Freitag, 25. Juli 2014

67P/Churyumov-Gerasimenko: Neue Aufnahmen offenbaren weitere Details der Form des Ziel-Kometen der Rosetta-Mission

<p class="NoSpacing">Rotation in 3-D: Ein dreidimensionales Modell des Kometenkerns von 67P/Churyumov-Gerasimenko, das aus OSIRIS-Aufnahmen vom 14. Juli 2014 berechnet wurde. Hier zu sehen ist eine volle Umdrehung des Körpers um seine Achse. Das Modell bestätigt die zweigeteilte Struktur des Kerns, die bereits in den Kameradaten zu Tage trat.</p>
Aus den neusten Aufnahmen des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Raumsonde "Rosetta" zusammengefügte und geglättete Animation der Rotation des Kometen "67P/Churyumov-Gerasimenko" | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Göttingen (Deutschland) - "Das Quietscheentchen hat ein Halsband", so umschreibt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung die Oberflächenstrukturen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, die auf neuesten veröffentlichten Aufnahmen des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Raumsonde "Rosetta" zu erkennen sind.

Die Aufnahmen mit einer Auflösung von 100 Meter pro Pixel entstanden am 20. Juli 2014 aus einer Entfernung von 5500 Kilometern und zeigen unter anderem als auffälligstes Merkmal den "Halsbereich" des zweigeteilten Kometen, da dieser sich heller als der Rest darstellt.


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Schon frühere Aufnahmen hatten gezeigt, dass der Kern von 67P aus zwei Teilen zu bestehen scheint: einem kleineren Kopf, der mit einem größeren Körper verbunden ist (...wir berichteten). Der Verbindungsbereich, sozusagen der Hals, erweist sich derzeit als besonders spannend. "Momentan können wir mit Sicherheit lediglich sagen, dass der Halsbereich heller aussieht als der Kopf und der Körper des Kometenkerns", erläutert Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, der Leiter des OSIRIS-Teams. Materialunterschiede, verschiedene Korngrößen oder topografische Einflüsse könnten dafür ursächlich sein.

Auch wenn die aktuellen Bilder noch nicht hochaufgelöst sind, erinnern sie die Wissenschaftler an den Kometen "103P/Hartley" (früher auch als "Hartley 2" bezeichnet). Die NASA-Mission "Epoxi" hatte diesen Körper im Jahr 2010 im Vorbeiflug besucht (...wir berichteten). Während die Enden des länglichen Kometenkerns eine raue Oberfläche aufweisen, erscheint die Mitte glatter.


Die Kometenforscher vermuten, dass sich in dieser Taille Material ablagert, das zunächst emittiert wurde, dann aber den Einfluss des Schwerefelds des Kometen nicht verlassen konnte. Im Bereich der Taille befindet sich der Masseschwerpunkt von "103P/Hartley".



Neue Bilder des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Raumsonde "Rosetta" zeigen den Kometen "67P/Churyumov-Gerasimenko", aufgenommen am 20. Juli 2014, und dessen Oberflächenstrukturen mit einer Auflösung von 100 Metern pro Pixel. | Copyright: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
Ob diese Überlegungen nun auch auf den Halsbereich von 67P zutreffen, ist noch unklar. "Eine andere Erklärung für eine hohe Reflektivität in diesem Bereich könnte eine andere Oberflächenzusammensetzung sein", berichtet das Max-Planck-Institut.

Schon in den kommenden Tagen und Wochen hofft das OSIRIS-Team spektrale Daten des Kamerasystems zu erhalten. Mithilfe verschiedener Filter kann OSIRIS mehrere Wellenlängenbereiche aus dem reflektierten Licht herausfiltern. Auf diese Weise lassen sich charakteristische Fingerabdrücke bestimmter Materialien oder Zusammensetzungen identifizieren.


Zudem modelliert das Team derzeit die dreidimensionale Form des Kometenkerns aus den Kameradaten. Ein solches Modell kann helfen, einen besseren Eindruck von der Gesamtgestalt des Körpers zu gewinnen.


Am 6. August 2014 soll die Sonde endgültig in eine Umlaufbahn um den Kometen eintreten und das knapp 5 Kilometer große Objekt in einem Abstand von 70 Kilometern umrunden. Nachdem die Sonde das Schwerkraftfeld von "67P" vermessen hat, wird sich "Rosetta" dem kosmischen Schneeball auf 30 Kilometer annähern, die Oberfläche genau kartieren und nach einem geeigneten Landeort für die Landeeinheit Philae suchen, der dann am 11. November auf dem Kometen landen soll. Rosetta wird damit die erste Mission in der Geschichte sein, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Landeeinheit auf seiner Oberfläche absetzt.


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Quelle: mpg.de, mps.mpg.de
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