Donnerstag, 20. Februar 2014

Supervision: Auch Katzen und Hunde sind UV-sichtig


Symbolbild: Katze. | Copyright: Sebastianjude, CC-by-SA 3.0

London (England) - In einer neuen Studie haben britische Forscher herausgefunden, dass offenbar auch Katzen, Hunde, Igel, Nagetiere, Feldermäuse, Frettchen und Okapis ultraviolettes Licht sehen können, wie es für uns Menschen unsichtbar ist. Diese Fähigkeit hat Vor- und Nachteile.

Wie die Forscher um Ronald Douglas von der City University London und Glen Jeffery vom University College London aktuell im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" (DOI: 10.1098/rspb.2013.2995) berichten, liegt das Geheimnis der geradezu schon mystischen Katzenaugen und die einer ganzen Reihe anderer Tiere, von denen diese Eigenschaft bislang noch nicht bekannt war, in deren Fähigkeit, nicht nur normales Licht, sondern auch UV-Licht wahrnehmen zu können. Auf diese Weise offenbaren sich den Tieren nicht nur ein geradezu psychodelisches Farbenspiel von Blüten und bunten Federn sondern beispielsweise auch eine Welt voller Urinspuren anderer Tiere, also auch die potentieller Beute und Artgenossen.


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Zwar sei schon seit bald 100 Jahren bekannt, dass zahlreiche wirbellose Tierarten, wie etwa Bienen und andere Insekten, ultraviolettes Licht sehen können, Pflanzen diese Eigenschaft sogar zur Kommunikation mit ihren Bestäubern nutzen und auch Vögel, Fische und einige Reptilien UV-sichtig sind, doch ging man bislang davon aus, dass die meisten Säugetiere dazu nicht in der Lage wären, so die Forscher.


"Der Grund hierfür liegt darin, dass den Augen der meisten Säugetiere UV-empfindliche Sehpigmente fehlen, sie stattdessen aber bekannterweise wie wir Menschen Linsen haben, die UV-Licht sogar davon abhalten, auf die Netzhaut zu gelangen", so Douglas. Derartige Sehpigmente absorbieren Licht und wandeln dieses in elektrische Aktivität um, die dann von den Nervenzellen an das Gehirn übertragen werden.


Wie die Forscher nun aber zeigen können, sind es nicht diese UV-empfindlichen Pigmente alleine, die für die UV-Sichtigkeit verantwortlich sind. Stattdessen übertragen bei einigen Tieren auch die durchsichtigen, sogenannten brechenden Medien des Auges (Linse, Augenhornhaut usw.), Licht im UV-Bereich. Auf diese Weise gelangt mehr Licht auf die Netzhaut und ist so gerade für nachtaktiven Tieren hilfreich.


Diese Eigenschaft, so vermuten die Forscher, erkläre möglicherweise auch, warum gerade Katzen von vermeintlich gewöhnlichen Objekten so stark fasziniert sind, da etwa Papier, Stoffe aber auch Kosmetika oft mit optischen Aufhellern behandelt sind, die wiederum Licht im UV-Spektrum absorbieren und somit für entsprechend sichtige Tiere ganz anders erscheinen können, wie für uns Menschen.


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Zugleich deuten die Untersuchungsergebnisse daraufhin, dass derart sichtige Tiere zugleich vor den etwa für das menschliche Auge schädlichen Auswirkung von starker UV-Strahlung (etwa in Schnee und Eis, die bis zu 90 Prozent des ultravioletten Lichts absorbieren) geschützt sind.

Die UV-Sichtigkeit der Tiere gehe wahrscheinlich aber auch mit einer etwa unschärferen Sicht einher. Vielleicht sei gerade Letzteres der Grund dafür, warum wir Menschen eben nicht UV-sichtig seien, da wir auf unsere Fähigkeit angewiesen sind so viele Details wie möglich deutlich wahrnehmen zu können.


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Quelle: rspb.royalsocietypublishing.org
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