Dienstag, 25. Februar 2014

Whistleblower Edward Snowden: Dokumente erwähnen erstmals auch UFOs


NSA-Whistleblower Edward Snowden. | Quelle: youtube.com/user/TheWikiLeaksChannel

New York (USA) - Nachdem die von dem NSA-Whistleblower Edward Snowden veröffentlichten Informationen und Dokumente weltweit auch den letzten Schleier der Naivität über die Spionage- und Abhörmethoden des US-Geheimdienstes NSA und seiner internationalen Partner von den Augen der Öffentlichkeit gefegt haben sollten, fragten sich auch UFO-Forscher wie Skeptiker gleichermaßen, wo denn innerhalb dieser Daten auch Informationen über das angeblich Wissen der Geheimdienste über UFOs stecke. Jetzt ist in den Snowden-Dokumenten erstmals eine Akte aufgetaucht, in der es auch um die unidentifizierten Flugobjekte geht. Doch auch besagte Akte führt unter Laien wie Experten zu neuem Rätselraten und Spekulationen.

Aufgedeckt wurden die ersten Snowden-Dokumente mit UFO-Bezug von der erst diesen Monat neu gegründeten Internetseite "The Intercept" (www.firstlook.org/theintercept), die sich die journalistische Aufarbeitung der Snowden-Informationen zum Ziel gemacht hat.


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Konkret handelt es sich bei dem Dokument um eine Powerpoint-Präsentation des britischen "Government Communications Headquarters" (GCHQ), ein Geheimdienst, der sich mit Kryptographie, Verfahren zur Datenübertragung und mit Fernmeldeaufklärung befasst.

Unter dem Titel "The Art of Deception - Training for a New Generation of Online Covert Operations" (dt.: Die Kunst der Täuschung - Training für eine neue Generation von verdeckten Online-Operationen) geht es um die gezielte Beeinflussung und Nutzung bzw. Missbrauch der Mechanismen des Internet im Kampf gegen unliebsame Personen und Meinungen. Schon auf einer der ersten Seiten verkündet die Überschrift unverhohlen: "We want to build Cyber Magigans" (dt.: Wir wollen Cyber-Zauberkünstler erschaffen).



Titelbild der geheimen Powerpoint-Präsentation "The Art of Deception" | Quelle: firstlook.org/theintercept

Wie so viele Powerpointpräsentationen, so handelt es sich auch hier hauptsächlich um Schaubilder, Illustrationen und Diagramme - ohne dass jedoch leider der dazugehörige Vortragstext mitgeliefert wird, durch den die Darstellungen erst einem konkreten Kontext zugeordnet werden könnten.


Neben der Vorstellung verschiedener historischer Zauberkünstler und Trickmanöver, etwa der im Zweiten Weltkrieg von der britischen Armee eingesetzten aufblasbaren Panzer, getarnten Militärstützpunkten aber auch Tarn- und Ablenkungstechniken aus der Natur, werden Glaubenssysteme und sozialen Wirkungsmechanismen im Internet und sozialen Netzwerken beleuchtet.


Die Seiten 35, 36 und 37 zeigen dann drei mehr oder weniger bekannte UFO-Fotos. Allerdings ohne jeglichen erläuternden Begleittext. Auch die Bilder vor und nachher lassen nur schwerlich auf den Kontext schließen, innerhalb dessen die drei UFO-Fotos hier gezeigt und benutzt wurden.





Die drei UFO-Fotos aus dem Dokument "The Art of Decpetion"

Lediglich die Überschrift des Kapitels lässt Spekulationen zu: "Influence and Information Operations" (dt.: Operationen zu Einfluss und Information). Bevor es dann offenbar um die Nutzung von Marken geht, zählt die Gliederung des Kapitels folgende vielsagende Prinzipien auf, denen diese "Operationen" offenbar zugrunde liegen:

Das Zeit-Prinzip
Das Prinzip von Neid und Gier

Das Prinzip der Täuschung/des Schwindels

Das Prinzip der Verlogenheit

Das Herden-Prinzip

Das Prinzip der sozialen Folgsamkeit / Das Autoritätsprinzip

Das Prinzip der Beständigkeit

Das Prinzip der Ablenkung

Das Prinzip der Gegenseitigkeit
Das Prinzip des Schmeichelns
Somit bezieht sich die Powerpoint-Präsentation direkt auch auf die neusten Snowden-Informationen über die perfiden Taktiken der britischen 'Joint Threat Research Intelligence Group' des GCHQ, über die derzeit weltweit berichtet wird. Diese, so erläutert der "The Intercept"-Mitbegründer und Snowden-Vertraute Glenn Greenwald in einem Kommentar, bestehen hauptsächlich aus zwei Kerntaktiken:
"1. Das Einbringen von falschen Materialien in das Internet, um die Reputation der Ziele zu zerstören.
2. Sozialwissenschaftliche Kenntnisse und andere Praktiken zu nutzen um Diskurse und Aktivismus im Internet zu manipulieren und ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Um zu verstehen, wie extremistisch derartige Programme sind, muss man sich nur einmal vor Augen führen, mit welchen Mitteln diese Ziele erreicht werden sollen: Operationen unter falscher Flagge (etwa die Veröffentlichung von Materialien im Internet unter falschem Namen), gefälschte Opfer-Blogposts (wenn etwa fälschlicherweise behauptet wird, ein wie auch immer geartetes Opfer jener Person zu sein, die man vernichten will) und das Veröffentlichen negativer Informationen in verschiedenen Online-Foren."
Über die Frage, wie die drei gezeigten UFO-Fotos in dieses Konzept passen und in welchem Kontext Sie diskutiert wurden, kann bislang lediglich spekuliert werden.

Denkbar wären verschiedene Szenarien, wie sie mit Sicherheit in nächster Zeit in UFO-Kreisen kontrovers diskutiert werden: So könnten UFOs im Allgemeinen oder gezielt manipulierte angebliche UFO-Aufnahmen als Mittel der Diskreditierung von Wissenschaftlern, Forschern oder Aktivisten vorgeschlagen werden. Es könnte aber auch darum gehen, wie ein bestimmtes Thema, das möglicherweise eine wahren Kern besitzt, durch die obig erläuterten Maßnahmen, etwa die regelrechte Überschwemmung des Internets (speziell etwa von Videoplattformen) mit gefälschten oder manipulierten Inhalten, als solches diskreditiert aber auch zur psychologischen Kriegsführung genutzt werden kann. Auch möglich wäre, dass die drei UFO-Fotos beispielhaft für moderne Mythos und damit verbundenen Glaubens-, Forschungs- und Wissenschaftssysteme gezeigt wurden.


Sicher scheint nur, dass die drei Aufnahmen offenbar willkürlich ausgewählt wurden, da es sich in allen drei Fällen um bereits bekanntes Bildmaterial aus dem Internet, teilweise sogar noch mit den jeweiligen Copyright- und Quellangaben bestückt, handelt.


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