Donnerstag, 19. Juni 2014

Kommendes Weltraumteleskop James Webb könnte schon binnen weniger Tage industrialisierte außerirdische Zivilisationen identifizieren


Künstlerische Darstellung eines erdartigen Planeten um einen Weißen Zwerg (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Cambridge (USA) - Der Nachweis sogenannter Bio-Marker wie Sauerstoff oder Methan in der Atmosphäre von fernen Planeten steht schon lange im Fokus der Suche nach außerirdischem Leben. Auf der Suche nach Beweisen für zumindest industriell entwickelte außerirdische Zivilisationen setzen einige Astronomen große Hoffnungen auf den Nachweis von Gasen, die so nur als Folge industrieller Prozesse und nicht natürlich entstehen können. Aus einer neuen Studie geht nun hervor, dass schon mit dem für 2018 geplanten Hubble-Nachfolger, dem James Webb Space Telescope (JWST) das Vorhandensein entsprechen eindeutiger Gase schon binnen 1,5 bis 3 Tagen Beobachtungs- bzw. Messdauer nachgewiesen werden könnte.

Bei einer entsprechenden Suche, so schlagen es Henry W. Lin vom Harvard College, Gonzalo Gonzalez Abad und Abraham Loeb vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in einem Artikel vorab auf "ArXiv.org" vor, solle man sich beispielsweise auf die zwischen 10 und 10.000 Jahre langlebigen Tetrabrommethan und das FCKW Trichlorfluormethan konzentrieren, da diese wohl am einfachsten zu entdecken wären.

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Während Biomarker wie Methan und Distickstoffmonoxid in erdähnlichen Konzentrationen in der Atmosphäre eines erdschweren Planeten innerhalb der habitablen Zone eines Weißen Zwergsterns schon nach einer Messzeit (Integrationszeit) von 1,5 bis 12 Stunden identifiziert werden könnten, bräuchte man für den Nachweis der eindeutig künstlicher Schadstoffe 1,5 bis zu drei Tage - sofern die Gase in Konzentrationen von dem rund Hundertfachen des derzeit irdischen Vorkommens.


Künstlerische Darstellung der James-Webb-Space-Telescope im Einsatz. | Copyright: NASA

Sollte das JWST also wie geplant für die Suche nach Biomarkern eingesetzt werden, so würde die gleichzeitige Suche nach Industrie-Markern nur unmerklich mehr Zeit und damit Kosten aufwenden, so die Forscher abschließend. "Darüber hinaus wäre Nachweis sehr langlebiger Schadstoffe ohne den Nachweis von Biomarkern zusätzlich ein warnender Hinweis zu den Risiken industrieller Schadstoffe an das intelligente Leben hier auf der Erde."


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Quelle: arxiv.org
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