Freitag, 4. April 2014

NASA liefert Beweise für verborgenen Wasserozean auf Saturnmond Enceladus


Der wahrscheinliche innere Aufbau des Saturnmondes Enceladus: unterhalb der kilometerdicken Eiskruste birgt der Südpol einen Ozean flüssigen Wassers, das durch tiefe Risse im Eismantel in gewaltigen Fontänen austritt (IIlu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena (USA) - Gewaltige geysirartige Eis- und Wasserdampf-Fontänen am Südpol des Saturnmondes Enceladus deuteten schon lange auf einen unter der kilometerdicken Eiskruste des Mondes verborgenen Wasserozean hin. Jetzt liefert die Sonde Cassini gemeinsam mit dem Deep Space Network der NASA erstmals Beweise für die Existenz dieses großen flüssigen Gewässers im Innern des Saturntrabanten. Damit gerät Enceladus erneut ins Visier als potentielles Ziel zur Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem.

Seit 2005, als die Cassini-Sonde erstmals die Fontänen am Südpol des Mondes entdeckt hatte, spekulierten Wissenschaftler über einen Ozean aus flüssigem Wasser unter Enceladus' kilometerdicker Eiskruste. Die neuen Daten liefern nun erstmals Beweise in Form von geophysikalischen Messungen der inneren Struktur des Saturnmondes, wie sie mit Werten eines verborgenen Ozeans im Innern des Mondes übereinstimmen.


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Wie die Forscher um David Stevenson vom California Institute of Technology (Caltech), Luciano Iess von der University di Roma und Sami Asmar vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Science" berichten, stammen die neuen Daten von Schwerkraftmessungen mit Hilfe von Radiosignalen zwischen der Sonde und dem irdischen Deep Space Network bei ihren bislang 19 Vorbeiflügen an Enceladus zwischen 2010 und 2012.


"Diese Messungen legen einen großen, möglicherweise regional begrenzten Wasserozean von etwa 10 Kilometern Tiefe unterhalb der 30 bis 40 Kilometer dicken Eisdecke der Südpolregion nahe", erläutern die Forscher.


Dieser Untergrund-Ozean rückt den gerade einmal 500 Kilometer durchmessenden Enceladus endgültig in die Liste der wahrscheinlichsten Orte im Sonnensystem, an denen mikrobisches Leben existieren könnte.


Wie die Forscher erläutern, kann eine gemessene negative Schwerkraft-Anomalie in der Südpolregion des Mondes nicht alleine durch eine vorhandene große Senke erklärt werden. "Aus diesem Grund kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass es hier in der Tiefe dichteres Material geben muss, dass die darüber fehlende Eismasse ausgleicht", kommentiert Luciano Iess. Hierbei handele es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um flüssiges Wasser, dessen Dichte sieben Prozent über der von Wassereis liegt.



Gewaltige Fontänen aus Wasserdampf und Eis am Südpol des Saturnmondes Enceladus.
| Copyright: NASA/JPL/SSI (Mosaik: Emily Lakdawalla)


Ob dieser Untergrund-Ozean nun aber auch tatsächlich die Fontänen am Südpol von Enceladus speist, geht aus den Messungen wiederum nicht hervor. Die Forscher halten dieses Szenario jedoch durchaus für möglich: "Die Risse in der Eiskruste könnten bis hinunter zu jenem Teil des Mondes führen, der von stark wechselnden Gezeitenkräften erhitzt wird, die auf Enceladus wirken, wenn dieser seinen Planeten auf einer stark exzentrischen Bahn umkreist.

Der so flüssige Ozean könnte auch mikrobisches Leben beheimaten: "Material, das aus den Fontänen am Südpol des Mondes austritt, beinhaltet salziges Wasser und organische Moleküle (...wir berichteten) und damit die Grundbausteine des Lebens", kommentiert die Cassini-Projektwissenschaftlerin Linda Spilker vom JPL.


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Quelle: NASA
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