Donnerstag, 22. Mai 2014

Museum gibt traditionelle Sasquatch-Maske an Sts'alies-Indianer zurück


Die 1939 an das Vancouver Museum unberechtigter Weise gespendete Ritualmaske eines sogenannten Sasq'et. | Copyright: museumofvancouver.ca

Vancouver (Kanada) - Im Rahmen einer Rückgabezeremonie wurde am 12. Mai 2014 eine seit 75 Jahren verschollen geglaubte traditionelle Maske, die einen Sasquatch bzw. Bigfoot darstellen soll, an den Stamm der Sts'alie-Indianer (Chehalis) repatriiert. Für die Sts'alies ist die "Sasq'et"-Maske ein wichtiger kultureller zeremonieller Gegenstand und wurde einst bei Feierlichkeiten zu Ehren der sagenumwobenen Waldbewohner getragen.

Wie das Museum of Vancouver (MOV) in einer Pressemitteilung erklärt, wurde die Maske vor rund 75 Jahren dem Museum von dem Lehrer und Volkskundler J.W. Burns gespendet. Burns selbst verbrachte viele Jahre mit den Chehalis-Indianern im Chehalis Indian Reserve am Ufer des Harrison River, nördlich von Vancouver und ist dafür bekannt, ein besonderes Interesse an den indianischen Legenden rund um die sogenannten "Sasq'et" gehabt zu haben.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Wahrscheinlich in Folge einer falschen Aussprache der indianischen Bezeichnung, gilt Burns noch heute als Schöpfer für die Bezeichnung "Sasquatch", was sozusagen der indianischen Bezeichnung für die allgemein auch als Bigfoot bezeichneten nordamerikanischen Waldmenschen entspricht.



Rückgabe der Sasq'et-Maske durch die Museumsdirektorin Nancy Noble an die Sts'alies-Ältesten. | Copyright: museumofvancouver.ca

Die Maske wurde demnach in den Jahren 1937 oder 1938 von Ambrose Point vom Stamme der
Sts'alies aus Holz und Bärenfell gefertigt und 1938 an dem als "Sasquatch Day" bezeichneten indianischen Festival getragen, an dem zahlreiche lokale Stämme aus Kanada und den USA mit Sportwettkämpfen, Zeremonien, Kunst und Handwerk die mysteriösen Waldbewohner ehrten.

Aufgrund der Tatsache, dass die Maske für den Stamm von großer zeremonieller und spiritueller Bedeutung war, gehen sowohl die
Sts'alies als auch das Museum heute davon aus, dass die Maske ihren Besitzer nicht freiwillig gewechselt hatte. "In Fällen, in denen die Vermutung nahe liegt, dass Artefakte illegal in den Besitz des Museums gelangt sind und von besonderer kultureller Bedeutung sind, ist für uns die Repatriierung die naheliegende Lösung und Anliegen."

Die
Sts'alies selbst berichten von einer engen spirituellen und kulturellen Verbindung ihres Stammes mit den Sasq'ets. Laut den Legenden haben Sasquatch die Fähigkeit zwischen der physischen und der spirituellen Welt zu wandeln. Eine Sichtung oder gar Nahebegegnung mit diesen Wesen wird von den Sts'alies als Geschenk und Würdigung innerhalb der Sts'alies-Gemeinschaft betrachtet.


Ein Tänzer der Sts'alies in traditionellem Sasq'et-Kostüm. | Copyright: tourismharrison.com

Nachdem die Feiern zum "Sasquatch Day" lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, begehen die Sts'alies den Feiertag seit einigen Jahren erneut. In diesem Jahr wird dann vom 7. bis zum 8. Juni neben der erst vor einigen Jahren angefertigten neuen Maske auch die alte Maske in Harrison Hot Springs zu sehen sein.

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle:
museumofvancouver.ca, tourismharrison.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE