Freitag, 21. Februar 2014

Weltraumteleskop PLATO soll zweite Erde finden


Künstlerische Illustration der Plato-Mission: Das Weltraumteleskop soll nach der "zweiten" Erde suchen. Dafür untersucht es Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die in einer lebensfreundlichen, habitablen Zone um ihren Stern kreisen. (Illu.). | Copyright: DLR

Köln (Deutschland) - Unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) begibt sich in ein internationales Konsortium auf die Suche das einer zweiten Erde. Ein solcher Planet außerhalb unseres Sonnensystems, sollte demnach in einer erdähnlich ausbalancierten günstigen Entfernung von seinem Stern diesen umkreisen, damit auf seiner Oberfläche aufgrund milder Temperaturen Wasser in flüssiger Form - und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens - existieren kann. Die Mission, deren Start für 2024 vorgesehen ist, wurde von der Europäische Raumfahrtorganisation ESA am 19. Februar 2014 unter fünf vorgeschlagenen Missionen ausgewählt.

"Dieses einzigartige europäische Weltraumteleskop für die Suche nach Exoplaneten ermöglicht es deutschen und europäischen Wissenschaftlern, auf diesem Gebiet der Astronomie absolute Spitzenforschung zu betreiben", freut sich der Vorstandsvorsitzende Prof. Johann-Dietrich Wörner vom DLR.


PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of Stars) soll dabei in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde - von einem der sogenannten Lagrange-Punkte aus - für mindestens sechs Jahre den Himmel beobachten. Dabei, so schätzen die Planetenforscher, wird das Teleskop Tausende neuer Planeten an anderen Sternen entdecken und charakterisieren.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Zunächst gehe es einmal darum, ein Planetensystem zu finden, das unserem Sonnensystem ähnlich sei, erläutert die Leiterin des PLATO-Instrumentenkonsortiums Prof. Heike Rauer vom DLR-Institut für Planetenforschung.


34 einzelne Teleskope auf einer Beobachtungsplattform können dafür zusammengeschaltet und somit gebündelt werden. "Wir werden Planeten finden, die ihren sonnenähnlichen Stern in der lebensfreundlichen, der habitablen Zone umkreisen: Planeten, auf deren Oberfläche Wasser vorhanden sein könnte und auf denen dann vielleicht sogar die Entwicklung von Leben, wie wir es kennen, möglich wäre", fährt Rauer fort.


Um die weit entfernten Planeten zu entdecken, die um ihre hellen Sterne wie die Erde um die Sonne kreisen, greifen die Wissenschaftler auf eine "indirekte" Methode zurück: Sie beobachten die hellen Sterne mittels der Transitmethode: Zieht ein Planet dann bei seiner Umlaufbahn vor seiner "Sonne" vorbei, schwächt er bei diesem "Transit" deren Helligkeit leicht ab. Außerdem wird PLATO die Schwingungen der Sterne vermessen. Für die Planetenforscher bedeutet dies: Sie erfahren nicht nur von der Existenz der Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, sondern bestimmen auch ihren Aufbau, ihren Radius und ihr Alter.


"Wir sind an den Gesteinsplaneten mit einem Eisenkern wie unsere Erde interessiert - und nicht an Mini-Gasplaneten", betont Prof. Rauer. Die Mission soll ungefähr die Hälfte des Himmels beobachten und dabei etwa eine Million Sterne absuchen.


Neben der Suche nach der zweiten Erde hoffen die Planetenforscher auch auf Erkenntnisse über die Entwicklung von Planetensystemen. Bisher sei das Wissen über das Alter von extrasolaren Planeten noch sehr gering. Die Himmelskörper hingegen, die das Weltraumteleskop PLATO beobachtet, werden unterschiedlich alt sein. "Die Beobachtung von Planeten in vielen verschiedenen Stadien der Entwicklung eines Planetensystems wird uns Hinweise auf die Vergangenheit und die Zukunft unseres Sonnensystems erlauben", betont Prof. Tilman Spohn, Leiter des DLR-Instituts für Planetenforschung. Für die Wissenschaft soll PLATO eine Fülle an Daten liefern, die in dieser Genauigkeit so bisher noch nicht vorlagen.


Die DLR-Wissenschaftler bauen bei der PLATO-Mission auf ihre Erfahrungen mit den Missionen CoRoT und Kepler auf. Beide Missionen entdeckten zahlreiche Exoplaneten. "Eine zweite Erde war aber bisher nicht dabei", bedauert Rauer. Im Sommer 2013 wurden beide Missionen dann nach einer langjährigen Laufzeit eingestellt. In den kommenden zehn Jahren werden mit Kepler-2, TESS (NASA) und CHEOPS (ESA) die nächsten Missionen zur Entdeckung und Untersuchung von Exoplaneten starten. Das Weltraumteleskop PLATO soll dann anschließend nach Planeten suchen, deren Umlaufzeit um ihren Stern denen der inneren Planeten des Sonnensystems ähneln.


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: DLR
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE