Donnerstag, 10. April 2014

GreWi-Exklusiv: Astronomen hoffen schon in wenigen Wochen auf weitere Indizien für Planet X


Künstlerische Darstellung des Blicks auf das Sonnensystem von der Oberfläche des Zwergplaneten Sedna aus. (Illu.). | Copyright: Adolf Schaller/NASA/ESA

Washington (USA) - Seit kaum drei Wochen sieht unser Sonnensystem nicht mehr so aus, wie zuvor: Neben der Entdeckung eines Asteroiden mit einem saturnartigen Ringsystem (...wir berichteten), haben US-Astronomen gleich zwei neue Zwergplaneten im äußeren Sonnensystem entdeckt, deren Umlaufbahnen zudem auf die Existenz eines bislang noch unbekannten großen Planeten hindeuten könnten (...wir berichteten 1, 2 3). Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" hat nun der Entdecker der beiden neuen Zwergplaneten, der Astronom Scott S. Sheppard von der Carnegie Institution of Sciences, die baldige Entdeckung bzw. Bestätigung weiterer Zwergplaneten in Aussicht gestellt. Mit dieser, so hofft das Team um Sheppard, könnte schon in wenigen Wochen weitere Indizien für den kontrovers diskutierten "Planet X" gefunden werden.

Während Sheppard schon zuvor neben den Zwergplaneten "2012 VP113" und "2013 FY27", ein weiteres Objekt mit der Kennung "2013 FZ27" als potentiellen Zwergplaneten beschrieben hatte (...wir berichteten), erklärte der Astronom auf Anfrage unserer Redaktion (GreWi), dass sein Team bei den bisherigen Beobachtungen neben diesem Objekt, noch weitere potentielle Zwergplaneten entdeckt habe:

"Wir haben gleich mehrere Objekte entdeckt, die wir derzeit verfolgen und untersuchen. Diese Objekte sind entweder sehr hell und deshalb groß oder sehr weit entfernt. Solange wir aber diese Objekte bei unseren nächsten Beobachtungen nicht nochmals untersucht haben, kann ich noch nicht viel mehr über diese Objekte sagen. Aber ja, wir haben hier möglicherweise einige weitere Zwergplaneten."


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"Entfernte Objekte", so erläutert Sheppard weiter, "sind der Hauptgrund für unsere Suche, um so die Theorie einer noch unbekannten Super-Erde im äußeren Sonnensystem zu überprüfen. Hierzu müssen wir Objekte finden, die wirklich sehr weit entfernt sind, jenseits des Randes des Kuiper-Gürtels ab etwa 50 Astronomischen Einheiten (AU = Abstand: Sonne - Erde) Entfernung."



Die Umlaufbahnen der Objekte des Sonnensystems vor der Entdeckung von "2012 VP113", maßstabsgetreu (v.l.o.n.r.u.). | Copyright: NASA

"Selbst wenn diese Objekte also lichtschwach oder klein sind, könnten sie - so sie weit genug entfernt sind, sehr interessant für uns sein. Sehr weit entfernte Objekte haben mit großer Wahrscheinlichkeit Umlaufbahnen, die - wie jene von Sedna und "2012 VP113" - von denen der großen Planeten entkoppelt sind. Diese fernen Arten von Umlaufbahnen sind dann auch diejenigen, die eine mögliche Signatur der fernen Super-Erde aufzeigen könnten, da sie von den großen Planeten (des Sonnensystems) nicht mehr beeinträchtigt werden."


Laut Sheppard sind die nächsten Beobachtungen schon im kommenden Mai geplant. "Wenn das Wetter mitspielt, könnte es sein, dass wir dann schon die Existenz einiger interessanten Objekte bestätigen können."


In wieweit diese Objekte dann auch schon weitere Aufschlüsse auch über die potentielle Existenz eines weiteren großen Planeten im äußeren Sonnensystem zulassen, könne bislang noch nicht eingeschätzt werden. Doch Sheppard zeigt sich schon jetzt zurückhaltend hoffnungsvoll:


"Vielleicht können wir anhand unserer baldigen weiteren Beobachtungen bzw. anhand der Umlaufbahnen der fernen Objekte, die wir hoffen, bestätigen zu können, dann schon mehr darüber sagen, ob es dort draußen noch einen großen Planeten gibt. Wir müssen noch einige mehr dieser seltenen, sehr weit entfernten Objekte finden. Wir werden also abwarten müssen, ob wir schon im Mai einige dieser Objekte bestätigen können - oder auch nicht. Die meisten der Kandidaten, die wir dann weiter untersuchen wollen, werden wahrscheinlich für unsere Überprüfung der Super-Erde-Theorie nicht interessant sein. Einige wenige aber vielleicht schon."


...wir werden berichten, sobald uns neue Ergebnisse vorliegen.


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