Freitag, 28. Februar 2014

NASA präsentiert Beweise für Wasser und mögliche Fossilien in weiterem Mars-Meteoriten

Elektronenmikroskop-Aufnahme kugelförmiger Strukturen (roter Kreis) im Innern des Mars-Meteoriten "Yamato 000593". | Copyright: NASA

Pasadena (USA) - Nachdem vor 18 Jahren der damalige US-Präsident Bill Clinton in die Entdeckung von Leben auf dem Mars in Form von fossilen Überresten einstiger Mars-Mikroben verkündet hatte, seither dieser Beweis jedoch von vielen Wissenschaftlern in Frage gezogen wurde und nur wenige Astrobiologen den Mut hatten, ähnliche Entdeckungen in anderen Meteoriten zu veröffentlichen, haben nun auch wieder NASA-Wissenschaftler im Innern eines großen Mars-Meteoriten nicht nur Wasser sondern auch Strukturen gefunden, die fossilen irdischen Mikroben auffallend ähnlich sind.

Die Ergebnisse, so erläutern die Forscher um Lauren White vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA und Everett Gibson vom Johnson Space Center der NASA aktuell im Fachjournal "Astrobiology" (DOI: 10.1089/ast.2011.0733), "legen die Anwesenheit biologischer Prozesse auf dem Mars vor hunderten Millionen von Jahren nahe".


"Wir sind davon überzeugt, dass diese Entdeckung ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Beantwortung der großen Frage, ob es einst auf dem Mars Leben gab, darstellt", so die Forscher. Zugleich unterstreichen sie aber auch, dass die Entdeckung die Frage noch nicht eindeutig beantworten könne, geschweige denn die Anhaltende Kontroverse um derartige Entdeckungen (...wir berichteten, s. Links): "Wir sagen nicht, dass wir Marsleben gefunden haben."


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Auf die mikroskopisch kleinen Strukturen stießen die Forscher im Innern des 13,5 Kilogramm schweren Meteoriten "Yamato 000593", der von japanischen Wissenschaftlern im Jahre 2000 in der Antarktis entdeckt wurde. Die Zusammensetzung des Meteoriten deutet aufgrund von Tonmineralien daraufhin, dass dieser einst mit flüssigem Wasser interagiert hatte. Das Alter dieses Marsgesteins datierten die Wissenschaftler auf 1,3 Milliarden Jahre. Zur Erde katapultiert wurde Yamato offenbar durch einen Einschlag auf dem Roten Planeten vor rund 12 Millionen Jahren, wodurch der Meteorit dann wahrscheinlich vor 50.000 bis 10.000 Jahren auf die Erde gelangte.



Mikrotunnel im Innern des Mars-Meteoriten "Yamato 000593". | Copyright: NASA

Bei den Strukturen selbst handelt es sich zum einen um kleinste "Mikro-Tunnel", die das Innere des Meteoriten durchziehen. "Diese Tunnel weisen gekrümmte und gewellte Formverläufe auf, wie sie mit durch biologische Prozesse verursachte Veränderungen in irdischen basaltischem Glas gefunden werden können und hier eindeutig von Bakterien hinterlassen wurden.


Zum anderen fanden die Forscher zwischen den Schichten kugelförmige Strukturen, deren Größe im Nano- und Mikrometerbereich liegt (1.000.000.000 Nanometer = 1.000.000 Mikrometer = 100 Zentimeter) . Hierbei handele es sich um sich eindeutig von den Kohlenstoff- und Silikatschichten getrennte Strukturen (s.Abb.o. roter Kreis). Ähnliche Strukturen wurden schon zuvor einem anderen Marsmeteoriten entdeckt, der 1911 nahe Nakhala in Ägypten gefunden wurde.


Die aktuellen Analysen dieser Strukturen im Yamato-Meteoriten zeigen nun zudem, dass diese Sphärulen im Vergleich zum umliegenden Material (s.Abb.o. blauer Kreis) doppelt so stark mit Kohlenstoff angereichert sind.


Besondere Bedeutung bei der Beurteilung beider beschriebener Strukturen stellt für die NASA-Wissenschaftler der Umstand dar, dass sie nicht nur im schon vergleichsweise lange vor seiner Entdeckung auf der Erde gelegenen Yamato, sondern auch im Nakhala-Meteoriten gefunden wurden, der unmittelbar nach seinem Aufschlag auf der Erde sichergestellt werden konnte.



 

Zwar betonen die Forscher, dass ein nicht-biologischer Mechanismus als Erklärung für die Strukturen nicht gänzlich ausgeschlossen werden könnte, dennoch lege die auffallende Ähnlichkeit zu bekannten irdischen Strukturen eindeutig biologischer Herkunft die "faszinierende Möglichkeit nahe, dass auch diese Strukturen auf dem Mars durch biologische Aktivität erzeugt wurden."

"Die einzigartigen Strukturen in diesem Marsmeteoriten sind Beweise für von Wasser herbeigeführten Veränderungen (...) und belegen erneut, dass der Mars zumindest in der Vergangenheit ein sehr aktiver Körper war", so Gibson. "Der Planet offenbart damit die Anwesenheit eines aktiven Wasserspeichers, der auch eine bedeutende Kohlenstoff-Komponente beinhaltete."


"Das ist jetzt noch nicht der schlagende Beweis für einstiges Leben auf dem Mars", so White abschließend, "da wir niemals die Möglichkeit gänzlich ausschließen werden können, dass es zu einer Kontamination diese Meteoriten auf der Erde gekommen ist. Dennoch sind diese Strukturen sehr interessant und zeigen, dass weitere Studien dieser Körper durchgeführt werden sollten."


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Quelle: NASA/JPL
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