Mittwoch, 5. Februar 2014

Spätzünder Erde? Leben im Universum könnte schon "kurz" nach dem Urknall überall entstanden sein


Symbolbild: Hubble-Blick ins Universum (HUDF). | Copyright: NASA/ESA

Cambridge (USA) - Bislang ist die Erde der einzige uns bekannte Planet, auf dem Leben entstanden ist. Die unvorstellbare Anzahl an fernen Sonnensystemen und der darin beinhalteten Planeten macht jedoch die Vorstellung, dass die Erde aber auch tatsächlich der einzige Ort im Universum sein sollte, auf dem Leben entstand, mehr als unwahrscheinlich. Eine aktuelle Studie kommt nun sogar zu der Vermutung, dass unser Heimatplanet in Wirklichkeit so ein regelrechter Spätzünder in Sachen Leben sein könnte: Schon 15 Millionen Jahre nach dem Urknall herrschten im gesamten Universum derart milde Temperaturen, sodass auf geradezu allen damaligen Felsplaneten - so vorhanden - erdähnliches Leben entstanden und für mehre Millionen Jahre lang existiert haben könnte.

Wie der Harvard-Astrophysiker Abraham Loeb vorab in einem auf "arXiv.org" (arXiv:1312.0613v2) veröffentlichten Artikel erläutert, war das gesamte Universum kurz nach dem Urknall ein von extrem heißem Plasma angefüllter und damit lebensfeindlich heißer Ort. Doch dieses supererhitzte Plasma kühlte sich in Folge der Ausdehnung des Universums zunehmend bis auf die heutigen mehr als frostigen minus 270 Grad Celsius ab. Noch heute können wir anhand der sogenannten kosmischen Hintergrundstrahlung bis auf knapp 400.000 Jahre nach dem Urknall selbst zurückblicken (...wir berichteten).


"Als das Universum etwa 15 Millionen Jahre alt war, hatte sich die kosmische Hintergrundsrahlung universell auf die Temperaturen eines warmen Sommertages abgekühlt", so Loeb. Wenn es damals schon Felsplaneten gab, so könnte alleine diese kosmische Wärme die Oberflächentemperaturen auf diesen Welten warm genug gehalten haben, dass Wasser selbst dann in flüssiger Form (und damit die Grundlage des Lebens) existiert haben könnte, wenn der Planet seinen Stern nicht innerhalb der sogenannten "habitablen Zone" umkreist hätte. Diese Bedingungen hätten mehrere Millionen Jahre lang angehalten - selbst nach irdischen Maßstäben also ausreichend Zeit für die Entstehung von Mikroben und ersten komplexeren Lebensformen.


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Allerdings sagt das kosmologische Standardmodell voraus, dass die ersten Sterne, die durch die schweren Elemente erst die Grundlage zu Entstehung erdartiger Planeten schufen, erst einige dutzend Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden. Zu dieser Zeit hätte sich das Universum aber für Loebs Szenario schon zu stark abgekühlt.

Der Astrophysiker selbst gibt jedoch zu bedenken, dass es innerhalb dieses frühen Universums "Inseln" aus dichter gepackterer Materie gegeben haben könnte, innerhalb derer vergleichsweise kurzlebige Sterne schon sehr viel früher entstanden sein könnten. Die Explosionen dieser Sterne könnten dann auch das restliche Universum mit den zur Entstehung von Felsplaneten notwendigen schweren Elementen befruchtet haben.


Zugleich liefert Loeb auch einen Ansatz dafür, wie seine Theorie überprüft werden könnte. Hierzu müsste man in unserer Milchstraße nach Planeten suchen, die Sterne umkreisen, die nahezu keine schweren Elemente beinhalten und so als heutige Analogien für frühe Planetensysteme im noch jungen Universum dienen könnten.


- Loebs Originalartikel finden Sie HIER


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Quelle: arxiv.org
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