Dienstag, 10. Juni 2014

Wissenschaftler finden Hinweis für großen unbekannten Meeresräuber


Symbolbild: Weißer Hai. | Copyright: sharkdiver.com

Perth (Australien) - Vor den Küsten Australiens haben Biologen damit begonnen erstmals Weiße Haie mit Sonden zu bestücken, um so mehr über die Lebensweise und die Bewegungsrouten der Tiere zu erfahren. Was mittels einer dieser Sonden jedoch nun herausgefunden wurde, stellt die Forscher vor ein Rätsel und deutet zugleich auf die Existenz eines noch unbekannten ungewöhnlich großen Meeresräubers hin, der sowohl in der Tiefe als auch unmittelbar an der Oberfläche jagt.

Die ungewöhnlichen Daten stammen von einer Sonde, die die Forscher einem mit fasst drei Metern Körperlänge besonders großen Weißen Hai in das Rückengewebe implantieren konnten.


Das als "Shark Alpha" bezeichnete Weibchen zeigte zunächst keinerlei Anzeichen für Stress oder Krankheiten. Doch vier Monate später, wurde die eigentlich ideal gesetzte Peilsonde an einem nur zweieinhalb Meilen entfernten Strand entdeckt.


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Anhand der von der Sonde aufgezeichneten Daten konnten die Forscher die rekonstruieren, was mit dem Peilsender und somit auch mit "Shark Alpha" passiert sein musste:


Gegen 4 Uhr morgens an Weihnachten stieß der Hai plötzlich mit großer Geschwindigkeit in die Schlucht eines Kontinentalschelfs hinab. "Die Daten belegen, wie das Profil des Hais plötzlich auf 500 Meter Tiefe absinkt. Zur gleichen Zeit kam es jedoch innerhalb von nur wenigen Sekunden zu einem dramatischen Temperaturanstieg von 46° (7,8°C) auf 78° Fahrenheit (25,6°C)", erläutert der Naturfilmer David Riggs.


In einer derartigen Tiefe könne eine solche Temperatur nur im Innern eines anderen lebenden Tieres erreicht werden, erläutert der Bericht des "Smithsonian Institute Channel" (s. Video).


"Wir alle haben uns direkt die Frage gestellt, was das gewesen sein könnte. Schließlich wurde 'Shark Alpha' ganz offensichtlich von irgendetwas gefressen", erinnert sich Riggs. "Doch was könnte einen so großen Hai fressen?"


Die Sonde zeichnete weitere acht Tage lang einen Umgebungstemperatur von 78°F auf, während sie sich zwischen der Oberfläche und einer Tiefe von etwa 300 Metern bewegte bzw. bewegt wurde, bevor sie wahrscheinlich ausgeschieden und an Land gespült wurde.


"Es gibt keinen Zweifel, dass der vermeintlich unbezwingbare Weiße Hai von einem Super-Predator aus der Tiefe gefressen wurde", so die Smitsonian-Channel-Dokumentation "Hunt for the Super Predator".


Mittlerweile wurden unterschiedliche Szenarien vorgeschlagen, die die Daten der Sonde mit bekannten Meeresräubern erklären sollen, keine jedoch kann alle aufgezeichneten Details wirklich erklären.


So könnte "Shark Alpha" etwas von einem Orca angegriffen, getötet und gefressen worden sein. Schließlich sind die Schwertwale dafür bekannt, erfolgreich Jagd auf Weiße Haie zu machen. Allerdings wurde bislang noch nie nachgewiesen, dass Orcas in derartige Tiefen abtauchen. Satt dessen bleiben sie für gewöhnlich sogar in der Nähe der Oberfläche. Der bisherige Tiefenrekord eines Orcas liegt bei 259 Metern und damit gerade einmal etwa halb so tief wie es die Messdaten im Rücken des Hais aufzeigen.



Weißer Hai in Nahaufnahme. | Copyright: Fallows C, Gallagher AJ, Hammerschlag N (2013), CC-by-SA 2,5

Eine andere Hypothese versucht den Vorfall durch den Angriff eines anderen Weißen Hais zu erklären. Dieser hätte die Sonde aus dem Rücken von "Shark Alpha" herausgebissen haben können. Das Problem angesichts dieser Theorie ist jedoch, dass Weiße Haie zu den makrelenhaiartigen (Lamniformes) Haien gehören, deren Körpertemperatur nur leicht über der des sie umgebenden Wassers liegt. Wäre die Sonde also aus dem Hai herausgebissen worden und dann erst von einem anderen Tier verschluckt wurde, hätte sie einen plötzlichen Temperaturabfall und keinen Anstieg aufzeichnen müssen, bevor die Temperatur durch das Körperinnere wieder angestiegen wäre.


Statt dessen zeigen die Daten, dass der noch lebende Hai 500 Meter in die Tiefe gezogen und zumindest die Peilsonde dann von etwas anderem verschluckt wurde.


In der Dokumentation vermuten die beteiligten Forscher, dass ein anderer, noch größerer Weißer Hai den markierten Hai gefressen haben könnte. Doch auch diese Erklärung deckt sich nur schwerlich mit den aufgezeichneten Daten. "Angenommen der Peilsender steckte im Muskelgewebe von 'Shark Alpha', so wäre seine Umgebungstemperatur 7-9°F wärmer als das umgebende Wasser", erläutert Tom Head auf "MysteriousUniverse.org". Vor der Temperaturveränderung zeichnete die Sonde eine Temperatur von 46°F (7,8°C) - also eine eher kühle Wassertemperatur von 37-39°F (2,8-3,9°C). "Die Temperatur im Innern des Magens eines Weißen Hais sollte unter diesem Umständen also etwa 13-25°F wärmer als das umgebende Wasser sei – also 52-64°F (11,1-17,8°C) betragen haben. Die aufgezeichneten Temperatur lag jedoch bei 78°F (25,6°C)."



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Quellen: smithsonianchannel.com, mysteriousuniverse.org
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