Samstag, 26. April 2014

NASA-Teleskope entdecken sonnennahen eisigen Stern


Künstlerische Darstellung des "neusten" Sonnennachbarn "WISE J085510.83-071442.5". | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Penn State University

University Park (USA) - Mit dem Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE) und dem Spitzer Space Telescope haben NASA-Astronomen ein Objekt entdeckt, bei dem es sich offenbar um den bislang kältesten sogenannten Braunen Zwerg handelt. Dieser verhinderte Stern ist so kalt wie die Pole der Erde. Mit nur 7,2 Lichtjahren Entfernung gehört der "Eis-Stern" zu den vier unserer Sonne nächstgelegenen Sternen, von welchen das System Alpha Centauri in nur 4 Lichtjahren Entfernung unseren direkten Nachbar darstellt.

"Es ist sehr aufregend einen neuen Nachbarn unseres Sonnensystems entdeckt zu haben, der uns derart nahe ist", kommentiert Kevin Luhman vom Center for Exoplanets and Habitable Worlds an der Pennsylvania State University, die Entdeckung. "Aufgrund seiner extremen Temperatur können wir zudem eine ganze Menge über die Atmosphäre von ähnlich kalten Planeten sagen."

Braune Zwergsterne beginnen ihre Entwicklung zwar genau wie normale Sterne, als in sich kollabierende Gaskugeln, doch fehlt es ihnen an Masse, um die nukleare Fusion zu zünden und so als richtiger Stern zu erstrahlen.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Bei dem nun neuentdeckten Objekt mit der Bezeichnung "WISE J085510.83-071442.5" handelt es sich um einen solchen Braunen Zwerg mit einer Temperatur von zwischen minus 48 und minus 13 Grad Celsius. Vorige Kälterekordhalter unter den Braunen Zwergen, die ebenfalls mit WISE und Spitzer entdeckt wurden, haben etwa Raumtemperatur.

Da derart kalte Objekte im sichtbaren Lichtspektrum geradezu unsichtbar sein können, gelang die Entdeckung erst mit dem Weltraumteleskop WISE, da dieses den gesamten Himmel zweifach, einige Regionen bis zu dreimal im Infrarotspektrum abgesucht hatte. Einmal entdeckt, konnte seine Temperatur dann mit dem Weltraumteleskop Spitzer genauer ermittelt werden.



Schaubild der Sonne und ihrer nächsten Nachbarn. | Copyright: NASA/Penn State University

"Es ist schon erstaunlich, dass wir selbst nach Jahrzehnten der Suche noch immer keine vollständige Vorstellung von der direkten Nachbarschaft unseres Sonnensystem haben", kommentiert der Spitzer-Projektwissenschaftler Michael Werner vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

WISE J085510.83-071442.5 ist schätzungsweise 3 bis 10 Mal so groß wie Jupiter. Mit einer derart vergleichsweise geringen Masse könnte es sich zwar auch um einen Gasriesen handeln, der einst aus einem Stern- bzw. Planetensystem herausgeschleudert wurde, dennoch vermuten die Forscher, dass es sich wahrscheinlich doch eher um einen Braunen Zwerg handelt, da diese - im Gegensatz zu Einzelgängerplaneten - doch vergleichsweise häufig sind. Sollte sich diese Einstufung durch die NASA-Wissenschaftler richtig sein, so würde es sich um den masseärmsten Braunen Zwerg handeln, der bislang bekannt ist.


Erst vor einem Jahr hatten Luhman und Kollegen mit WISE bereits ein wärmeres Braunes Zwergenpaar in 6,5 Lichtjahren Entfernung zur Sonne entdeckt (...wir berichteten). Zugleich schließen die WISE-Astronomen anhand ihrer Himmelsdurchmusterung aus, dass es im äußeren Sonnensystem einen bislang unbekannten Planeten mit einer Masse des Neptun oder größer geben könnte (...wir berichteten). Dennoch läuft derzeit die Suche nach einem kleineren, nach irdischen Maßstäben aber immer noch großen Planeten im äußeren Sonnensystem auf vollen Touren. Erst vor einem Monat haben US-Astronomen einen weiteren Zwergplaneten an der äußersten Grenzen des Sonnensystems entdeckt und spekulieren anhand dessen extremer Umlaufbahn über die Existenz einer sogenannten Super-Erde, also eines Felsplaneten von der bis zu 10-fachen Erdmasse, im äußeren Sonnensystem (...wir berichteten 1, 2). Schon im kommenden Mai erhoffen sich die Astronomen die Entdeckung weitere unbekannter Zwergplaneten im äußeren Sonnensystem und damit weitere Aufschlüsse über einen dortigen bislang noch unbekannten großen Planeten (...wir berichteten).


grenzwissenschaft-aktuell.de

Quelle: NASA
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE