Samstag, 19. April 2014

NESSI: Erdgestütztes Teleskop analysiert ferne Atmosphären


Das Magdalena Ridge Observatory des New Mexico Institute of Mining and Technology in Socorro. | Copyright: New Mexico Tech

Socorro (USA) - Mit dem "New Mexico Exoplanet Spectroscopic Survey Instrument" (NESSI) am 2,4-Meter Teleskop des Magdalena Ridge Observatory beginnen Astronomen im kommenden Sommer mit der Analyse der Atmosphären ferner Planeten von der Erde aus.

Nachdem NESSI in den ersten Apriltagen die Sterne Pollux und Arcturus zu Testzwecken angepeilt hatte, bereiten sich die Astronomen um Michele Creech-Eakman vom New Mexico Institute of Mining and Technology in Socorro nun auf die ersten Beobachtungen ferner Planeten vor: "Planetenjäger haben mittlerweile tausende Exoplaneten ausfindig gemacht. Mit NESSI können wir mehr über die Zusammensetzung ihrer Atmosphären erfahren."


Unterstützt vom "Experimental Program to Stimulate Competitive Research" (EPSCoR) der NASA werden mit NESSI zunächst rund 100 Exoplaneten direkt anvisiert. Zu diesen Planeten gehören sowohl riesige Versionen unserer Erde, sogenannte "Super-Erden", als auch Gasriesen, sogenannte "Heiße Jupiter", die alle ihre Sterne in vergleichsweise dichtem Abstand umkreisen.


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NESSI ist speziell darauf ausgerichtet, die Planeten und ihre entsprechenden Atmosphäre immer dann zu untersuchen, wenn diese - aus Sicht des Teleskops - vor der "Sonnenscheibe" ihrer Sterne in sogenannten Transits vorbeiziehen. Mit dieser als "Transitspektroskopie" bezeichneten Methode wird das Licht des Sterns mit einem Spektrometer aufgeschlüsselt, wenn es während der Passage des Planeten durch dessen Atmosphäre fällt. Zieht man die dabei gewonnen Daten von dem normalen Spektrum des Sternenlichts ab, bleibt die spektrale Signatur der Atmosphäre des Planeten übrig. Auf ähnliche Weise haben Wissenschaftler schon die Atmosphären Heißer Jupiter mit Hilfe der Spektrometer an Bord der Weltraumteleskope "Hubble" und "Spitzer" analysiert. Mit der gleichen Methode wird dann auch die nächste Generation von Weltraumteleskopen nach lebensfreundlichen Atmosphären um erdartige Planeten Ausschau halten.

Die Weitwinkeloptik des Teleskops ermöglich den Forschern nicht nur eine Reduktion atmosphärischer Störungen der Erdatmosphäre sondern auch das Fokussieren gleich zweier oder mehrerer Sterne zugleich.


"Mit NESSI können wir eine ganze Bandbreite von Wellenlängen im nahen Infrarot abdecken und damit multiple Signaturen von Molekülen zur gleichen Zeit messen", erläutert der NESSI-Astronom Mars Swain vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der 
NASA.


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Quelle: NASA/JPL
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