Montag, 24. März 2014

Forscher zweifeln an der Vorstellung vom "frühen feuchten Mond"


Mondaufgang hinter der Erde, aufgenommen von dem japanischen ISS-Asronauten Koichi Wakata im Februar 2014. | Copyright: JAXA/Koichi Wakata

Los Angeles (USA) - Anhand neuer Untersuchungen des Minerals Apatit, wie es auch in einer Vielzahl von Mondgesteinsproben entdeckt wurde, zweifeln US-Forscher an der erst wenige Jahre alten Vorstellung vom schon kurz nach seiner Entstehung "feuchten Mond".

Wie die Forscher um Jeremy Boyce von der University of California und Dr. Francis McCubbin von der University of New Mexico aktuell im Fachjournal "Science" (DOI: 10.1126/science.1250398) berichteten, könnte das Mineral, dessen Name sich von der altgriechischen Bezeichnung für "täuschen" ableitet, Wissenschaftler tatsächlich fälschlicherweise davon überzeugt haben, dass schon der noch junge Mond feuchter war als er in Wirklichkeit ist.


Erst in den vergangenen 10 Jahren hatten erneute Analysen von in Mondgestein eingeschlossenen vulkanischen Glas und das darin beinhaltete Apatit die jahrzehntelang gehegte Vorstellung vom Mond als staubtrockenem Himmelskörper ins Wanken gebracht und die Vorstellung von einem in Wirklichkeit feuchten jungen Erdtrabanten etabliert.


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Gemeinsam mit Kollegen haben Boyce und McCubbin die Bildung des Minerals unter Zunahme verschiedener flüchtiger Elemente simuliert - darunter Wasserstoff, Chlor und Fluor. Hierbei konnten sie zeigen, dass Apatit nicht der eindeutige Indikator für den Wassergehalt des Mondbodens, für den er in den vergangenen Jahren gehalten wurde.


Der Anteil an Wasser im Mondgestein spielt eine bedeutende Rolle für die bislang vorherrschende Theorie über die Entstehung unseres Mondes. Laut dieser kollidierte vor mehreren Milliarden Jahren die noch junge Erde mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper (Theia) wonach sich der Mond aus dem noch heißen Auswurfmaterial dieser Kollision formte und abkühlte.


Folgt man dieser Theorie jedoch, so sollten sämtliche flüchtigen Elemente - darunter eben auch das Wasser - fasst gänzlich verdampft und der junge Mond tatsächlich jener nahezu trockene Himmelskörper gewesen sein, als der er jahrzehntelang angesehen und dargestellt wurde.


Während die Studie die Existenz von Wasser im Mondgestein nicht in Frage stellt und sogar darauf verweist, dass ein bestimmter Anteil des "Mondwassers" durch die (spätere) Interaktion des Mondbodens mit dem Sonnenwind gebildet wurde. Dennoch scheine es nun doch so zu sein, dass "der mit weniger Wasseranteilen als die Erde entstanden sein könnte", so McCubbin abschließend gegenüber der BBC.


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Quellen: BBC, sciencemag.org
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