Freitag, 25. Juli 2014

Nach erster Expedition: Krater in Sibirien bleibt rätselhaft


Blick auf den noch immer rätselhaften Krater auf der Jamal-Halbinsel. | | Copyright/Quelle: Marya Zulinova, Press Service of the Governor YaNAO

Jamal (Russland) - Seit zwei Wochen sorgt ein gewaltiger Krater auf der nordsibirischen Jamal-Halbinseln für Rätselraten. Während die meisten Wissenschaftler einen natürlichen Ursprung vermuten, konnte eine Expedition bislang noch keine neuen Erkenntnisse über den Ursprung des ungewöhnlichen Lochs gewinnen.

Wie die "Siberian Times" berichtet, konnten allerdings einige erste Vermutungen widerlegt und neue Erkenntnisse gewonnen werden: So ist der Durchmesser des gewaltigen Lochs mit etwa 30-60 Metern deutlich kleiner als erste Schätzungen, die von bis zu 100 Metern ausgingen.


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Auch Behauptungen, wonach der Krater so tief sei, dass man seinen Boden nicht sehen könne, konnten von den Wissenschaftler nun anhand der Aufnahmen aus dem Kraterinneren widerlegt werden. Allerdings ist der sich darunter befindende Hohlraum immerhin noch etwa 70 Meter tief. An seinem Boden befindet sich ein Eissee, in den weiterhin Wasser von den auffallend glatten Kraterwänden zufließt.



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Mittlerweile ist auch bekannt, dass der Krater nicht erst kürzlich entstand, sondern wohl schon zwei Jahre alt sein könnte. Jetzt wollen Experten Satellitendaten zu Hilfe ziehen, um die Entstehungszeit genauer einzugrenzen. Derzeit verdichten sich die Hinweise, dass der Krater vor etwas mehr als zwei Jahren noch nicht vorhanden war.





Verschiedene Ansichten des Jamal-Kraters. | Copyright/Quelle: Marya Zulinova, Press Service of the Governor YaNAO

Anhand von Proben aus dem Krater hoffen die Forscher nun, schon bald auch Genaueres über seine Entstehung sagen zu können. Bislang gibt es verschiedene Erklärungstheorien vom Meteoriteneinschlag bis hin zu einer Methanblase. Andere Beobachter vermuten, dass es sich um einen Karsttrichter handeln könnte, wie sie auf Jamal zahlreich zu finden sind (s.Video). Während dieser Bodenlöcher zwar ebenfalls oft kreisrund sind, scheinen die ungewöhnlich glatten Kraterwände und der Wall um das Loch herum gegen einen Karsttrichter zu sprechen, die durch Absenkung des Erdreich entstehen. Vielmehr habe es den Anscheint, als sei hier das Erdreich mit gewaltiger Kraft aus dem Boden geschleudert worden, so örtliche Behörden.


In einer früheren Meldung zitierte die Zeitung die russische Arktis-Forscherin Anna Kurchatowa mit der Vermutung, dass es sich möglicherweise um eine Explosion eines Gemischs aus Wasser, Gas und Salzen gehandelt haben könnte. Im Zuge der Klimaerwärmung könnten Eis, Salze und Methan im Permafrostboden geschmolzen und das Gemisch wie ein Korken aus dem Boden geschossen sein.


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Quelle: siberiantimes.com
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