaum bekannt: Ansbacher Hofastronom entdeckte gemeinsam mit Galileo Galilei die vier großen Monde des Jupiter


Porträt des Simon Marius aus seinem Werk "Mundus Iovialis" von 1614. | Copyright: gemeinfrei

Nürnberg (Deutschland) - Während Galileo Galilei allgemein als Entdecker der auch nach ihm als "Galileische Monde" benannten vier Hauptmonde des Jupiter, Io, Europa, Ganymed und Kallisto gilt, wissen nur Wenige, dass zeitgleich mit Galilei auch der Ansbacher Hofastronom Simon Marius die vier großen Jupitermonde entdeckt hat. Marius publizierte seine Ergebnisse aber erst im Jahre 1614 in seinem Werk "Mundus Iovialis", das damit in diesem Jahr sein 400-Jähriges Jubiläum feiert. Dem Astronom zu Ehren, hat die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) "Simon-Marius-Jubiläum 2014" ausgerufen.

Von Galilei selbst des Plagiats bezichtigt, belegen mittlerweile die Aufzeichnungen des Gunzenhausener Mathematikers, Arzt, Astronoms und Kalendermachers Simon Mayr (1573-1624), der sich Marius nannte und markgräflicher Hofmathematiker in Ansbach war, dass er die Monde am 8. Januar 1610 des gregorianischen Kalenders - und damit nur einen Tag nach Galilei - großen Jupitermonde entdeckt hatte. Seine Entdeckung veröffentliche Marius jedoch erst 1614.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Während Galilei sich seine Priorität schon im März 1610 durch sein Werk "Sidereus Nuncius" (Sternenbotschaft) gesichert hatte, beobachtete Marius einige Details, die Galilei offenbar entgangen waren. So bemerkte er, dass die Bahnebene der Jupitermonde gegen die Äquatorialebene des Jupiters wie auch die Ekliptik leicht geneigt ist, wodurch sich auch die Abweichungen in der Breite erklären lassen. Marius stellte zudem fest, dass sich die Helligkeit der Monde ändert und berechnete für 1608 bis 1630 Tabellen. Mit diesen gelang es ihm, die Umlaufzeiten der Jupitermonde um ihren Planeten derart genau zu berechnen, dass diese von den heute als verlässlich betrachteten Daten nur um maximal 0,3 Promille abweichen.


Zum Thema

"Noch immer steht das Werk von Marius unter dem Schatten des Plagiatvorwurfs, obwohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachgewiesen werden konnte, dass Marius völlig selbstständig forschte und schon seine frühesten Beobachtungen den modernen Werten teilweise näher sind als die des Galilei", erläutert das neue 16-sprachige Internetportal zu Simon Marius' Werk "Simon-Marius.net" auf dem auch das umfangreiche Vortrags- und Veranstaltungsprogramm des Jubiläumsjahres zu finden sind.

grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: simon-marius.net
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE