Freitag, 28. März 2014

Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko: Rosetta-Sonde hat erstmals Ziel vor Augen


Komet 67P/Churymov-Gerasimenko im Sternbild Ophiuchus, aufgenommen von der Telekamera NAC des OSIRIS-Kamerasystems an Bord der europäischen Raumsonde Rosetta. | Copyright: ESA/MPS for OSIRIS-Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Göttingen (Deutschland) - Vier Monate vor ihrer erwarteten Ankunft hat die europäische Sonde Rosetta zum ersten Mal ihr Reiseziel, den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko vor den Kameraaugen. Im kommenden Sommer soll die Sonde den Kometen erreichen, diesen umkreisen und im November dann die Landeeinheit Philae auf der Oberfläche absetzten, die erstmals direkt auf dem Kometen physikalisch-chemische Messungen durchführen soll.

Auf den bisherigen Aufnahmen des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Sonde ist 67P/Churyumov-Gerasimenko bislang erst als Bruchteil eines einzelnen Pixels zu erkennen, da der Komet von mehr als fünf Millionen Kilometer entfernt ist.


"Nach einer zehnjährigen Reise durchs All unser Ziel endlich vor uns zu sehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl", kommentiert der wissenschaftlicher Leiter des OSIRIS-Teams Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). "Diese erste Bilder, die aus einer solch riesigen Entfernung gelungen sind, zeigen uns, dass OSIRIS für das bevorstehende Abenteuer gerüstet ist. Schon bald werden wir verfolgen können, wie die Aktivität des Kometen erwacht."


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Schon zuvor konnte OSIRIS bereits mehrfach seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen - lieferte unter anderem bei Vorbeiflügen an Erde und Mars beeindruckende Ansichten und konnte die Asteroiden Steins und Lutetia wissenschaftlich untersuchen.


Auch in den nächsten Monaten wird OSIRIS Einblicke in eine völlig neue Welt ermöglichen, erläutert die Pressemitteilung des MPS: "Zunächst werden die Aufnahmen helfen, die Aktivität des Kometen anhand seiner Helligkeit einzuschätzen; ab Mitte Juli lassen die Bilder dann bereits die Form des kosmischen Brockens erkennen. Im Laufe der Mission wird das Kamerasystem Strukturen in der sogenannten Koma, der Atmosphäre des Kometen, sichtbar machen sowie die Topographie und Beschaffenheit der Kometenoberfläche untersuchen. Ab dem Sommer dieses Jahres gilt ein Hauptaugenmerk dabei der Suche nach einem geeigneten Landeplatz für die Landeeinheit Philae. Diese soll im November 2014 auf der Kometenoberfläche aufsetzen."


Auf der Oberfläche des Kometen gelandet, soll Philae verschiedene physikalisch-chemische Messungen durchführen. Unter wollen die ESA-Wissenschaftler nach organischen und mineralischen Verbindungen wie etwa Aminosäuren im Eis des Kometen suchen.


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Quelle: mps.mpg.de, ESA
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