Donnerstag, 12. Juni 2014

Studie ergründet Poltergeist-Phänomene nach 1945


Symbolbild: Poltergeist-Spuk. | Copyright: Nevit Dilmen, CC-by-SA 3.0

Vancouver (Kanada) - Für seine Doktorarbeit mit dem Titel "Mischievous Forces" (Bösartige Kräfte), die die historische Bedeutung des Poltergeist-Phänomens in der Nachkriegszeit (1945-1990) ergründen will, sucht der Historiker Christopher Laursen von der University of British Columbia derzeit Zeitzeugen entsprechender Erscheinungen und Ereignisse.

"Beim Poltergeist-Phänomen handelt es sich um das merkwürdige Phänomen, bei dem Menschen die Eigenbewegung von unbelebten Objekten beobachten konnten", erläutert der Forscher den Hintergrund seiner Studie. "Doch was ist die historische Bedeutung dieser Phänomene? Mit erst in der Nachkriegszeit entwickelten psychologischen Konzepten von der Wirkung des Geistes auf die Materie liegen seither neue Ansätze für die Erklärung von Poltergeist-Erscheinungen vor."


Der Bergriff "Poltergeist" beschreibe unsichtbare, schelmenhaft bis bösartige Kräfte, die an Wände Klopfen, mit allen Arten von Objekten um sich werfen und selbst schwere Möbel umdrehen und verrücken. "In den 1950er Jahren wurden psychologische und psychoanalytische Konzepte des menschlichen Potentials, von der Wirkung des Geistes auf die Materie und des emotionalen Wohls auf Poltergeist-Erscheinungen übertragen, die seither die bis dahin oft als Erklärung angewandten Konzepte und Vorstellungen von Geistern Verstorbener als Verantwortliche für diese Erscheinungen in Frage gestellt und teilweise abgelöst haben."


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Ziel die Studie, so erläutert der Forscher weiter, sei es aber nicht, bestimmte Theorien über das Poltergeist-Phänomen zu beweisen oder zu widerlegen, sondern eine historische Bestandsaufnahme dessen, wie Menschen Poltergeist-Erscheinungen erlebt und untersucht haben.


"Die bestimmenden Personen bei der Einschätzung dessen, was in derartigen Fällen vorgefallen war, waren Familienmitglieder, Nachbarn, Polizisten, religiöse Authoritäten, Journalisten, Skeptiker und Parapsychologen", erläutert Laursen. "Ein Aspekt der Studie widmet sich der Frage, wie dieser Prozess die Bedeutung dieser Ereignisse für diejenigen beeinflusst hat, die sie direkt erlebt haben. Wie entstand in den Nachkriegsjahrzehnten das Wissen über dieser Phänomene und wie wurden sie diskutiert?"


Im Zentrum der historischen Forschungsarbeit steht das Zusammentragen älterer Augenzeugenberichten dieser Phänomene aus erster Hand. "In vielen Fällen von berichten über Poltergeist-Erscheinungen sind diese Aussagen kaum vorhanden", so der Forscher. "Zusätzlich zu dieser eher archivarischen Arbeit ist es mein Ziel, lebende Augenzeugen, Erforscher und Kritiker dieser Phänomene zu interviewen."


Die weiteren Studienziele fasst Laursen wie folgt zusammen:


- Die Studie soll zeigen, wie das Poltergeist-Phänomen das Leben der Menschen beeinflusst hat, deren Zuhause davon betroffen wurde - sowohl während als auch nach den Poltergeist-Erscheinungen.


- Sie soll die unterschiedlichen Interpretationen von Poltergeistern untersuchen und die Hintergründe aufzeigen, vor denen diese Interpretationen getätigt wurden.


- Es soll bewertet werden, welche formelle Erforschung dieses Phänomens durch Parapsychologen und andere Untersucher in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurden und zu welchen Interaktionen es insbesondere mit den Augenzeugen, den Forschungsmethoden und Theorien gekommen ist.


- Die Studie will zudem ergründen, wie diese Erfahrungen, Untersuchungen und Analysen die Diskussionen darum angeregt und vorhandene Vorstellungen über Metaphysik, die physikalische Welt und das menschliche Potential herausgefordert haben.


Umgekehrt soll auch untersucht werden, auf welche Weise das Poltergeistphänomen, Spukfälle und Geister in der Populärkultur dargestellt wurden und wie diese Porträts die Deutungen und Interpretationen der Menschen beeinflusst haben, wenn sich solche Phänomene ereigneten.


Obwohl sich die Studie auf Großbritannien, die USA und Kanada und auf den Zeitraum von 1945 bis 1990 konzentriert, ist Laursen auch an Erfahrungen aus erster Hand aus anderen Ländern und anderen Zeitperioden interessiert.


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Quelle: journal.extra-ordinarium.com
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