Mittwoch, 28. Mai 2014

Vulkan ließ einst lebensfreundliche Umweltbedingungen auf dem Mars entstehen


Charakteristische Geländeformen belegen einstige Gletscher an den Flanken des Mars-Vulkans Arsia Mons. | Copyright: NASA/Goddard Space Flight Center/Arizona State University/Brown University

Providence (USA) - Eruptionen des Vulkans Arsia Mons könnten vor rund 210 Millionen Jahren die jüngste lebensfreundliche Region auf dem Mars entstehen gelassen haben. Die Studienergebnisse von US-Geologen zeigen, dass die Ausbrüche des Vulkans durch das Aufschmelzen einer darüber gelegenen massiven Gletscherschicht große Mengen an flüssigem Wasser freigesetzt hätten – "und wo Wasser ist, da besteht auch die Möglichkeit einstigen Lebens", so die Forscher. Noch heute könnten sich Reste des Gletschereises erhalten haben.

Aus dem von der vulkanischen Hitze aufgeschmolzenen Eis hätten gewaltige Seen im Gletscher entstehen können, berichten die Forscher um Kat Scanlon und James Head von der Brown University aktuell im Fachjournal "Icarus" (DOI: 10.1016/j.icarus.2014.04.024) und berechneten zugleich, wie viel flüssiges Wasser aus dem Prozess hervorgegangen sein und wie lange dieses Wasser in flüssiger Form existiert haben könnte.


Arsia Mons ist etwas doppelt so groß wie der Mount Everest, damit der drittgrößte Vulkan auf dem Mars und einer der höchsten Berge im gesamten Sonnensystem.


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Die neue Analyse der Geländeformen rund um Arsia Mons zeigt, dass sich Eruptionen entlang der nordwestlichen Flanke des Vulkans vor rund 210 Millionen Jahren und damit zur selben Zeit ereignet hatten, als die Region auch von einem gewaltigen Gletscher bedeckt war.


"Die Hitze dieser Eruptionen hätte große Mengen von Eis geschmolzen, wodurch große Geltschersee in Form von sogenannten Wassertaschen im Innern des Gletschers entstanden wären", berichten die Forscher. "Diese Gletscherseen auf Arsia Mons könnten mehrere hundert Kubikkilometer Schmelzwasser beinhaltet haben. "Auf diese Weise könnten große flüssige Wassermassen also auch noch in (nach geologischen Maßstäben) jüngerer Vergangenheit auf dem Mars existiert haben", so Scanlon.


Tatsächlich wären diese lebensfreundlichen Gletscherseen mit einem Alter von nur 210 Millionen Jahren deutlich jünger als etwa die vom NASA-Marsrover "Curiosity" im Innern des Gale-Kraters entdeckten, einst lebensfreundlichen Regionen mit einem Alter von rund 2,5 Milliarden Jahren.


Der Umstand, dass die einstigen gewaltigen Geltscherseen um Arsia Mons derart jung sind, machen die Region zu einem besonders interessanten Ziel für zukünftige Missionen auf der Suche nach einstigem Leben auf dem Roten Planeten. "Sollten Zeichen von vergangenem Leben überhaupt einmal an diesen Orten gefunden werden, so wäre Arsia Mons der Ort der Wahl", so Scanlon.


Alleine zwei der berechneten Gletscherseen hätten jeweils rund 40 Kubikkilometer Wasser beinhalten können, ein anderer bis zu 20. Dadurch, dass die Seen von der dicken Eisschicht des Gletschers bedeckt gewesen wären, hätte sich das Wasser auch über einen vergleichsweise langen Zeitraum von bis zu mehreren tausend Jahren halten können. "Das könnte lange genug gewesen sein, damit diese Seen dann auch von Mikroben bevölkert worden sein könnten – vorausgesetzt, dass es diese Lebensformen damals auf dem Mars überhaupt bzw. immer noch gab."


"Es besteht sogar die Möglichkeit, dass Teile dieses einstigen Geltschereises, in Kratern und unter der Oberfläche verborgen, noch heute auf dem Mars vorhanden sind", kommentiert Head. "Das ist aus wissenschaftlicher Sicht natürlich von besonderem Interesse, weil sich darin (Anm.d.GreWi-Red.: neben potentiellen Mikroben?) auch Informationen über die Marsatmosphäre vor vielen Millionen Jahren erhalten haben könnten. Zugleich könnten sie auch als Wasserquelle für zukünftig bemannte Missionen dienen."


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Quelle: brown.edu
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